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01. Dezember 2017 - 13:34China

Köder für Auslandsbanken

von Klaus Hauptfleisch

Beijing will ausländischen Investoren den Zugang zum chinesischen Finanzsektor erleichtern. Auch in Deutschland lässt das aufhorchen. Selbst in der Volksrepublik engagierte deutsche Mittelständler könnten künftig von verbesserten Finanzdienstleistungen profitieren.

Bankenlandschaft im Umbau? Die Asian Infrastructure Investment Bank (AIIB) wird jedenfalls bald eine neue Zentrale in Bejing beziehen. (dpa)
Für seine Aufnahme in die Welthandelsorganisation WTO hatte sich China vor einigen Jahren dazu bereiterklärt, seinen Finanzsektor auch für ausländische Investoren etwas zu öffnen. Das Echo darauf war – auch in Deutschland – naturgemäß positiv. Westliche Kreditinstitute nutzten gern die neue Chance und stiegen über die damals ermöglichten Minderheitsbeteiligungen in die Branche ein.

Die eingeschränkten geschäftlichen Entwicklungsperspektiven dieser Position sorgten mit der Zeit jedoch für Frust; gefolgt von der Neigung, aus Engagements wieder auszusteigen. So entschieden unter anderem die Schweizer UBS, die US-Institute Goldman Sachs und Bank of America, die spanische BBVA sowie die Deutsche Bank, ihre Beteiligungen an chinesischen Banken (beispielsweise der China Construction Bank oder der China Citic Bank) wieder abzustoßen. Die Folge: In China spielen ausländische Kreditinstitute zur Stunde keine Rolle. Ihr Marktanteil liegt bei nicht einmal zwei Prozent.
Das aber könnte sich demnächst ändern, verlautete doch kürzlich aus dem Finanzministerium in Beijing, dass man ausländischen Investoren den Zugang zum nach wie vor abgeschotteten chinesischen Finanzmarkt stärker erleichtern wolle. Demnach soll es Auslandsunternehmen künftig erlaubt sein, sich an Joint Ventures von Wertpapierhäusern und Fondsgesellschaften mit bis zu 51 Prozent zu beteiligen. Nach drei Jahren soll auch diese Begrenzung ganz aufgehoben werden. Bislang darf ein ausländischer Investor maximal 20 Prozent übernehmen; mehrere Ausländer zusammen höchstens 25 Prozent. Auch bei internationalen Beteiligungen an chinesischen Banken und Vermögensverwaltungsgesellschaften sollen bestehende Obergrenzen fallen. In drei Jahren werde es zudem erlaubt sein, an Joint Ventures in der Versicherungswirtschaft Mehrheitsbeteiligungen von 51 Prozent zu übernehmen. Schließlich will Beijing in fünf Jahren auch hier alle Begrenzungen abgeschafft haben.
Angesichts der nach wie vor bestehenden Beeinträchtigungen des Zugangs zu Branchen des verarbeitenden Gewerbes wirkt eine solche Bereitschaft zur Liberalisierung nicht glaubwürdig. Eher verständlich wird sie dagegen, wenn man daran denkt, dass die Volksrepublik weiterhin bestrebt ist, ihre Landeswährung, den Renminbi, zunehmend als globale Transaktionswährung zu platzieren und sogar als internationale Leitwährung zu etablieren. Dafür sind Maßnahmen zur Liberalisierung des Finanzsystems allemal hilfreich. Ein Imagegewinn des Renminbi als Transaktionswährung käme China bei der Finanzierung der vielfältigen Infrastrukturvorhaben im Rahmen des Entwicklungsprojekts "Neue Seidenstraße" sowie beim industriellen Umbau unter dem Stichwort "Made in China 2025" entgegen. Dort will man den US-Dollar als Zahlungsmittel verdrängen.

Neue Produkte könnten Einstieg erleichtern

Auch deutsche Unternehmen dürften sich durch diese Prestigeprogramme neue geschäftliche Perspektiven ausrechnen. Die von BayernLB und Landesbank Baden-Württemberg in Shanghai, Taicang und Beijing betriebenen German Centres bieten heute schon sachdienlichen Service für Geschäftseinstieg und -abwicklung. Durch die angekündigte Liberalisierung zum Einstieg in China angeregte ausländische (und deutsche) Kreditinstitute könnten zudem für zusätzliche flankierende Bankprodukte sorgen.
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