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| Nachhaltigkeit

Sparkassen können Akzente setzen

Nachhaltigkeit steht bei vielen gesellschaftlichen und politischen Akteuren oben auf der Agenda. Kreditinstitute benötigen dringend eine strategische Positionierung.

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Die Wahlen zum Europäischen Parlament, das Video des Youtubers Rezo und die nachfolgenden Diskussionen haben es klar gezeigt: Die Themen Nachhaltigkeit und Klimawandel sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Im Herbst 2015 verabschiedeten die Staats- und Regierungschef die Agenda 2030 der Vereinten Nationen mit einem Katalog von festen Zeitzielen für eine nachhaltige Entwicklung. Ende 2017 haben Zentralbanken und Aufsichtsinstituten das „Network for Greening the Financial System“ ins Leben gerufen, dem sich inzwischen rund 40 Institutionen angeschlossen haben. Der Finanzstabilitätsrat lancierte 2015 die industriegeführte Initiative „Task Force on Climate-related Financial Disclosures“, deren Empfehlungen bereits von rund 600 Organisationen unterstützt werden.

Schließlich hat die Europäische Kommission hat im März 2018 ihren Aktionsplan zu Sustainable Finance vorgelegt, mit dem unter anderem Kapital in nachhaltige Investitionen gelenkt wird. Aufsicht und Regulatorik haben das Thema auf ihre Agenda gesetzt. Die Grünen und die Zivilgesellschaft, unter anderem mit der Fridays-for-Future-Bewegung, treiben das Thema zusätzlich voran.

 
Sparkassen verstehen unter Nachhaltigkeit oft etwas anderes als die Gesellschaft, sagt Professor Tobias Peylo. Der ehemalige Mitarbeiter des Sparkassenverbands Baden-Württemberg lehrt heute an der Hochschule Kempten Finanzierung und Investition, Unternehmensführung und -entwicklung. Sein mit Daniel Oster von der Kreissparkasse Köln verfasstes Fachbuch "Nachhaltigkeitsmanagement in Sparkassen" ist im Deutschen Sparkassenverlag erschienen. © privat

Der eigentliche Grund, sich dem Thema zu stellen, liegt aber in der Einsicht, dass die Menschheit dabei ist, sich der eigenen Lebensgrundlagen zu berauben. Wie massiv dies Gesellschaft und Wirtschaft in den kommenden Jahrzehnten verändern wird, ist kaum zu ermessen. Die notwendigen Maßnahmen zur Verlangsamung des Klimawandels betreffen sämtliche politischen Handlungsfelder und werden umfassende Umwälzungen des regionalen und globalen Wirtschaftens mit sich bringen.

Der gesellschaftliche, politische und aufsichtliche Druck ist enorm. Das Bundesfinanzministerium hat im März eine Strategie für Nachhaltige Finanzen initiiert und Anfang Juni einen Beirat für „Sustainable Finance“ eingesetzt. Klares Ziel ist die Entwicklung einer Strategie, mit der Deutschland zu einem führenden Sustainable-Finance-Standort ausgebaut werden soll. Auf EU-Ebene wird derzeit eine Taxonomie entwickelt, und die Bafin veröffentlicht zum Jahresende ihre Erwartungen zur Umsetzung von Nachhaltigkeit. Das Thema wird Sparkassen nicht nur punktuell betreffen, es wird sich auf den gesamten Geschäftsbetrieb, das gesamte Handeln und das Geschäftsmodell auswirken.

Sparkassen bringen mit ihrer regionalen Verankerung und ihrem gesellschaftlichen Auftrag eine ethische Basis und ein Vorverständnis von Nachhaltigkeit mit. Dieses am Gemeinwohl ausgerichte Leitbild kommt im Geschäftsmodell der Sparkassen zum Tragen. Für Außenstehende ist aber oft nicht leicht zu erkennen, wie eine Sparkasse Nachhaltigkeit strategisch und geschäftspolitisch umsetzt. Dies liege auch am Nachhaltigkeitsbegriff selbst, sagt Tobias Peylo, Professor an der Hochschule Kempten: „Sparkassen sind es gewohnt, den Begriff sehr eigen zu verwenden und zu belegen. In der Gesellschaft versteht man darunter etwas anderes. Allein mit der Aussage, man sei per Definition nachhaltig, tun sich die Sparkassen keinen Gefallen.“ Oft gehe es Sparkassen um wirtschaftliche Nachhaltigkeit, bereichert um einige soziale Nachhaltigkeitsaspekte und das gesellschaftliche Engagement, so Peylo.

