Zurück
Auszeichnungen / In eigener Sache
Ein besonderes Jahr
Zwei der begehrten Fox Awards gehen an SparkassenZeitung und Treffpunkt. Der Wettbewerb fand unter außergewöhnlichen Bedingungen statt. Warum die Jury dennoch positiv überrascht war, erklären Pia Dahlem, Initiatorin der Auszeichnung, und Jurymitglied Professor Harald Eichsteller.

Die SparkassenZeitung und das Privatkundenmagazin Treffpunkt aus der DSV-Gruppe haben dabei bereits zum zweiten Mal in Folge den Fox Award erhalten.

Die vom DSGV herausgegebene und von der DSV-Gruppe produzierte und kaufmännisch verantwortete SparkassenZeitung und das Privatkundenmagazin des DSV konnten sich im Bereich effiziente Kommunikation gegen die Konkurrenz durchsetzen und wurden für „die hervorragende Leistung des Kommunikationskonzeptes“ ausgezeichnet.

Als „erstklassig aufbereitetes Kundenbindungsmedium, das inhaltlich wie optisch die Zielgruppe punktgenau anzusprechen vermag“, lasse der Themen-Mix und die Dramaturgie der SparkassenZeitung kaum Wünsche offen, so die Jury (Bild oben).

Auch der klassische, unterhaltsame und kurzweilige Treffpunkt mit „hoher funktionaler und emotionaler Gestaltungsqualität“ darf ein weiteres Jahr den Fox Award in Silber führen.  

 

 

Schwierige Bedingungen für den Wettbewerb

Dabei fand der Wettbewerb im inzwischen zehnten Jahr seines Bestehens unter besonderen Bedingungen statt. Viele Agenturen und Unternehmen müssen derzeit mit kleinen Marketingbudgets, unsicheren Zukunftsaussichten und Kurzarbeit klarkommen. 

Das wirkt sich auch auf den Wettbewerb aus, in dem Experten für Print, Online und Design jedes Jahr effiziente Lösungen aus Marketing und Kommunikation lokaler, nationaler und global agierender Unternehmen, Organisationen und Stiftungen prämieren. 

Die Coronapandemie hat zudem ein Umdenken erforderlich gemacht, und daher hat Pia Dahlem, Geschäftsführerin dapamedien Verlag und Initiatorin des Wettbewerbs, jetzt erstmals auf ein begleitendes Buch zum Wettbewerb verzichtet: Die Publikation, die üblicherweise ein Kaleidoskop der effizientesten contentgeprägten Marketing-Kommunikations-Lösungen und die Sieger in Buchform präsentiert, wurde ins Netz verlagert.

Die Anzahl der Einreichungen ist indes nur relativ leicht zurückgegangen, auf 332 gegenüber 382 im Vorjahr, wie Dahlem berichtet. Und die Präsentation im Internet komme so gut an, dass sie womöglich künftig beibehalten werde.

Die Initiatoren zeigt sich jedenfalls sicher, dass die Fox Awards binnen zehn Jahren zur festen Institution geworden sind - und „die Beteiligten – Agenturen wie Unternehmen – von den professionellen Jurybewertungen profitieren“.

Interview mit Pia Dahlem: „Corona konnte uns fast nichts anhaben“

Frau Dahlem, wie hat das Coronajahr den Wettbewerb beeinflusst? 

Pia Dahlem: Die Fox Awards sind glücklicherweise so gestaltet, dass die Juroren nicht in Gruppen, sondern alleine bewerten. Auch unserem dreistufigen Auswertungsverfahren konnte Corona fast nichts anhaben: Zunächst trifft die Redaktion unseres Branchenmediums LOUT eine Vorauswertung, dann bewertet die Fachjury und bei großen Abweichungen entscheidet letztlich ein drittes Jury-Team aus einem Mix von Fachautoren und Fachjury.

Das ist zwar ein aufwendiger Prozess im Hinblick auf Organisation und Zeit. Er verhindert aber auch jede Form von Gruppendruck, wie ich ihn selbst als Jurorin von Awards immer wieder wahrgenommen habe.

 

Verlegerin Pia Dahlem, Initiatorin der Fox Awards und Chefredakteurin von LOUT und LOUT.plus.


Welche Trends zeichnen sich in der Kommunikationsbranche ab? 

Dahlem: Die Trends, wie sie sich in den Fox Awards spiegeln, weisen eindeutig in Richtung einer systemischen Kommunikation. Die Lösungen sind quer durch alle Branchen zunehmend integriert, das heißt, sie beziehen mehrere Kanäle ein: von Print bis Video, von der eigenen Webseite bis zu den Social Media.

