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| Digitalisierung

Daten-Guru im Gespräch

Andreas Weigend, ehemaliger Chief Scientist von Amazon und weltweit gefragter Digitalisierungsberater, stand im SKP-Lab Frage und Antwort.

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Gestern aus Tallin eingeflogen und morgen auf Weiterreise nach Asien: Andreas Weigend (im Bild links) ist ein gefragter Mann. Das SKP-Lab, Innovationslabor des Sparkassen-Kreditpartner (SKP) am Berliner Gendarmenmarkt, konnte den Datenexperten für einen lockeren Abend mit Interview und Fragerunde gewinnen.

Weigend, Jahrgang 1961 und promovierter Physiker, ist früh in die neue Welt der vernetzten Daten eingetaucht, als Programmierer und Berater. In den vergangenen 20 Jahren hat er unter anderem für Amazon und Alibaba, SAP, die Lufthansa und Goldman Sachs gearbeitet. Weigend sitzt im Digitalrat der Bundesregierung und wird von der Bundeskanzlerin auch schon mal persönlich um eine Einschätzung gebeten. Er lehrt in Stanford und Berkeley und lebt in Kalifornien und China.

Datenschatz und Datenschutz

Aus seinem bewegten Leben lässt sich viel erzählen, ein wenig Werbung für sein Buch „Data for the People“ macht Weigend auch. Im Interview mit Lars Heitmüller, Leiter Marketing und Kommunikation beim S-Kreditpartner, geht es um die Anfänge des Internets, die explosive Markteroberung des Mobiltelefons, um Datenschatz, Datenschutz - und warum Datenlehre in die Schulen gehört.

 
Blick ins SKP-Lab in Berlin-Mitte: Andreas Weigend spricht mit Lars Heitmüller. © Unternehmen

Weigend erinnert sich zum Beispiel an ein Gespräch an der Universität von Shanghai am 24. Dezember 2004 mit Jack Ma, dem langjährigen Chef der Alibaba Group. Damals fiel nicht einmal das Wort „mobile“. Niemand konnte sich vorstellen, dass Leute nur wenige Jahre später ihre Pizza per Smartphone bestellen, einen Mietwagen per Smartphone aufschließen oder ihre Einkäufe per Smartphone bezahlen würden.

Kulturelle Unterschiede

Unlängst wurde Weigend in den USA gefragt: Wenn alles bestmöglich läuft, was kann dann passieren? In Deutschland angekommen, wurde er gefragt: Wenn alles schiefgehen sollte, was kann dann passieren? Großes Gelächter im Publikum, die kulturellen Unterschiede zwischen den Kontinenten sind vielen bekannt. In den USA fließt viel Geld, vor allem in der Kryptoszene, für eine gut erzählte Geschichte. In Deutschland zählen beim Kreditgeber Fakten und konsistente Lebensläufe. Was in den USA hilft zu lernen, sind in Deutschland einfach Fehler (das ungekürzte Gespräch als Video gibt es hier).

Im SKP-Lab (offizielle Schreibweise: SKPlab) entwickelt die SKP, Tochtergesellschaft von Deutscher Leasing und Berliner Sparkasse, Innovationen und erprobt Lösungen. Wie SKP-Geschäftsführer Jan Welsch in seiner Begrüßung sagte, soll das SKP-Lab eine Plattform für einen offen Dialog zu gesellschaftsrelevanten Zukunftsthemen bieten und mit interessanten Gästen über den Tellerrand schauen. Neben Workshops finden regelmäßig Veranstaltungen mit Unternehmen und Entscheidern statt, die auch der Vernetzung dienen sollen.