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09. Februar 2018 - 08:30Zeitmanagement

Handy als Produktivitätskiller

von Prof. Dr. Martin-Niels Däfler

Auch ein modernes Smartphone hat einen Aus-Knopf. Nur ist der für viele Menschen immer schwerer zu finden. Die ständige Erreichbarkeit gehört zu den „Errungenschaften“ unserer digitalisierten Welt. Doch das muss nicht so sein. Zwölf Impulse für ein „Digital Detox“ wollen vom Gegenteil überzeugen.

Eine Kurzzusammenfassung finden Sie hier.

Die ständige Erreichbarkeit kann zum Fluch und in der Folge zum Gesundheitsproblem werden. (Minerva Studio/fotolia)
Kaum eine andere Aussage findet heutzutage mehr Zustim­mung als die Behauptung, dass Smartphones einer der Hauptgrün­de für Stress und Überlastung sind. Stimmt das wirklich? Nein! Denn: Ursache und Symptom werden hier verwechselt. Smart­phones sind nämlich nur ein Instrument. Das wäre so, als wenn eine Ärztin ihr Skalpell oder ein Bauarbeiter seine Schaufel für seine Überlastung verantwortlich machen würde. Die wahren Gründe müssen frei gelegt werden, um wirksame Gegenmaßnahmen ergreifen zu können. Welches sind nun die „wahren“ Gründe, warum wir uns von unseren Smartphones versklavt fühlen und sie für unseren Stress verant­wort­lich machen? Ich meine: Das hat viel mit zutiefst menschlichen Eigenschaften zu tun, nämlich einerseits mit unserer angeborenen Neugierde und andererseits mit dem Bedürfnis Dazuzugehören beziehungsweise „Teil der Herde“ zu sein.

Es wie ein Unfall: Du musst einfach hinschauen

Es vibriert in der Hosentasche und instinktiv zücken wir das Smart­phone um nachzusehen, wer uns da eine Nachricht geschickt hat. Das machen wir sogar, wenn gar keine Botschaft eingegangen ist. Phantom-Vibrieren verspüren laut einer Studie 68 Prozent der Be­fragten. Wir gieren wie Junkies nach dem nächsten Schuss auf das nächste Vibrieren. Wir sind abhängig von einem Gerät, das erst vor gut zehn Jahren erfunden worden ist. Normal ist das nicht.
Meistens vibriert unser Smartphone aber nicht grundlos. Ein kleiner roter Kreis mit einer Ziffer darin am rechten oberen Rand der App verrät uns dann, dass eine neue Mitteilung gekommen ist – besser mal ganz schnell prüfen, ob da was Wichtiges dabei war. Jedes Mal, wenn sich eine neue Nachricht ankündigt, wird unsere Neugierde geweckt und das Belohnungssystem wird in Erwartung, etwas Positives zu erleben, aktiv. Wir können gar nicht anders. Es wie ein Unfall: Du musst einfach hinschauen, ob du willst oder nicht.
Es ist jedoch nicht nur der Kitzel zu erfahren, wer da an uns gedacht hat, es ist auch das Gefühl, dass wir erreichbar und informiert sein müssen, wenn wir dazugehören wollen. Wir haben die 37 WhatsApp-Nachrichten aus der Gruppe „Klasse 2 b Erich-Kästner-Grundschule“, in der es sich heute um die Hausaufgabenbetreuung der lieben Kleinen dreht, noch nicht gelesen und kommentiert. Geht ja gar nicht – haben wir denn gar kein Interesse am Wohlergehen unseres Kindes? Was? Wir kennen nicht die neue, witzige Social-Media-Kampagne von Edeka? Mann, wir sind ja so was von gestern. Nein, all‘ das wollen wir uns nicht anhören muss. So sind wir „always on“.

Wir haben „FOMO“

Zudem könnte es ja sein, dass wir etwas Wichtiges verpassen. Wir haben „FOMO“! Die Buchstaben stehen für Fear Of Missing Out und haben es schon zu einem eigenen Wikipedia-Eintrag gebracht. In den USA ist der Begriff unter Psychologen und Psychiatern schon lange be- und als Krankheitsbild anerkannt.
Klar, das war jetzt etwas überspitzt formuliert, im Kern stimmt es jedoch. Wir glauben, ständig erreichbar sein und sofort reagieren zu müssen. Sonst könnten die Kollegen oder der Chef ja denken, wir würden nur faul „herumlungern“. Dabei ist das Gegenteil der Fall. Wer sich permanent von seinem Smartphone ablenken lässt, kann kaum konzentriert bei seiner eigentlichen Arbeit bleiben. Ständig wird man aus seiner aktuellen Aufgabe herausgerissen und muss sich wieder erneut hineindenken – das ist der berüchtigte Säge­zahneffekt. Hinzu kommt, dass uns das hektische Reagieren auf Mails, Chatbeiträge oder Textnachrichten zu einem Aktionismus verleitet, der selten zu guten Ergebnissen führt. Das Handy ist also ein echter Produktivitätskiller.
Manch einer hat die Zeichen erkannt und bemüht sich redlich, sein Handy weniger zu nutzen. Da bucht man vielleicht sogar bewusst einen Urlaub in einem Hotel ohne WLAN und Handyempfang. Ferien im Funkloch – ein Slogan, mit dem einige Hotels bewusst werben. Mittlerweile haben sogar Reiseveranstalter reagiert. Neulich habe ich einen Katalog von einem Studienreise-Unternehmen gese­hen, in dem stand, dass zu Beginn der Reise die Handys aller Gäste eingesammelt werden. Früher musste man beim Betreten einer Burg seine Waffen aushändigen, heute gibt man sein Handy ab.
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  1. Handy als Produktivitätskiller
  2. Höchste Zeit für einen „Digital Detox“
  3. Fazit
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