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| Großbritannien

Brexit-Unsicherheit bleibt

Ökonomen sehen trotz des Wahlsiegs von Premierminister Boris Johnson viele Fragezeichen beim Brexit. Was Kunden und Berater wissen müssen.

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„Es ist zu erwarten, dass es jetzt schnell zu einer Einigung über den Brexit kommt“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest am Freitag (13.12.) zum Wahlsieg des britischen Premierministers Boris Johnson. Ökonomisch folge daraus zwar, dass ein harter EU-Ausstieg mit unkalkulierbaren Kosten zunächst abgewendet sei.

 
Ein Deal zwischen EU und Großbritannien rückt näher, doch vieles sei nicht geklärt, sagt LBBW-Chefvolkswirt Uwe Burkert. © DSGV

Das sieht LBBW-Chefvolkswirt Uwe Burkert anders. Auch er rechnet mit einem Abkommen, doch wie dies konkret aussehen werde, sei nach wie vor offen. „Hier gibt es noch zahlreiche Stolperfallen und auch ein ,Hard Brexit‘ ist noch immer eine mögliche Option, wenn sich beide Seiten nicht über konfliktträchtige Themen einigen“, so Burkert. Zu diesen Themen zähle etwa die konkrete Höhe der britischen Rest-Zahlungen an die EU, Agrarexporte oder auch der Zugang britischer Banken zum EU-Binnenmarkt.

Selbst Soft-Brexit würde teuer

Vorerst dürfte nun wohl zwar zunächst eine gewisse Erleichterung vorherrschen, meint Burkert. „Ein Selbstläufer ist das Ganze deswegen aber noch lange nicht.“ Der Austritt Großbritanniens aus der EU berge weiterhin Potenzial für auch an den Finanzmärkten spürbare Irritationen, und auch ein „Soft Brexit“ werde mit signifikanten volkswirtschaftlichen Kosten für beide Seiten einhergehen.

 
Ein „harter Brexit“, also ein Ausscheiden Großbritanniens aus der EU ohne eine vertragliche Einigung, ist trotz des klaren Wahlsiegs der Konservativen in Großbritannien weiter denkbar. © dpa

„Für Entwarnung ist es zu früh“, betont auch Fuest, der lange in Großbritannien gelehrt hat. „Es wird schwer, innerhalb der Übergangsfrist bis Ende 2020 ein Freihandelsabkommen zu vereinbaren.“

Er verwies auf eine Studie des Forschungsnetzwerks Econ-Pol Europe, wonach die Unsicherheit um den Brexit das Vereinigte Königreich jährlich fast 20 Milliarden Euro koste. „In Schottland bahnt sich ein zweites Referendum über die Unabhängigkeit an, das ebenfalls für Unsicherheit sorgen wird“, betonte Fuest.

Fristverlängerungen und Hängepartien kehren zurück

Ähnlich äußerte sich der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Gabriel Felbermayr. „Ein Exit vom Brexit ist nicht mehr möglich“, sagte er. „Ob es zu einem weichen oder harten oder smarten Deal mit der EU kommt, ist aber weiter maximal unsicher.“ Das Austrittsabkommen regele den Abschied, nicht aber die künftigen Beziehungen der EU mit dem Königreich. Bis Ende 2020 solle ein umfassendes Abkommen verhandelt werden.

„Dieses müsste sehr viel weiter gehen, als die ambitioniertesten Freihandelsabkommen, die die EU je verhandelt hat“, sagte Felbermayr. So hätten sich etwa die Gespräche mit Kanada über Jahre hingezogen, dennoch sei das Abkommen immer noch nicht vollständig in Kraft. „Es wird wohl wieder zu Fristverlängerungen kommen und zu Hängepartien“, sagt Felbermayr voraus.

Mit der anhaltenden Unsicherheit sei auch damit zu rechnen, dass die Investitionszurückhaltung britischer Unternehmen anhalte, sagte der Direktor des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Sebastian Dullien. Gleiches gelte für deutsche Unternehmen, die im Geschäft mit Großbritannien tätig sind. „Der Brexit wird damit auch in den kommenden Monaten das Wirtschaftswachstum sowohl in Großbritannien als auch – wenn auch in deutlich geringerem Maße – in Deutschland belasten“, sagte der Experte.

Einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) zufolge will jedes fünfte deutsche Unternehmen im Vereinigten Königreich Stellen abbauen. Deutsche Firmen zählen in Großbritannien 2500 Niederlassungen und beschäftigen mehr als 400.000 Mitarbeiter. (rtr, rsh)

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Antworten auf häufige Fragen von Sparkassenkunden

Viele Sparkassenkunden sind durch die Brexit-Ankündingungen verunsichert.
Typische Fragen lauten:

⇒ Ich muss meine Ferienunterkunft buchen und Geld nach Großbritannien überweisen. Gibt es da Änderungen?

⇒ Was muss ich beachten, wenn ich zukünftig im Internet etwas bestelle, das aus Großbritannien kommt?

⇒ Ich habe Gespartes bei einer britischen Bank. Ist das nach einem harten Brexit nicht mehr geschützt?

⇒ Antworten auf diese und viele weiteren Fragen finden Kunden der Sparkassen sowie Berater hier. (Die Liste wird laufend aktualisiert)

Brexit-Checkliste für Sparkassen

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband hat eine laufend aktualisierte Checkliste zum Brexit, die zentrale rechtlichen Fragen für Sparkassenmitarbeiter übersichtlich darstellt und beantwortet.