Der Hochschulprofessor war vor seinem Wechsel an die Fachhochschule Kempten neun Jahre im Sparkassenverband Baden-Württemberg zu dem Thema tätig, und hat nun mit Daniel Oster, Koordinator Digitale Transformation der Kreissparkasse Köln, das Buch "Nachhaltigkeitsmanagement in Sparkassen" veröffentlicht. Darin zeigen die Autoren Wege und Maßnahmen, wie Sparkassen diese komplexe Thema in den Griff bekommen und pragmatisch umsetzen können.

Nachhaltigkeits-Check bietet pragmatischen Einstieg

Laut Peylo hat sich etwa die Hälfte der Sparkassen bereits mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandergesetzt, viele davon aber nicht besonders intensiv. Ein erster Aufschlag für eine systematische Auseinandersetzung ist für viele Häuser der sogenannte Nachhaltigkeits-Check, der auch im Zentrum des Handbuchs steht. Er wurde als pragmatischer Einstieg in das Thema entwickelt und inzwischen bundesweit von mehr als 100 Sparkassen umgesetzt. Die meisten Häuser verwenden aber noch keinen Nachhaltigkeits-Check, sei es wegen des komplexen Begriffs oder weil andere Prioritäten gesetzt werden.

Die Priorisierung werde jedoch vehement von außen kommen, sagt Peylo. Nachhaltigkeits- und Klimarisiken stehen im Fokus der Bafin, mit aufsichtlichen Erwartungen an das Risikomanagement sei zu rechnen. Es werde jedoch nicht bei der risikoorientierten Interpretation des Nachhaltigkeitsbegriffs bleiben. Nachhaltiges Wirtschaften habe sehr viel mit Unternehmensverantwortung und -ethik zu tun. Es gehe darum, Schadwirkungen des Handelns von Unternehmen auf Umwelt und Gesellschaft zu messen und zu begrenzen. Auf der positiven Seite stehe die Förderung von innovativen, nachhaltigen Unternehmen, nicht nur aus dem Bereich erneuerbare Energien. Die beabsichtigte Lenkwirkung des EU Aktionsplans zu Nachhaltigkeit werde künftig entscheidend Investitionen und Kreditvergabe prägen.

Doch nicht nur dort. Die EU Kommission hat Anfang 2019 einen Entwurf zu Regelungen veröffentlicht, wie Kreditinstitute Nachhaltigkeitsthemen in der Kundenberatung berücksichtigen können. Diese basieren ebenfalls auf dem Aktionsplan zu Sustainable Finance, in dem unter anderem eine bessere Beratung zu Nachhaltigkeit bei Geldanlagen vorgesehen ist. Die Vorgaben werden Anpassungen in Mifid II nach sich ziehen sobald eine Taxonomie definiert ist. Bereits Mitte 2018 hatte die Kommission Änderungsvorschläge der Mifid vorgelegt, die künftig regeln sollen, wie Nachhaltigkeitsfaktoren in die Anlageberatung und das Portfoliomanagement einbezogen werden sollen.

In Zukunft muss also in der Anlageberatung über sogenante ESG-Faktoren − Environment Social Governance, also Umwelt, Soziales und Unternehmensführung − aufgeklärt und entsprechende Präferenzen beim Kunden abgefragt werden. Peylo erläutert: „Nachhaltigkeit muss zukünftig in Produkten und in der Beratung verpflichtend mit aufgenommen werden. Und wenn man das tut, muss man natürlich auch entsprechende Produkte aus unterschiedlichen Sparten anbieten können.". Mit der Deka und der LBBW-Asset Management habe man zwei gute Produktanbieter in der Sparkassen-Finanzgruppe, man könne aber allein schon vom Risikoprofil her nicht jedem Kunden einen Nachhaltigkeitsfonds empfehlen.

