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| Sparkassenstiftung für internationale Kooperation

Ausprobieren ohne Risiko

Mit sieben verschiedenen Business Games vermittelt die Sparkassenstiftung für internationale Kooperation Finanzwissen in Schwellenländern. Und nicht nur dort.

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Seit mehr als 20 Jahren werden die Business Games der Sparkassenstiftung für internationale Kooperation in Entwicklungs- und Schwellenländern als interaktives Lernmittel genutzt. Das Portfolio aus derzeit sieben Business Games für verschiedene Zielgruppen eignet sich aber auch als Weiterbildungsmaßnahme für deutsche Finanzexperten – insbesondere für Sparkassen, ihre Mitarbeiter und auch ihre Kunden. Die Business Game Trainer Ferdinand Feldgen, ehemaliger Projektleiter bei der Sparkassenstiftung, und Shakib Ahmed, Mitarbeiter der Prüfungsstelle beim Sparkassenverband Rheinland-Pfalz (SVRP), berichten über ihre Erfahrungen.

Herr Feldgen, die Business Games werden in der Projektarbeit der Sparkassenstiftung immer häufiger eingesetzt. Was sind die wichtigsten Ziele, und wie viele Menschen wurden weltweit bisher mit den Trainings erreicht?

 
Arbeitet für die finanzielle Inklusion aller Bevölkerungsschichten weltweit: Ferdinand Feldgen . © Sparlassenstiftung

Ferdinand Feldgen: Unser Ziel als Sparkassenstiftung ist die finanzielle Inklusion aller Bevölkerungsschichten rund um den Globus. Die Business Games spielen bei unserer Arbeit eine tragende Rolle, denn sie sind bedeutende Instrumente bei der Vermittlung von finanzieller Bildung – eine Grundvoraussetzung für alle, die am wirtschaftlichen Leben teilhaben wollen. Mit den brettbasierten Business Games, etwa dem Micro Business Game, dem Savings Game oder dem Farmers Business Game erreichen wir Kleinunternehmer, Privatpersonen und Unternehmer aus dem Agrarsektor. Computerbasierte Planspiele wie das Bank Management Game, das Market Development Game oder das Strategic Risk Management Game richten sich vor allem an Bankmanager, -mitarbeiter und Nachwuchsführungsführungskräfte aus dem Finanzsektor. Die Stiftung setzt die Business Games seit 1998 in ihrer Projektarbeit ein und hat bis heute weltweit knapp 90.000 Menschen mit den Trainings geschult.

Herr Ahmed, Sie sind Business Game Trainer und neben ihrer Arbeit beim SVRP immer wieder für die Sparkassenstiftung im Einsatz. Was bringt der Einsatz von Business Games Ihrer Meinung nach?

 
Business Game Trainer Shakib Ahmed (links), hier als Stipendiat von Sparkassen- und Eberle-Butschkau-Stiftung, mit dem Langzeitexperten Bernd Bähr in Bhutan. © Sparkassenstiftung

Shakib Ahmed: Mit Business Games erleichtert die Stiftung einer breiten Zielgruppe, vom Schüler, Studenten oder Auszubildenden über den Existenzgründer bis hin zur Fach- und Führungskraft, den Zugang zu komplexen und abstrakten Finanzthemen. Die Teamarbeit innerhalb der Trainings fördert die sozialen und kommunikativen Kompetenzen der Teilnehmer und deren Fähigkeit zum Perspektivenwechsel. Das risikofreie Ausprobieren ist ein weiterer Pluspunkt: Theoretisch gelerntes Wissen kann aktiv eingesetzt werden, ohne dass man sich Gedanken über die Folgen machen muss. Alles in allem überzeugt das didaktische Konzept der Business Games. Die Trainings machen Spaß, während sie gleichzeitig Wissen vermitteln.

Herr Feldgen, die Business Games sind ein wichtiges Instrument für die Arbeit in den Projektländern der Stiftung. Inzwischen geben Sie aber auch regelmäßig Bank Management Game Trainings für Studenten an der Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe in Bonn. Warum sind diese Seminare auch für zukünftige Fach- und Führungskräfte aus der Sparkassen-Finanzgruppe relevant?
Feldgen: Fachliche Kompetenz ist für alle Fach- und Führungskräfte in Deutschland und der Welt die Basis für beruflichen Erfolg. Gerade die computerbasierten Business Games sind ideale Instrumente in der Bildungsarbeit für diese Zielgruppen: Sie helfen, fachliche Zusammenhänge zu erkennen, Chancen zu nutzen und Fehler zu vermeiden – das gilt vom Auszubildenden bis hin zum künftigen Manager.

