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28. November 2017 - 13:15Kreissparkasse Köln

Kämpfer für Unabhängigkeit von Wissenschaft und Presse

Der russische Soziologe Lew Gudkow und der türkische Journalist Can Dündar haben den 13. Lew-Kopelew-Preis für Frieden und Menschenrechte erhalten. Die Preisverleihung fand in der Kassenhalle der Kreissparkasse Köln am Neumarkt statt.

Preisverleihung mit (von links) Thomas Roth, Lew Gudkow, Alexander Wüerst , Joachim Gauck und Can Dündar. (Sparkasse)
Alexander Wüerst, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Köln und stellvertretender Vorsitzender des Lew-Kopelew-Forums, begrüßte mehr als 500 geladene Gäste. Thomas Roth, Vorsitzender des Lew-Kopelew-Forums, sagte in seiner Preisbegründung: "Der russische Soziologe Lew Gudkow und der türkische Journalist Can Dündar haben gezeigt, dass sie sich und ihre Arbeit nicht in den Dienst von autokratischen Machtinteressen stellen lassen. Sie bestehen auf Unabhängigkeit und Wahrhaftigkeit von Wissenschaft und Pressefreiheit, ohne die eine offene Gesellschaft nicht leben kann." Dündar sei dafür als Chefredakteur der türkischen Zeitung "Cumhuriyet" in Gefängnishaft genommen worden. Er sei mittlerweile gezwungen, im Exil zu leben.
Lew Gudkow leitet das unabhängige Meinungsforschungsinstitut Lewada-Zentrum in Moskau. Roth sagte über ihn: "Er kämpft ohne Rücksicht auf Konsequenzen gegen die staatlich verordnete Bezeichnung des wissenschaftlichen Instituts als 'ausländischer Agent'. Mit dieser Preisverleihung erklärt sich das Lew-Kopelew-Forum zugleich solidarisch mit all jenen, die in ihren Ländern für diese Werte kämpfen."
Die Festrede hielt Joachim Gauck, Bundespräsident a.D. der Bundesrepublik Deutschland. Er ehrte mit Lew Gudkow und Can Dündar zwei Menschen, denen Wahrhaftigkeit mehr bedeutet als Karriere und das Wohlwollen der Machthaber. Er dankte beiden Preisträgern, "weil sie uns in der Zuversicht bestärken, dass sich Wahrheit und Freiheit niemals gänzlich unterdrücken lassen". 
Mit eindringlichen Worten warb Gauck für Mut in der Politik. "Eine Diplomatie, die sich anbiedert und dabei den eigenen Kern verrät, verliert ihre Glaubwürdigkeit. Politik braucht die Rückbindung an die Ethik als Richtschnur. Insofern bedeutet Menschenrechtspolitik Einmischung: Sie verpflichtet uns, immer dann zu intervenieren, wenn die Würde eines Menschen verletzt ist, unabhängig davon, in welchem Staat dies geschieht", sagte er.
Gauck erinnerte auch an Hunderte von inhaftierten Journalisten und die neun deutschen Staatsbürger, die sich noch in türkischer Haft befinden, und forderte deren sofortige, bedingungslose Freilassung. Darüber hinaus werde Deutschland allen Dissidenten Zuflucht bieten, die Schutz vor der türkischen Willkürherrschaft suchen. "Wir liefern sie nicht aus." 
Die Preisträger Lew Gudkow und Can Dündar erklärten in ihren Dankesreden ihr unermüdliches Wirken für die Freiheit des Wortes trotz ständiger Repressalien des Staatsapparats und wurden für ihr Engagement vom Publikum mit stehenden Ovationen bedacht. 
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