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12. Juni 2018 - 16:07Entwicklung

Guter Draht zum Dorf

von Silvia Besner

Die Digitalisierung könnte die Landflucht beenden. Dazu muss jedoch der Ausbau der Infrastruktur, von Breitbandkabel- und Mobilfunknetzen, forciert werden. Auch Sparkassen können unterstützen und profitieren.

Bundestagsabgeordneter Frank Junge, Christian Pegel, Bauminister von Mecklenburg-Vorpommern, und Thomas Murche, Vorstand des Energieversorgers Wemag, beim Start für den von Bund und Land geförderten Breitbandausbau in Siggelkow, Landkreis Ludwigslust-Parchim. (dpa)
Bundeslandwirtschaftsmi­nisterin Julia Klöckner hat anschauliche Beispiele parat: die Kuh mit dem Fitnesshalsband, das dem Bauern Daten zum Tierwohl sendet. Der Traktor, der millimetergenau über Satellit gesteuert wird und weder Treibstoff noch Pestizide verschwendet. Die Drohne, die Rehkitze im Getreidefeld ortet und vor der Mähmaschine rettet. Aber nicht nur die Landwirtschaft profitiert von der Digitalisierung, sondern das Leben im ländlichen Raum schlechthin, so das Thema einer Konferenz im Bundespresseamt in Berlin.

Fangen wir bei der Nahversorgung an: Digitale Bestellportale und Bringdienste könnten den lokalen Einzelhandel stärken und den längst geschlossenen Konsum im Dorf ersetzen. Dann die Mobilität: Das Teilen und Mieten von Kraftfahrzeugen und Elektrofahrrädern, das am einfachsten ebenfalls per Computer, Tablet oder Handy organisiert wird, würde die Kosten eines eigenen Fuhrparks reduzieren. IT-Programme könnten Kleinbusse auf individuellen Wegen durch den Landkreis schicken – je nach Bedarf des Bürgers, den er per Click oder Fingertipp anmeldet.
Lange Wege zu Arztpraxis oder Krankenhaus kann manchmal sparen, wer sich per Videochat mit dem Fachmann verbindet – oder eine Arzthelferin ins Haus bestellt, die diese Telemedizin einsetzt. Im Bildungsbereich erlauben die neuen Medien Qualifizierung von zu Hause aus. Auch Nachbarschaftshilfe ließe sich, digital vernetzt, passgenau steuern.

Weniger pendeln, weiter draußen wohnen

Dank digitaler Technologien wird aber auch das Arbeiten zunehmend ortsunabhängig. Wer einen guten Draht zu Büro und Arbeitgeber hat, muss weniger pendeln und wird sich aus diesem Grund vielleicht eher für ein Leben auf dem Land entscheiden. Tun das viele, endet die Verödung, kommen mit den Arbeitnehmern auf längere Sicht auch wieder Läden, Praxen und Schulen ins Dorf. Nicht zuletzt lassen sich auch nur mit guter digitaler Infrastruktur innovative Arbeitgeber in den Kreis holen.
Viele Gründe also, die Digitalisierung des ländlichen Raums voranzutreiben. Das Bundeslandwirtschaftsministerium, zu dessen Kernaufgaben die Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse in Stadt und Land gehört, fördert das Thema unter anderem im Bundesprogramm ländliche Entwicklung. 79 Einzelprojekte, die Modellcharakter haben und bundesweit auf andere Regionen übertragbar sind, werden bislang wissenschaftlich begleitet und haben je bis zu 200 000 Euro erhalten.
Auch sogenannte Mehrfunktionshäuser, die beispielsweise Laden, Friseur, Gemeinschaftsbüro mit W-Lan und Kreditinstitut unter einem Dach vereinen, gehören zum Programm. Die von Sparkasse Meißen und Ostdeutschem Sparkassenverband initiierte "Große Emma" im Dorf Zabeltitz ist hier ein gutes Beispiel, das auch in einer Studie der Bertelsmann-Stiftung lobend hervorgehoben wird.

Ideen und Einzelinitiativen

Es gibt also Ideen und Einzelinitiativen, um das Landleben mithilfe der Digitalisierung zu erleichtern. Damit diese bundesweit ausgerollt werden können, braucht es vor allem zwei Dinge: Willen und Technik. An beidem muss gearbeitet werden. Denn nur gut die Hälfte der 294 Landkreise erwarten tatsächlich Effizienzgewinne und Attraktivitätssteigerungen durch die Digitalisierung, wie Reinhard Sager, Präsident des Deutschen Landkreistags, aus einer Untersuchung berichtete. Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitalisierung bei der Bundeskanzlerin, kennt das Problem: Die Deutschen hätten weltweit die größte Angst vor Veränderungen – kämen aber gleichzeitig weltweit am besten mit Veränderungen zurecht, zitierte sie eine Studie.
Das größere Problem ist also die fehlende Infrastruktur. So rasch wie möglich muss überall schnelle Datenübertragung möglich werden, fordert auch Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks. Damit ist der Breitbandausbau auf Glasfaserbasis ebenso gemeint wie der Mobilfunkstandard der neuen Generation 5G.
Telekommunikationsanbieter, die lange auf Kupferkabel gesetzt haben, scheuen verständlicherweise die teure Investition des Glasfaserausbaus in dünn besiedelten Gegenden. Hier muss der Staat einspringen, so die einhellige Meinung von Experten und Betroffenen.
Sind die technischen Voraussetzungen gegeben, können Landkreise freien Internetzugang anbieten, so ein Vorschlag des Deutschen Landkreistags. In öffentlichen Gebäuden etwa oder auch in Sparkassen.
Zum Kommentar: Gemeinsame Kraftanstrengung
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