Also sind die Business Games auch als Weiterbildungsmaßnahme für Institutionen der Sparkassen-Finanzgruppe geeignet?

 
Aufgabenlösen am Rechner ... © Sparkassenstiftung

Feldgen: Ohne Frage. Für die Teilnehmer aus der Sparkassenfamilie ist vor allem das „Bank Management Game“ interessant: Hier kann ausprobiert werden, wie die effiziente betriebswirtschaftliche Steuerung einer Sparkasse funktioniert. Auch das Market Development Game bringt dieser Zielgruppe viel, denn sie lernt damit, wie man das Filialgeschäft erfolgreich, kunden- und ertragsorientiert steuert. Zu guter Letzt eignet sich auch unser „Risk Management Game“ für den Einsatz in Sparkassen und Akademien: Sein Fokus liegt auf der Risikosteuerung in Übereinstimmung mit den aufsichtsrechtlichen Regelungen.

Welchen Nutzen könnten Institutionen und Institute der Sparkassen-Finanzgruppe und aus den Business Games als Trainingsmaßnahme für Mitarbeiter ziehen?

 
... und als Brettspiel. © Sparkassenstiftung

Ahmed: Mit den Business Games investieren Sparkassen und Institutionen aus der Finanzgruppe in die Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter und Führungskräfte. Das strategische Entscheidungsverhalten wird verbessert und es entsteht ein stärkeres Verständnis dafür, wie verschiedene bankpolitische Entscheidungen voneinander abhängen. Business Game Trainings sind ein überschaubares Investment mit großem Output. Die Teilnehmer bauen wichtige Kompetenzen auf und aus, ohne dass sie langatmigen, theoretischen Vorträgen lauschen müssen.

In der S-Hochschule kommt vor allem das Bank Management Game zum Einsatz. Wie sieht ein solches Training aus und was nehmen die Teilnehmer mit?
Feldgen: Die Teilnehmer werden in etwa gleich große Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe übernimmt die Aufgabe des Top-Managements einer Bank oder Sparkasse für mehrere Planspielperioden (Geschäftsjahre). Alle Gruppen stehen im Wettbewerb zueinander – ähnlich wie in der Realität. Jede Gruppe muss nun eine Erfolgsstrategie für ihr Institut entwickeln und umsetzen. Für die Umsetzung gilt es, wichtige Entscheidungen zu treffen: Welche Zinssätze für Kreditprodukte legen wir fest? Welche Summen investieren wir in die IT und in das Marketing, welche Maßnahmen setzen wir ein zur Förderung der Mitarbeiterzufriedenheit oder zur Verbesserung der Servicequalität, und so weiter. Von Spielrunde zu Spielrunde wird das Training komplexer, indem immer neue Herausforderungen gemeistert werden müssen. Nach jeder Spielrunde ermittelt das im Training genutzte Computermodell, wie sich die Entscheidungen der Teilnehmergruppen auf den Erfolg ihres Instituts ausgewirkt haben. Die Ergebnisse werden gemeinsam mit den Teilnehmern analysiert und es wird ein Erfolgswert für die einzelnen Institute errechnet.

Herr Ahmed, Sie haben 2016 ihren Masterabschluss an der S-Hochschule gemacht und als Student dort ebenfalls an den Business Game Trainings der Sparkassenstiftung teilgenommen. Was konnten Sie in Ihren Arbeitsalltag mitnehmen?
Ahmed: Besonders überzeugt hat mich, dass das Bank Management Game-Training im Rahmen des Masterstudiums als Prüfungsleistung benotet wird. Diese Entscheidung der S-Hochschule halte ich rückblickend für sehr gut. Denn es wird eine ähnliche Stresssituation bei den Teilnehmern erzeugt wie jene, der Fach- und Führungskräfte einer Bank im echten Leben täglich ausgesetzt sind. Dank der Business Games kann ich heute aus einer Vielzahl von Informationen das Wesentliche herausfiltern und unter Zeitdruck innerhalb eines Teams Entscheidungen treffen. Durch die Trainings habe ich die Abhängigkeiten zwischen Rentabilität, Wachstum, Sicherheit und Liquidität zu erkennen gelernt, was mir in meinem Arbeitsalltag sehr weiter hilft.

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Weitere Informationen zu den Business Games der Sparkassenstiftung gibt es hier.