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20. November 2017 - 11:30Digitalisierung

Häufiger über Vertrauen reden

von Christoph Becker

Der Blogger, Berater und Buchautor Sascha Lobo spricht beim Innovationsforum des Sparkassen-Kreditpartners in Berlin über digitale Transformation in der Finanzwirtschaft.

„Nicht die Technik verändert die Welt, sondern die Art, wie wir sie nutzen nutzen": Sascha Lobo im Spielfeld Digital Hub, dem Kreuzberger Innovationslabor des Verbundunternehmens S-Kreditpartner. (Stefan Escher)
Sascha Lobo ist Sparkassenkunde. Der 42-jährige Internetexperte bekennt, er pflege immer abzuwägen und habe „konservative Erwartungen“ an das Geldinstitut seines Vertrauens: „Ich bin seit 21 Jahren zufriedener Privat- und Geschäftskunde der Berliner Sparkasse. Meine Berater haben immer Mittel und Wege gefunden, auch dann, wenn es bei mir finanziell mal nicht so gut lief."

Lobo spricht frei und blickt nur manchmal auf sein Notebook auf dem Pult. Als versierter Redner wirkt er so präsent, dass während seiner fast einstündigen Keynote zum Abschluss des Innovationsforums noch einmal gespannte Konzentration herrscht. Lobo hat in Berlin Wirtschaftskommunikation studiert und kann über Technik und Wirtschaft kritisch, verständlich und ohne Fachjargon sprechen, so dass jeder gleich den Sinn und den deutschen Muttersprachler erkennt – keine selbstverständlichen Fähigkeiten bei Absolventen technik- und wirtschaftsnaher Fächer.

Mit den Kreditexperten aus verschiedenen Sparkassen ist Lobo gleich per Du. Von seinen Charts lässt er sich nicht die Show stehlen, so eindrücklich die mitgebrachten Zahlen sind: Über den Bezahldienst Paypal seien im vergangenen Jahr weltweit insgesamt sechs Milliarden Transaktionen abgewickelt worden. Bei der chinesischen Überweisungsplattform Wechat Pay seien es an einem Neujahrsabend 46 Milliarden Smartphone-Transaktionen gewesen. „In nur drei Jahren hat sich die Gesellschaft komplett gewandelt“, stellt Lobo fest. Selbst Straßenhändler akzeptierten in vielen Ländern Asiens heute kein Bargeld mehr.

"Plattform-Kapitalismus" fordert heraus


Der Journalist blickt auf den „exponentiellen Fortschritt“ der vergangenen Jahre, versucht Begriffe dafür zu finden und Zäsuren wie die „Social Mobile Revolution“ vom 1. November 2016 auszumachen. Seit diesem Datum übersteige die Anzahl der mobilen Internet-Abfragen per Smartphone die der stationären Abfragen auf Desktop-Rechnern. Damit sei die Wertschöpfung binnen weniger Jahre endgültig in die digitale Sphäre der vernetzten Software gewandert.

Angesichts dieses neuen „Plattform-Kapitalismus“ konstatiert Lobo bei Institutionen und Individuen eine „Verantwortung zur Mitgestaltung". Nicht die Technik verändere die Welt, "sondern die Art, wie wir sie nutzen“. Der Instant-Messaging-Dienst Snapchat sei in manchen Ländern heute das wichtigste Instrument für den Immobilienvertrieb. Beim Aufkommen von Snapchat sei das noch völlig unabsehbar gewesen. Lobo hätte auch den Messaging-Dienst Twitter erwähnen können, dessen Bedeutung als Machtinstrument für den US-amerikanischen Präsidenten auch niemand sich hätte vorstellen können. Lobo beschränkt sich aber darauf, technischen und sozialen Wandel aufeinander zu beziehen. Politische Themen wie die Regulierung der Finanzbranche lässt er aus.

Die digitale Transformation verlaufe entlang der Datenströme, die in Echtzeit ausgewertet und monetarisiert werden – konsequenterweise bis zu den Kryptowährungen Blockchain und Hashgraph, für die sich auch schon der chinesische Staat interessiere. In Europa und insbesondere in Deutschland gehe die Digitalisierung des Zahlungsverkehrs vergleichsweise gemächlich voran. Lobo fordert mit Blick auf die manchmal mehrtägige Transaktionsdauer bei den Sparkassen: „Ihr müsst Euch einpendeln.“

"Digitale Ungeduld" treibt die Revolution voran


Vor allem die „digitale Ungeduld“ der Anwender treibe die globale Revolution der Wertschöpfung voran, die allgemeine „Datenbegeisterung“ kenne als bislang beispielloses von Menschen gemachtes Phänomen „keine natürliche Grenze“ und werde die letzten Reste menschlicher Privatsphäre kosten, wenn es erst gelinge, internetfähige Nanotechnologie mit dem menschlichen Gehirn zu verbinden. „Manchmal kann es einen schon gruseln“, sagt Lobo, der sich bei aller Kritikfähigkeit mit Werturteilen zurückhält. Sogenannte digitale Assisenten mit Spracherkennung wie etwa "Alexa" vom Hersteller Amazon nennt er allerdings ohne Zögern "eine Wanze".

Trotz der menschlichen Bereitschaft und Fähigkeit, alle möglichen und unmöglichen Daten zu veröffentlichen und auszuwerten, hört der Datenschutz nicht auf, ein vertrauenstiftender Wert zu sein. "Über Vertrauen wird viel zu selten gesprochen", erklärt Lobo den Kreditfachleuten aus der Sparkassen-Finanzgruppe und empfiehlt, auch die Ängste vor der Digitalisierung zu artikulieren und ernst zu nehmen.
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