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| Deutscher Gründerpreis

"Alle Nominierten sind Gewinner"

Dabeisein ist alles. Der Deutsche Gründerpreis zeige eindrucksvoll Vielfalt und Kreativität der Gründerszene in Deutschland, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier in Berlin.

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Unter den nominierten Unternehmen für den Deutschen Gründerpreis stehen die Erstplatzierten fest: Als Aufsteiger hat Boxine aus Düsseldorf gewonnen, Hersteller einer beliebten Hörspielbox für Kinder. Als Start-up siegte das von der Stadtsparkasse München nominierte Unternehmen GBS German Bionic Systems aus Augsburg, Produzent eines Exoskeletts für Schwerarbeiter.

Doch ebenso wie die Gewinner kommen auch alle anderen nominierten Unternehmer in den Genuss von Mediatraining, Porsche-Beratung und Firmenpatenunterstützung. Insofern sei jeder Nominierte ein Gewinner, sagte als Gastgeber ZDF-Intendant Thomas Bellut im Hauptstadtstudio des Fernsehsenders. Wie wertvoll Training und Beratung für die Unternehmen sein können, erläuterten bei der Preisverleihung ehemalige Gründerpreis-Nominierte, deren Unternehmen mittlerweile gewachsen und noch erfolgreicher geworden sind.

 
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (rechts) mit Moderatorin Barbara Hahlweg (Mitte) und den Gewinnern des Gründerpreises für Schüler. © Franziska Krug

Die Auszeichnung wird jährlich von den Partnern "Stern", den Sparkassen, dem ZDF und dem Porsche-Konzern verliehen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unterstützt den Deutschen Gründerpreis. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sagte in Berlin, der Preis zeige "eindrucksvoll, wie Gründerinnen und Gründer mit Mut, Tatkraft und frischen Ideen für einen lebendigen Mittelstand sorgen". Altmaier gratulierte bei der Preisverleihung vier Internatsschülern aus dem Rheingau, die für ihre Clean-Can, ein manuell funktionierendes Gerät für die Wasseraufbereitung, den Gründerpreis für Schüler gewonnen hatten.

 
Die Gewinner und Nominierten des Deutschen Gründerpreises 2019 mit Jurymitgliedern. © Franziska Krug

Cargonexx mischt Speditionsbranche auf

Zu den von einer Sparkasse vorgeschlagenen Unternehmen in diesem Jahr gehört auch das Start-up Cargonexx. Dem Hamburger Softwareunternehmen könnte es gelingen, einen grotesken Missstand zu beheben. Laut offizieller Zahlen des Bundesverkehrsministeriums sind mehr als die Hälfte der jährlich etwa 260 Millionen Lastfahrten auf deutschen Straßen Leerfahrten. Das heißt, große Lkw fahren pro Jahr mehr als sechs Milliarden Kilometer, ohne Güter zu transportieren, mit gravierenden Folgen für Verkehrsaufkommen, Umwelt und das Geschäft der Speditionsfirmen.

Gründer Rolf-Dieter Lafrenz und sein Team haben einen Algorithmus entwickelt, der Leerfahrten vermeiden und Lkw optimal auslasten will. Spediteure haben auf der Plattform bereits insgesamt 100.000 Fahrzeuge angemeldet und teilen dort mit, welche Fracht sie wohin transportieren wollen. Die Speditionen sehen, wo gerade Wagen frei sind. Der Algorithmus berechnet blitzschnell und vollautomatisch die optimale Verteilung der Ladungen auf die Transportfirmen. Mit dieser Idee sei er nicht nur von Vertretern der Speditionsbranche für verrückt erklärt worden, sagte Lafrenz in Berlin, der ohne Branchenerfahrung einen sechsstelligen Eurobetrag in seine Gründung investierte.

 
Gründerpreis-Gala im ZDF-Hauptstadtstudio Unter den Linden. © Franziska Krug

Die Hamburger Sparkasse hatte Cargonexx für den Deutschen Gründerpreis vorgeschlagen. Das Start-up hatte 2018 auf Vorschlag der Haspa bereits am Hamburger Gründerpreis teilgenommen und den Wettbewerb in der Kategorie Existenzgründer gewonnen.

Die Haspa hat in der Kategorie Aufsteiger einen weiteren Nominierten vorgeschlagen: Das Medienunternehmen Ramp 106/ OMR aus Hamburg bietet mit 85 Mitarbeitern Veranstaltungen, Seminare, Journalismus und Unterhaltung.

 
DSGV-Präsident Helmut Schleweis bei seiner Laudatio auf den Lebenswerkpreisträger Alfred Theodor Ritter. © Franziska Krug

Das Portal omr.com mit Jobbörse und Fachbeiträgen über digitales Marketing werde von einer Million Nutzern regelmäßig besucht, teilt die Gründerpreis-Jury mit. Daneben lieferten Seminare und Podcasts Hintergrundinformationen und Unterhaltung. Geld verdiene OMR mit Tickets für Veranstaltungen, mit Seminaren und Events und mit Werbepartnerschaften. Gründer Philipp Westermeyer will das Unternehmen mit neuen Angeboten zu einer digitalen Medienmarke ausbauen.

Lebenswerkpreis an Schokoladenunternehmer Ritter

 
Quadratisch, praktisch, nachhaltig: Schokoladenunternehmer Alfred Theodor Ritter erhielt den Gründerpreis für sein Lebenswerk. © Franziska Krug

DSGV-Präsident Helmut Schleweis hielt die Laudatio auf den diesjährigen Lebenswerkpreisträger Alfred Theodor Ritter. Der Schokoladen-Unternehmer und studierte Psychologe habe den Familienbetrieb Ritter Sport zu einem internationalen Unternehmen geformt. Auch bei der Kakaoproduktion auf der unternehmenseigenen Plantage in Nicaragua habe Ritter schon vor Jahrzehnten auf nachhaltige Kriterien beim Anbau und bei der Behandlung der Mitarbeiter geachtet und damit Maßstäbe gesetzt.

„In Herz und Haltung sind sie immer ein Gründer gewesen“, sagte Schleweis dem Preisträger, der sich auch als Energie- und Umweltunternehmer engagiert. Ritter gehörte in den 1990er-Jahren zu den Mitgründern von „Hotzenblitz“, einem Pionier-Elektroauto. Außerdem gründete er das Unternehmen „Ritter Energie und Umwelttechnik“.