Helmut Schleweis
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Coronakrise
„Sparkassen stellen kreditwirtschaftliche Infrastruktur sicher“
Die deutschen Sparkassen werden die Bargeldversorgung und die Zahlungsverkehrsinfrastruktur auch in der Krise in Gang halten. Das versicherte DSGV-Präsident Helmut Schleweis.

Derzeit werde die Umsetzung des von der Bundesregierung geplanten Programms für Liquiditäts- und Kredithilfen vorbereitet, sagte Schleweis am 16. März in Berlin. Die Sparkassen würden entsprechende KfW-Programme an die betroffenen Unternehmen weitergeben. Sobald die Bedingungen feststehen, werde kurzfristig darüber informiert.

Selbst wenn einzelne Filialen schließen, bleibt die Infrastruktur funktionsfähig 

Die Sparkassen werden überall in Deutschland eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Finanzdienstleistungen sicherstellen, so Schleweis weiter. Wenn es in den nächsten Stunden zu Schließungen einzelner Filialen komme, gehe dies ausschließlich auf eine Neugruppierung der Kräfte oder Absprachen mit örtlichen Behörden zum Gesundheitsschutz zurück. „Die Bargeldversorgung und die Funktionsfähigkeit der Zahlungssysteme sind und bleiben funktionsfähig.“

DSGV: „Verstärkt kontaktloses Zahlen nutzen“

Der DSGV empfiehlt, für tägliche Zahlungsvorgänge verstärkt das kontaktlose Bezahlen mit der Sparkassen-Card, mit einer Sparkassen-Kreditkarte oder mittels Smartphone zu nutzen. Kontaktlose Kartenzahlungen sind bis 25 Euro ohne PIN-Eingabe am Kassen-Terminal möglich, mobile Zahlungen mithilfe der gewählten Entsperrmethode am eigenen Smartphone – also Geräte-Code, Fingerabdruck oder Gesichtserkennung  – und damit unter besonders hygienischen Bedingungen machbar.

Unterstützung des Maßnahmenpakets der Bundesregierung

Am vergangenen Freitag hatte Schleweis der Bundeskanzlerin Angela Merkel die Unterstützung der Sparkassen bei der Bewältigung der Coronakrise zugesichert. Das Maßnahmenpaket der Bundesregierung erlaubt Haftungsübernahmen der öffentlichen Hand oder der KfW – „das sollte möglichst unbürokratisch und schnell passieren. Die entsprechenden Prozesse für Kreditvergaben und Förderkredite sollten dafür deutlich beschleunigt werden“, so Schleweis.

Finanzminister Olaf Scholz und Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatten am Freitag Erleichterungen bei Steuerzahlungen und Liquiditätshilfen angekündigt. So solle es mithilfe der staatlichen Förderbank KfW Kredite in unbegrenzter Höhe geben, sofern gesunde Unternehmen infolge der Krise in Finanznöte geraten. 

Sparkassen sehen sich gut gerüstet

Die Institute der deutschen Sparkassen-Finanzgruppe haben sogenannte „Business-Continuity“-Pläne, also Notfallpläne für die Fortführung des Geschäftsbetriebs, erstellt. Diese sehen grundsätzlich vor, den Geschäftsbetrieb weiter fortzuführen. So sind die Häuser auch weiterhin telefonisch erreichbar.

Die Notfallpläne der Sparkassen wurden zuletzt an die aktuelle Situation angepasst; das war auch in früheren Fällen, zum Beispiel bei Sars, so gehandhabt worden. Für das Inkrafttreten der Notfallpläne sind die Einschätzungen der staatlichen Stellen maßgeblich.

Der Infodienst sparkasse.de hat die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengestellt.
 

Wichtige Botschaften für Sparkassenkunden

⇒ Coronaviren, die Atemwegserkrankungen verursachen können, werden in der Regel von Mensch zu Mensch über Sekrete des Atmungstrakts übertragen. Eine Ansteckung über Oberflächen wie beispielsweise Geldautomaten oder Bankschalter, die nicht zur direkten Umgebung eines Erkrankten gehören, erscheint daher unwahrscheinlich. Eine Übertragung über unbelebte Oberflächen ist bisher nicht dokumentiert.

Es besteht auch kein Anlass zur Sorge, sich beim Zahlen mit Bargeld anzustecken. Geldscheine gelten nicht als Übertragungsweg. Es gibt keinerlei Belege dafür, dass das Coronavirus durch Banknoten oder Münzen übertragen wird.

Die Selbstbedienungsbereiche werden auch bei Geschäftsstellenschließungen im üblichen Rahmen geöffnet bleiben. Für die Bargeldversorgung beauftragen die Sparkassen spezialisierte Dienstleister. Uns sind von dort aktuell keine Einschränkungen bekannt.

Falls Sparkassen schließen müssen und Geldautomaten nicht weiter befüllt werden können, sind Zahlungen im Laden weiterhin per Karte oder mit dem Handy möglich. Einige Sparkassen haben auch einen sogenannten Bargeld-Bring-Service eingerichtet, über den haushaltsübliche Mengen bezogen werden können.

Diese und weitere Infos für Kunden und Berater unter besagter Web-Adresse von sparkasse.de.

 

Wichtige Botschaften für Anleger

Anleger sollten jetzt nicht hektisch ihre Wertpapiere aufgrund der Verunsicherung verkaufen. Das gilt umso mehr, wenn sie langfristig anlegen. „Für Privatanleger ist es sinnvoll, selbst durch größere Kursrückgänge wie gegenwärtig hindurchzufahren“, sagt Ulrich Kater, Chef-Volkswirt der Dekabank.

Dafür gibt es zwei Gründe:

  • Erstens: Langfristig glichen sich in der Vergangenheit solche Kursrücksetzer regelmäßig wieder aus.
  • Zweitens ist das richtige Markt-Timing eine recht tückische Sache. Es kann passieren, dass die Märkte plötzlich wieder nach oben drehen – und man nach dem Verkauf den Anschluss verpasst.

Weitere Infos für Anleger finden Sie hier.

 

Hier finden Sie weitere DSZ-Artikel zum Umgang der Sparkassen mit der Coronakrise 

 

 

 

 

 

 

 

17. März 2020