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| Sparkassenverband Saar

„Geldpolitik zu Lasten der Zukunft“

Im Vorfeld der EZB-Ratssitzung hat der Sparkassenverband Saar die Niedrigzinspolitik kritisiert. Mit den Halbjahreszahlen der Sparkassen zeigte man sich deutlich zufriedener.

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2018 war für die saarländischen Sparkassen im Firmenkundengeschäft ein Rekordjahr – die Kreditbestände wuchsen auf 5,33 Milliarden Euro. Mit einem Marktanteil von 37 Prozent waren die Sparkassen unangefochtener Marktführer. „Im ersten Halbjahr 2019 lagen die Neuausleihungen an Unternehmen und Selbstständige mit 473,5 Millionen Euro noch einmal 4,8 Prozent über dem vergleichbaren Vorjahresniveau.

 
Freut sich über ein Rekordjahr der saarländischen Sparkassen im Firmenkundengeschäft: Cornelia Hoffmann-Bethscheider, Präsidentin des Sparkassenverbands Saar. © SV Saar

Firmenkunden treiben das Wachstum

Dabei verzeichneten alle saarländischen Sparkassen ein Wachstum ihrer Kreditbestände. Darin spiegelt sich das hohe gegenseitige Vertrauen zwischen Unternehmen und Sparkassen wider“, sagte Cornelia Hoffmann-Bethscheider, Präsidentin des Sparkassenverbands Saar.

Hans-Werner Sander, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Saarbrücken und Landesobmann der saarländischen Sparkassen, führte aus: „Im Verlauf des Jahres 2019 wuchsen die Kreditbestände im Firmenkundengeschäft weiter auf nunmehr 5,58 Milliarden Euro an. Ein maßgeblicher Wachstumstreiber war die Kreditnachfrage kleiner und mittelständischer Unternehmen. Bei der Finanzierung des Handwerks erreichen die saarländischen Sparkassen einen Marktanteil von 86 Prozent. Das ist ein sehr hoher Wert, der unsere besondere Nähe zum Handwerk belegt.“

EZB-Politik trifft auch gesellschaftlich wichtige Institutionen

Kritik übten Hoffmann-Bethscheider und Sander an der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Sparkassen hätten den expansiven Impuls der EZB umgesetzt und mehr Geld an KMU verliehen als je zuvor. Damit seien sie ihrem Auftrag in hervorragender Weise nachgekommen. „Gleichzeitig leiden die Sparkassen und ihre Einlagenkunden am Negativzins und an den Folgen der Anleihekaufprogramme der EZB“, merkt Hoffmann-Bethscheider an.

 
„Sparkassen haben geliefert. Was macht die EZB?“ - Hans-Werner Sander, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Saarbrücken und Landesobmann der saarländischen Sparkassen sieht die EZB-Politik kritisch. © dpa

Sander verweist auf die negativen Effekte, die durch die europäische Geldpolitik entstehen: „Die Politik der EZB geht zu sehr zu Lasten der Zukunft. Der Vermögensaufbau durch Sparen, ein wichtiger Erfolgsfaktor des deutschen Wirtschaftsmodells, wird behindert. Das betrifft den Kleinsparer, der für seine Sparleistung nicht mehr belohnt wird und der seine Altersvorsorge nur noch schwer gestalten kann. Es betrifft aber auch gesellschaftlich wichtige Institutionen wie zum Beispiel Stiftungen, die im aktuellen Zinsumfeld kaum noch Ausschüttungen leisten können.“

Gute Geschäfte mit französischen Kunden

Beim regionalen Firmenkundengeschäft fokussiert sich die SaarLB auf die Betreuung mittelständischer Kunden. „Das Geschäft mit unseren Kunden in Deutschland und Frankreich aus den Bereichen Immobilien, Firmenkunden und Projektfinanzierungen genauso wie mit Kommunalkunden in Deutschland und Frankreich ist im ersten Halbjahr sehr gut gelaufen, mit einem Neugeschäft von wiederum über einer Milliarde Euro“, sagte der SaarLB-Vorstandsvorsitzende Thomas Bretzger.

Die SaarLB hat das Angebot für grenzüberschreitende Kunden erweitert, durch den von der Bank initiierten Pôle Franco-Allemand als Forum rund um Investitionen in Deutschland und Frankreich.