Produkte, Risiko, Geschäftsbetrieb: Nachhaltigkeit kommt überall vor

Nach Peylos Meinung brauchen Sparkassen daher auch nachhaltige Sparprodukte und weitere originäre Produkte, die unterschiedlichste Risikobereitschaften und Anlagemotive von Kunden abbilden. Peylo weist zudem darauf hin, dass Nachhaltigkeitsaspekte auch im Geschäftsbetrieb vorkommen, etwa beim eigenen Fuhrpark und der Informationstechnik, beim Umgang mit eigenen Immobilien, beim Energie- und Wärmemanagement.

Die Transformation sei umfassend und betreffe sämtliche Geschäftsbereiche von Sparkassen, etwa auch das Risikomanagement im Kreditgeschäft und den Eigenhandel im Depot A. Außerdem spiele die Strategie eine wesentliche Rolle. Hier verfolge die Bafin ein klar strukturiertes Konzept und trage es in den Bankensektor hinein. Peylo weist auf die Chancen hin: „Die Bafin hat mit ihrem risikobasierten Ansatz den Risikofokus, sprich den auf negative Konsequenzen. Die EU hat hingegen einen Positiv-Fokus und Lenkungswillen." Dementsprechend müsse Nachhaltigkeit in der Kreditvergabe entschieden und differenziet eine Rolle spielen. Die Taxonomie werde letztendlich mit klären, was nachhaltige Finanzierungen sind. Und Sparkassen könnten dies an Kredite koppeln. Das sei etwa bei Krediten an Unternehmen im Sektor erneuerbare Energien sehr einfach, hier verfügten viele Häuser bereits über Erfahrungen.

Es gebe aber sicherlich Fälle, bei denen ein nachhaltiges Engagement nicht eindeutig sei. Das seien dann geschäftspolitische Entscheidungen. Peylo: „Wir haben einen transitorischen Kontext. Dieser Kontext heißt im Wesentlichen, dass sich Märkte und Gesellschaft verändern. Dies bedeutet unter anderem, dass bekannte und große Player, die heute die Märkte dominieren, verlieren werden und Einbußen hinnehmen müssen. Es bedeutet aber auch, dass neue Produkte, Geschäftsmodelle und -ideen Marktanteile erschließen. Hier sollten Sparkassen sich bereits jetzt positionieren.“

Hohe Reputationsrisiken in der Übergangszeit

Peylo spricht in diesem Zusammenhang ein transitorisches Risiko an, nämlich das Reputationsrisiko. Wenn ein Kreditinstitut die Veränderungen nicht ausreichend erkenne und in strategisch nicht entsprechend berücksichtigte, positioniere es sich geschäftspolitisch falsch und könne dann von der Gesellschaft abgestraft werden. Daher sei es essenziell, im Wettbewerb als Institut wahrgenommen zu werden, das Lösungen erarbeite: „Das Thema geht mit Risiken und Chancen einher. Daher ist die Frage, wie flexibel man sich auf diese Entwicklung einstellt und entsprechend das Geschäftsmodell erneuert."

Je fixierter der Status Quo, desto stärker werde die Risikokomponente zum Tragen kommen, sagt der Experte. Je flexibler ein Kreditinstitut Bereitschaft zeige, sich auf neue Dinge einzulassen, umso mehr werde es Chancen für sich nutzen können. Daran habe auch Bafin-Präsident Felix Hufeld keinen Zweifel gelassen.

In seiner Beratungspraxis zum Nachhaltigkeitsmanagement in Sparkassen verfolgt Peylo mit einer systematischen Strukturierung einen pragmatischen Ansatz. Die Strategie wird als Kopffunktion definiert, der nächste Bereich ist der Geschäftsbetrieb, dann kommt das Kerngeschäft, und zu guter letzt die Kommunikation: „Diese Strukturierung hat sich bewährt", sagt Peylo. "Damit können wir das, was von Aufsichtsseite und EU kommt, gut zuordnen." Dann sei auch erkennbar, mit was für einem gewaltigen Thema es eine Sparkasse hier zu tun habe.

