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Social Media
Reichweite reicht nicht
Hilft eine große Anzahl von Followern, um per Instagram Produkte zu vertreiben? Nein, sagt Marketing-Experte Andreas Baulig. Worauf es wirklich ankommt.

Mehr als eine Milliarde Menschen nutzen die Social Media Plattform Instagram, und es werden täglich mehr. Da ist es nicht verwunderlich, dass es auch eine Zunahme an Anbietern und sogenannten Influencern gibt, die mit dem Bewerben von Produkten über ihre Profile Geld verdienen. Lange galt die Anzahl an Abonnenten als Erfolgsgarantie. 

1. Digitales Window shopping

Die meisten Instagram-Nutzer, die einen Beitrag sehen oder lesen, haben indes kein ernsthaftes Kaufinteresse an den beworbenen Produkten oder Dienstleistungen. Gescrollt und geklickt wird eher aus Langeweile und als Zeitvertreib.

Social-Media dient der Unterhaltung, Stories und Beiträge werden immer mal wieder zwischendurch verfolgt - oder man nutzt die Plattform um gezielt nach Informationen zu suchen. Doch damit verdient ein Influencer oder Unternehmen kein Geld. 

2. Eine Nische finden 

Entscheidend ist es, eine Nische zu finden, in der man Menschen mit Kaufabsicht anzieht. Viele Anbieter beziehungsweise Influencer sind zu breit aufgestellt. An einem Tag wird für eine Zahnaufhellungscreme geworben, am nächsten für einen Eiweißshake. Da Produkte wahllos präsentiert werden, fällt es den Followern schwer, sich mit den Produkten und dem Influencer zu identifizieren.

Personen, die für alles stehen und werben, stehen gleichzeitig für nichts. Es ist effektiver, eine kleine Community zu haben, die einem Vertrauen schenkt und sich für die beworbene Produkte interessiert, als eine sehr große Gruppe, die nur zur Unterhaltung auf dem jeweiligen Account unterwegs ist.

 

Die meisten Influencer sind zu breit aufgestellt. Entscheidend ist es, eine Nische zu finden, in der man Menschen mit klarer Kaufabsicht anzieht.

3. Probleme lösen

In der Wirtschaft gibt es eine einfache Regel. Unternehmen, die es schaffen, Probleme zu lösen, verdienen Geld. Es gibt darüber hinaus die Möglichkeit, Bedürfnisse zu erzeugen. Diese Strategie verfolgt zum Beispiel Apple. Vielen Anbietern und Influencern gelingt dies nicht, da sie die Probleme und Bedürfnisse ihrer Zielgruppe nicht sehen oder thematisieren.

4. Kreativ sein

Viele Influencer machen Fotos und posten Beiträge, ohne eine Strategie zu haben. Das typische "Hey Leute, ich habe hier ein tolles Produkt, welches ihr mit dem Gutschein-Code XY für 10 Prozent Rabatt bestellen könnt" zieht aber kaum mehr. Wer in einem übersättigten Markt verkaufen will, braucht ausgefallene Ideen und eine ausgefallene Umsetzung.

5. Qualität vor Quantität

Zusammengefasst: Um auf Social Media erfolgreich zu sein braucht man also keine 250k Follower. Es reicht aus, eine kleine Community zu haben, die einem vertraut. Es geht darum eine Nische zu finden, in der man der Experte ist, seinen Followern einen Mehrwert bietet, in dem man entgeltlich Lösungen für ihre Probleme anbietet und authentisch ist. Immer mit dem Gedanken „Qualität vor Quantität“.

 

Der Autor

Andreas Baulig (31) ist Business-Stratege und Marketingexperte, der genau weiß, wie man sich online positioniert und erfolgreich Kunden gewinnt. In den letzten Jahren wurde er zu einem der gefragtesten Unternehmensberater Deutschlands: Mit seinem Team bei der Baulig Consulting GmbH unterstützt er bereits über 3.000 Kunden dabei, seine Stragien umzusetzen. Sein Buch „Wissen macht Umsatz“ wurde innerhalb kürzester Zeit 20.000-mal bestellt. 
2. Dezember 2020