Zugleich lässt sich mehr Bewusstsein für den Charakter der Plattformen erkennen. Während sich noch vor zwei, drei Jahren nahezu jeder auf Facebook tummelte, rücken jetzt verstärkt – vor allem auf Geschäftskunden-Ebene – Plattformen wie LinkedIn in den Fokus. Soll die Kommunikation gezielt jüngere Zielgruppen erreichen, sind zunehmend TikTok und Snapchat angesagt. 

Und wie sieht es mit Print aus? Wie gestaltet sich hier das Bewusstsein?  

Dahlem: Tatsächlich lässt sich auch ein Print-Revival erkennen: Zielgruppen im Premiumsegment von Konsumbranchen wie Auto oder Schmuck, von Finanzdienstleistern, aber auch von reinen Online-Anbietern, sind mit neuen Magazinen auf dem Markt oder entwickeln bestehende konsequent weiter. 
 

„Der Jurierungsprozess war komplett erfolgreich digital aufgesetzt.“

Professor Harald Eichsteller

 

Herr Professor Eichsteller, was ist für Sie als Juror an solchen Wettbewerben besonders wichtig?  

Eichsteller: Zielgruppenorientierung ist auf allen Ebenen wichtig – auch die Jury ist eine Zielgruppe! Manchmal hat man das Gefühl, dass sich nicht alle Einreicher vorab die Bewertungskriterien anschauen und die Unterlagen maßgeschneidert aufbereiten.

Die Einreichungen für die Fox Awards, die ich zu begutachten hatte, waren super – und ich schätze, die vom Sparkassenverlag oder vom DSGV auch, sonst hätten sie ja nicht so gut abgeschnitten. Also generell der Tipp: Immer die kundenorientierte Brille aufsetzen und sich fragen, was muss die Jury von uns sehen und lesen, vor allem, wenn sie noch nie etwas von uns gehört hat.

Diese Grafik zeigt die Bewertungskriterien für den Sonderpreis Fox Visuals in ihrer Gewichtung. Der Sonderpreis ehrt explizit die Effizienz von Layout und Grafik.


Auf welche Kriterien in Ihrem Bereich haben Sie bei den Fox Awards großen Wert gelegt? 

Harald Eichsteller: Ganz wichtig ist, dass die Kommunikationsmedien je nach Endgerät in allen Formaten responsiv gut aussehen. Einen großen Wert lege ich auch darauf, dass die Lösungen den Leserinnen und Lesern sowie den Zuhörerinnen und Zuhörern situativ einen echten Mehrwert bieten, wenn sie den Content beispielsweise morgens vor der Arbeit in der S-Bahn lesen oder hören.

Und ebenfalls wichtig sind die KPIs, also die Performance der Medien. Wenn die Einreicher belegen können, dass ihre Messzahlen, das heißt Öffnungszahlen, Download-Zahlen, Verweildauer oder etwa Klickzahlen, außergewöhnlich gut sind, etwa, dass die Seite bis zum Schluss gelesen und nicht nach zehn Sekunden wieder verlassen wird, erhalten sie definitiv eher Gold. 

 

Harald Eichsteller, Professor für Internationales Medienmanagement und Studiendekan der Medienmasterstudiengänge an der Hochschule der Medien in Stuttgart und Juror bei den Fox Awards 2020.


Welche Trends zeichnen sich in der Medienbranche Ihrer Meinung nach ab? 

Eichsteller: Wir haben aktuell eine neue Studie herausgebracht, in der wir die Trends im digitalen Dialogmarketing thematisieren. Generell gibt es hier zwei Trends, auf die sich die Unternehmen und Agenturen einstellen müssen.  Zum einen müssen sich die Unternehmen auf die Post-Cookie-Ära einstellen. Das bedeutet, dass die Cookies mehr oder weniger wegfallen – wir nennen es tatsächlich ein „Cookiegeddon“, oder das Cookie-Sterben.

Die Cookies sind einfach nicht mehr gespeichert und die Vorteile von Cookies können nicht mehr genutzt werden. Deswegen müssen jedes Unternehmen und jede Plattform es schaffen, User zum Einloggen auf die Plattform zu bewegen. Denn wenn die Nutzer anonym, also nicht eingeloggt im Internet unterwegs sind, können sie auch nicht mehr mit maßgeschneiderter Werbung bedient werden.

Der zweite Trend ist Marketing-Automation und KI im digitalen Marketing. Zunehmend stehen Nutzerdaten im Fokus, die nach Einwilligung des Users entsprechend gepflegt und aufbereitet werden müssen, um dann ansprechende Mehrwerte zu kreieren.

Izabella Falon, DSV
– 1. Dezember 2020