Den ersten, dringenden Handlungsbedarf sieht er in der strategischen Positionierung: Viele Sparkassen wollten zwar mehr tun, priorisierten jedoch gerade andere aktuelle Themen. Doch das Thema Nachhaltigkeit gewinne zusehends an gesetzlicher und gesellschaftlicher Relevanz. Es reiche nicht, einen Ansprechpartner zu benennen, man müsse bereit sein, in Ressourcen zu investieren. Vor allem sei es notwendig, dass sich der Vorstand klar zu dem Thema positioniere, um eventuell bestehende Widerstände zu überwinden. Inzwischen gelinge es angesichts der Vielzahl plausibler Argumente gut, einen Vorstand zu überzeugen. Das sei vor wenigen Jahren noch anders gewesen.

Trotz pragmatischer Bestandsaufnahme mit Checkliste und systematischer Strukturierung sei die praktische Umsetzung und Implementierung von Maßnahmen in den Häusern herausfordernd. Zum eine gebe es natürlich einen hohen Grad an Individualität, der sich regional besonders zeige, sagt Peylo. Und es gebe Leuchtturm-Institute, die bereits weit fortgeschritten seien. Bei diesen Instituten gehe es eher um den Feinschliff. Bei Häusern, die bei Null anfangen, sei der Ansatz anders. Dort gehe es zunächst um eine strategische Herangehensweise und die Definition von konkreten Zielen. Das könne etwa mit dem strukturierten Nachhaltigkeits-Check oder mit ersten Produkten starten, so Peylo.

Unterschätztes Risiko: Waffenhersteller im Depot A

Das Thema Depot A sei jedoch in allen Sparkassen ähnlich bedeutsam: „Die meisten Sparkassen haben sich noch nicht mit Nachhaltigkeit im Depot A befasst. Das ist ein dringendes Handlungsfeld, weil es um das Management von Nachhaltigkeitsrisiken geht." Aus gesellschaftlicher Sicht sei es wichtig, in welche Unternehmen Sparkassen Anlagegelder investieren. Zumindest sollten Sparkassen darauf achten, dass sie nicht in Unternehmen investiert seien, die im Zusammenhang mit den geächteten Waffen Landminen und Streumunition stehen, angesichts der stark vernetzten Industrie seien involvierte Firmen oft nicht leicht zu erkennen. Sparkassen könnten oft gar nicht genau sagen, was im Depot A liege. Peylo empfiehlt daher, einen Filter einzubauen, mit dem bestimmte Unternehmen ausgegrenzt werden: „Das ist eine Aufgabe, die im Grunde jedes Haus angehen muss“. Peylo verweist auf eine Schwarze Liste, die im Auftrag des Sparkassenverbands Baden-Württemberg von der Nachhaltigkeits-Ratingagentur Oekom Research erarbeitet wurde. Der Filter beruhe auf dieser Liste und sei empfehlenswert.

Unklare Begrifflichkeiten und die noch ausstehende Definition einer Taxonomie lässt viele noch zögern. Viele Institute möchten sich noch nicht vorwagen und warten konkrete Vorgaben und Definitionen für nachhaltiges Handeln ab. Es gibt eine große Bandbreite von ESG-Faktoren, Anbieter hantieren mit unterschiedlichen Kriterien und Labels, und es sind keine klaren Abgrenzungen vorhanden. Gleichwohl ist oftmals erkennbar, ob ein Produkt, ein Unternehmen oder eine Investition nachhaltig ist oder eher nicht. Dieses Spannungsfeld lässt sich kurzfristig nicht auflösen. Peylo warnt jedoch: „Wir befinden uns in einer Findungsphase. Und diese hat viel mit Risiken zu tun, weil man möglicherweise Dinge heute anders interpretiert als diese sich dann schlussendlich herausstellen, weil man vielleicht auch den ein oder anderen Irrweg geht, der sich im Nachhinein betrachtet vielleicht hätte vermeiden lassen. Aber das hat auch viel mit Chancen zu tun.“

Wer erst einmal warte, was auf ihn zukomme, dem werden interessierte und gute Kunden zu denjenigen überlaufen, die gleich handeln: „Insofern ist es absolut erforderlich, Mut zu beweisen, etwas zu dem Thema bewegen und dazu Verantwortung zu übernehmen“, sagt Peylo: „Es muss glaubwürdig sein, dass man es ernst meint. Das ist eine sehr wichtige Sache, und eine Entscheidung, die jetzt zu treffen ist. Wer sich klar zu dem Thema bekennt und innovative Lösungen, innovative Produkte entwickelt, der hat auch die Chance mitzuspielen, Akzente zu setzen und im positiven Sinne zu prägen.“

