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NordLB
Gewinnperspektive, aber keine Fusionspläne
NordLB-Chef Thomas Bürkle rechnet auch für das Gesamtjahr 2021 mit schwarzen Zahlen. Die Landesbank soll mit ihrem Geschäftsmodell künftig allein am Markt bestehen.

Die NordLB kommt bei ihrem Umbau nach der Milliarden-Kapitalspritze der Eigentümer voran und rechnet für 2021 mit Gewinn. „Für die ersten neun Monate werden wir im Konzern deutlich positive Zahlen präsentieren“, sagte der scheidende Landesbank-Chef Thomas Bürkle der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ in einem am Freitag veröffentlichten Interview. „Und wenn die Entwicklung so weitergeht, schreiben wir auch für das Gesamtjahr schwarze Zahlen.“

Die Bank habe die Trendwende geschafft. Nach dem ersten halben Jahr lag der Vorsteuerverlust noch bei 59 Millionen Euro. 2020 hatte es vor Steuern ein Minus von 13 (2019: minus 67) Millionen Euro gegeben. Zahlen für das dritte Quartal veröffentlicht die Bank am 25. November.

Die Norddeutsche Landesbank (NordLB) musste Ende 2019 wegen fauler Schiffskredite von ihren Eignern mit insgesamt 3,6 Milliarden Euro gerettet werden. Die Landesbank soll nun kleiner und regionaler werden und sagt dem Schiffsgeschäft Ade. Das Institut baut hier sein Portfolio weiter ab und hat derzeit nur noch Schiffskredite von 1,5 Milliarden Euro in den Büchern.

Bürkle: „Wir sind kein Übernahmekandidat.“

Notleidend sei dabei nur noch ein niedriger dreistelliger Millionenbetrag, sagte Bürkle. „Wir gehen davon aus, dass wir mit den ,schwierigen Schiffen‘ bis Ende dieses Jahres gegen Null gehen.“ Wann die Gesellschafter von Ausschüttungen profitieren könnten, ließ Bürkle offen. Man plane weiter bis 2024 eine Eigenkapitalrendite von 7,5 Prozent.

Der seit 2017 amtierende 68-jährige Bürkle scheidet Ende 2021 aus. Als Nachfolger soll der ehemalige HypoVereinsbank-Vorstand Jörg Frischholz den Umbau der NordLB zu Ende bringen. Vor dem Hintergrund möglicher Fusionen oder Zusammenschlüssen im Landesbank-Lager sagte Bürkle, die NordLB könne mit ihrem Geschäftsmodell allein am Markt bestehen. „Wir sind kein Übernahmekandidat.“ Die Bank werde aber stark schrumpfen und bis Ende 2024 nur noch 2800 bis 3000 Beschäftigte haben, nach einst 6300. Der Jobabbau gehe jedoch ohne Kündigungen über die Bühne. (rtr)

(Bild oben: dpa)
– 25. Oktober 2021