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| Deutscher Gründerpreis 2019

„Kleine Hilfe für den ganz großen Durchbruch“

Exoskelette für Schwerarbeiter: Den Deutschen Gründerpreis 2019 erhält ein von der Stadtsparkasse München nominiertes Start-up aus der hierzulande noch wenig bekannten Bionik-Branche.

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Das 2017 gegründete Unternehmen GBS German Bionic Systems aus Augsburg ist der Gewinner des Deutschen Gründerpreises in der StartUp-Kategorie. Das Unternehmen stellt mit 50 Mitarbeitern als erstes Unternehmen in Deutschland sogenannte Exoskelette her, die den Rücken beim Heben schwerer Lasten unterstützen und damit Berufskrankheiten und Arbeitsunfällen vorbeugen.

„Ein sehr interessantes, marktreifes Produkt mit hohem Innovationsgrad und vielfältigen Einsatzmöglichkeiten, das einen Zukunftsmarkt besetzt“, heißt es im Urteil der Gründerpreis-Juroren. Die beiden Gründer sind Cousins und erklärten bei der Preisverleihung, die Gründungsidee sei bei einer Familienfeier entstanden.

 
Freuen sich über den Deutschen Gründerpreis: Die beiden Startup-Unternehmer von German Bionic Systems (GBS): Armin G. Schmidt (2. von links) und Peter Heiligensetzer (2. v. rechts) © Deutscher Gründerpreis

Ein Exoskelett zum Preis von 40.000 Euro erleichtert vor allem schwere Arbeiten in der Industrieproduktion, etwa in der Logistik- und Automobilbranche. Denkbar sei auch ein Einsatz im Pflege- und Gesundheitswesen, sagte in seiner Laudatio Porsche-Vorstandschef Oliver Blume. Der Gründerpreis sei „eine kleine Hilfe für den ganz großen Durchbruch“.

„Wir sind dabei, eines der drängendsten Gesundheitsprobleme unserer Arbeitsgesellschaft zu lösen: Rückenschmerzen“, erklärte Armin G. Schmidt (42), CEO und Mitgründer des Unternehmens, auf dem Podium des Berliner Zollernhofs. Das Exoskelett sei ein „intelligenter Kraftanzug", der bei körperlich schweren oder unergonomischen Arbeiten ein Gewicht von etwa 20 Kilogramm kompensieren könne. Die eingebauten Miniroboter imitierten Bewegungsabläufe und könnten zudem individuelle Bewegungsmuster erkennen.

GBS-Technologiechef und Mitgründer Peter Heiligensetzer (42) sagte, hinter dem Produkt stehe die Idee, menschliche Intelligenz mit maschineller Kraft zu kombinieren und damit körperlich anspruchsvolle Berufe gesünder und damit attraktiver zu machen. Auch vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels auf dem Arbeitsmarkt sei das eine wichtiges Anliegen.

Die Datenbasis für die Roboter-Anzüge bildet eine Cloud-Plattform, in der anonymisierte Sensordaten aus Exoskeletten zu Analyse- und Forschungszwecken aggregiert werden. Damit lege German Bionic die datenwissenschaftliche Grundlage für KI-Anwendungen und die nächste Stufe der Bionik, heißt es auf den Internetseiten des Unternehmens.

 
Ein Exoskelett kompensiert beim Heben schwerer Lasten ein Gewicht von bis zu 20 Kilogramm. © GBS

Private-Banking- und Firmenkundenberater kooperieren.

Im Juni 2019 hat GBS bereits den Bayerischen Gründerpreis erhalten. Die Stadtsparkasse München hatte das Unternehmen auch als Nominierten für den Deutschen Gründerpreis vorgeschlagen. GBS ist aus einem Forschungsprojekt an der Universität Augsburg hervorgegangen und seit einem Jahr Unternehmenskunde der Stadtsparkasse München.

 
"Ich freue mich unglaublich für unseren Kunden GBS und über diese Auszeichnung": Marlies Mirbeth, Vertriebsvorstand der Stadtsparkasse München. © Sparkasse

Marlies Mirbeth, Vertriebsvorstand der Stadtsparkasse München, sagt zu dem Erfolg: "Ich freue mich unglaublich für unseren Kunden GBS und über diese Auszeichnung. Vor ein paar Jahren waren Bionik und Biomechanik nicht mehr als eine nette Spielerei – heute zeigt GBS eindrucksvoll, dass Mensch und Maschine mittlerweile als absolute Einheit arbeiten können."

Sebastian Sippel, Pressereferent des Geldinstituts, berichtet der SparkassenZeitung über ein erfolgreiches Empfehlungsgeschäft im eigenen Haus: „Gründer Armin G. Schmidt war bei uns schon länger Kunde im Bereich Private Banking. Im Gespräch mit seinem Berater hat er über sein Unternehmen berichtet, und so ist dann im Sommer 2018 der Kontakt zu den Kollegen der Firmenkundenabteilung entstanden.“

Die Unternehmenskundenberater der Sparkasse beurteilen die Exoskelette als hochattraktives und zukunftsträchtiges Produkt. Zurzeit gebe es in Europa nur sehr wenige Anbieter in der Bionik-Branche, die höchste Nachfrage stamme derzeit aus Asien, „und die wird wohl auch die nächsten Jahre noch zunehmen“, sagt Sippel. Das Unternehmen hat bereits einen Bürostandort in Tokio und plant eine Niederlassung in Südkorea.

Auch in Europa gebe es einen Markt für die Robotik-Lösungen und Exoskelette von GPS, so die Firmenkundenexperten. Der Einsatzbereich könne durch verschiedene Geräteklassen noch deutlich erweitert werden. Das Unternehmen gelte weltweit als Innovationsführer. In der qualitativen Abgrenzung zu Konkurrenzprodukten liege ein entscheidender Wettbewerbsvorteil von GPS: „Da in der Branche auch maschinelles Lernen und KI eine hohe Rolle spielen, führt der Zeitvorsprung zu weiteren Qualitätsvorteilen. Insgesamt sehen wie ein sehr hohes Potenzial bei dem Produkt“, sagt Pressereferent Sippel.