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22. November 2017 - 07:30Devisenmärkte

Franken nimmt neuen Kurs

von Christian Apelt, Helaba

Die Schweizer Währung hat ihr ruhiges Fahrwasser verlassen: Seit Sommer ist sie unter Druck geraten.

Der Schweizer Franken wird häufig als sicherer Hafen angesehen. In Zeiten höherer Risikofreude ist das allerdings kein Pfund, mit dem die Währung wuchern könnte. (dpa)
Rund zwei Jahre schwankte der Euro-Franken-Kurs in einem engen Band um die Marke von 1,08. Im Sommer setzte er zum Sprung an und stieg auf mittlerweile 1,17 – der höchste Stand seit Aufgabe des Mindestkurses im Januar 2015. Was hat den Schweizer Franken so unter Druck gesetzt?

Leichte Frage, schwierige Antwort: In den vergangenen Jahren war üblicherweise die Schweizer Notenbank (SNB) mit ihren Devisenmarktinterventionen schuld. Der Anstieg ihrer Devisenreserven in den vergangenen Monaten um knapp 50 Milliarden Franken erklärt sich jedoch größtenteils mit Bewertungseffekten.
Der Euro hat in diesem Jahr auf breiter Front zugelegt, insbesondere gegenüber dem US-Dollar. Die Aufwärtsdynamik gewann vor allem im Zuge der französischen Präsidentschaftswahlen an Fahrt, wenngleich noch nicht gegenüber dem Franken. Erst im Sommer, als der Euro allgemein von höheren Wachstumsraten und Unsicherheiten um den US-Präsidenten Donald Trump profitierte, gab die Schweizer Währung erheblich nach. Zusätzlich erhöhte sich an den Finanzmärkten sukzessive die Risikoneigung, weshalb der Franken als sicherer Anlagehafen weniger gefragt war.
Die Entwicklung in der Schweiz kann die Wechselkursbewegung kaum erklären. Die Konjunktur hat nach einer Durststrecke im Winterhalbjahr an Kraft gewonnen, was jüngste Daten und Frühindikatoren andeuten. Das Wirtschaftswachstum dürfte sich 2018 auf rund 1,5 Prozent in etwa verdoppeln und sich damit dem europäischen Trend annähern.
Die Inflation liegt klar in positivem Terrain, im Oktober bei 0,7 Prozent im Vorjahresvergleich. Der Inflationsunterschied zur Währungsunion fällt damit unterdurchschnittlich aus. Insofern steht die SNB nicht unter Handlungsdruck. Die EZB reduzierte zwar ihr Anleihekaufprogramm, Leitzinsanhebungen zeichnen sich bis auf Weiteres aber nicht ab.
Der Schweizer Leitzins von minus 0,75 Prozent notiert zwar unterhalb der EZB-Sätze. Bei zweijährigen Anleihen besitzt der Euro hingegen nur einen marginalen Renditevorteil. Bei zehnjährigen Anleihen ist der Zinsvorsprung des Euro gegenüber dem Franken etwas höher, im historischen Vergleich aber ausgeprägt niedrig. Die Zinspolitik erklärt nicht nur nicht die jüngste Frankenabwertung, sondern dient derzeit eher als Argument für einen stärkeren Franken.
Die kürzerfristigen Einflussfaktoren erklären also kaum die Frankenschwäche der jüngeren Vergangenheit. Langfristige Indikatoren wie die Kaufkraftparität hingegen zeigen seit vielen Jahren eine Überbewertung des Franken an. Dies rechtfertigt die kurzfristigen Tendenzen im Prinzip. Nun ist die Schweizer Währung nach wie vor teuer, aber bei Weitem nicht mehr so extrem wie zuvor. Angesichts der nach wie vor hohen Leistungsbilanzüberschüsse ist eine weitergehende Frankenschwäche keinesfalls vorbestimmt.
Der diesjährige Anstieg des Euro-Franken-Kurses ist wohl vor allem von der langfristigen Unterbewertung und dem allgemeinen Euro-Optimismus getrieben. Ersteres Argument ist zwar grundsätzlich weiter gültig, verliert aber an Kraft. Die zweite Erklärung könnte sich in den nächsten Monaten ins Gegenteil verkehren – auch in Abhängigkeit von der Entwicklung in den USA. Zudem könnte eine nachlassende Risikofreude an den globalen Finanzmärkten den Schweizer Anlagehafen begünstigen. Der Euro-Franken-Kurs dürfte daher seinen Aufwärtstrend nicht einfach fortsetzen, sondern sich 2018 um ein neues Gleichgewichtsniveau um 1,15 einpendeln, was auch Kursausschläge bis 1,12 oder 1,18 beinhaltet.
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