Im Fokus vieler Institutionen: Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft

  • Politische Agenda: Das Bundesfinanzministerium hat im Frühjahr zusammen mit dem Bundesumweltministerium und in Abstimmung mit dem Bundeswirtschaftsministerium eine Strategie für Nachhaltige Finanzen initiiert. Beschlossen ist die Entwicklung einer Strategie, mit der Deutschland zu einem führenden Sustainable-Finance-Standort ausgebaut werden soll.
  • Nachhaltigkeit im Fokus der Bafin: Die Finanzaufsicht des Bundes erwarte, dass sich die Institute „top down“ vom Vorstand bis in die Abteilungen mit Nachhaltigkeitsrisiken befassen und dass sie eine Strategie und einen Fitnesscheck dafür entwicken, erklärte Raimund Röseler, Exekutivdirektor Bankenaufsicht, kürzlich auf einer Veranstaltung in Berlin: „Vor allem fordern wir die Institute dazu auf, ihre strategische Ausrichtung, ihre Aufbau- und Ablauforganisation, das Risikomanagementsystem und ihre Kommunikation nach innen wie nach außen zu überprüfen.“ Die Bafin wird zum Jahresende ihre aufsichtlichen Erwartungen in einem Merkblatt konkretisieren.
  • EU Aktionsplan zu Sustainable Finance: Die EU hat einen Positiv-Fokus und Lenkungswillen, Kapital in nachhaltige Investments zu steuern. Dementsprechend wird Nachhaltigkeit auch in der Kreditvergabe eine Rolle spielen. Die derzeit in Entwicklung befindliche Taxonomie wird letztendlich mit zur Klärung beitragen, was nachhaltige Finanzierungen sind. Sparkassen sollten allerdings nicht darauf warten, sondern jetzt schon handeln.
  • Kundenberatung: Die EU Kommission hat Anfang 2019 einen Entwurf zu Regelungen veröffentlicht, wie Kreditinstitute Nachhaltigkeitsthemen in der Kundenberatung berücksichtigen können. Diese basieren auf dem Aktionsplan zu Sustainable Finance, in dem unter anderem eine bessere Beratung zu Nachhaltigkeit bei Geldanlagen vorgesehen ist. Die Vorgaben werden Anpassungen der Mifid II nach sich ziehen. Bereits Mitte 2018 hatte die Kommission Änderungsvorschläge der Mifid vorgelegt, die künftig regeln sollen, wie Nachhaltigkeitsfaktoren in die Anlageberatung einbezogen werden sollen.
  • Handlungsfeld Depot A: Hier geht es um das Management von Nachhaltigkeitsrisiken. Aus Sicht von Kunden und Gesellschaft ist es wichtig, in welche Unternehmen Sparkassen Anlagegelder investieren. Empfohlen wird, einen Filter in das Depot A einzubauen, mit dem bestimmte Unternehmen anhand von Negativkriterien ausgegrenzt werden. Im Auftrag des Sparkassenverbands Baden-Württemberg hat die Nachhaltigkeits-Ratingagentur Oekom Research eine schwarze Liste erarbeitet..
  • Geschäftsbetrieb: Nachhaltigkeitsaspekte kommen in der Sparkasse etwa im Fuhrparkmanagement, bei der Informationstechnik und beim Umgang mit eigenen Immobilien zum Tragen. Etliche Häuser betreiben E-Autos als Firmenwagen und bieten Kunden E-Ladesäulen an und setzen damit ein Zeichen.
  • Literatur: "Nachhaltigkeitsmanagement in Sparkassen", von Tobias Peylo, Professor an der Hochschule Kempten, und Daniel Oster, Koordinator Digitale Transformation der Kreissparkasse Köln. Die Autoren zeigen Wege und Maßnahmen, wie Sparkassen dieses komplexe Thema in den Griff bekommen und pragmatisch umsetzen können. Im Zentrum des Buchs steht der Nachhaltigkeits-Check für Sparkassen, der in etwa 100 Häusern bereits im Einsatz ist.