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| Frauentag

Frauen führen noch zu selten

Frauen können genauso mit Finanzen umgehen oder Führungsrollen in Finanzinstituten übernehmen wie Männer. Um Vorurteile oder Ungleichheiten zu überwinden sind weibliche Vorbilder von besonderer Bedeutung.

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Frauen wie Männer können gleich gut mit Geld umgehen. So zumindest sieht das die Mehrheit der Deutschen, laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Fintech-Unternehmens Weltsparen anlässlich des Weltfrauentags am 8. März. Allerdings zeigt die Erhebung auch ein generell schlechtes Finanzwissen der Deutschen, ohne nennenswerte Unterschiede bei den Geschlechtern.

Eine darin nicht behandelte Fragestellung ist die Altersarmut, die Frauen besonders trifft, weil sie unter anderem Erziehungs- und Pflegezeiten übernehmen sowie weit häufiger als ihre männlichen Partner in Teilzeit gehen. Die Sparkassen haben deswegen im vergangenen Jahr einen Schwerpunkt zum Vorsorgesparen von Frauen beworben. Die Autoren der Weltsparen-Studie weisen darauf hin, dass Frauen als Mütter eine besondere Rolle übernähmen, "denn sie prägen das Finanzwissen ihrer Töchter und können damit in der Zukunft den Umgang mit Geld und Finanzen als Vorbild prägen".

 
Transparent der Demonstration zum Frauentag 2018 in Berlin. In diesem Jahr ist der Tag in der Hauptstadt erstmals ein offizieller Feiertag. © dpa

Die Vorbildrolle ist auch gefragt, wenn es um den Missstand in den Führungsetagen deutscher Kreditinstitute geht. "Die Sichtbarkeit von Frauen in Führungspositionen zeigt jungen Frauen, die vielleicht noch am Beginn ihrer beruflichen Entwicklung stehen, dass sie eine Chance haben", sagt etwa Birgit Roos, Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Krefeld. "Andere zu sehen, die den Weg schon gegangen sind, und mit ihnen zu sprechen, bekämpft Unsicherheit und Zweifel am besten."

 
Birgit Roos, Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Krefeld: "Anderen Frauen zeigen, dass sie eine Chance haben."

Roos nimmt ihre Vorbildrolle ernst. "Deshalb stehe ich zum Beispiel im Cross-Mentoring-Programm der rheinischen Sparkassen mit besonderer Freude für junge Kolleginnen als Mentorin zur Verfügung", sagt die Vorstandsvorsitzende. Das rheinische Cross-Mentoring-Programm wurde etwa auf dem Portal Sparkasse.de bereits in den Fokus gerückt.

Unter den größeren Sparkassen gibt es nur drei, die von Frauen geführt werden: Die Kreissparkasse Waiblingen (Ines Dietze), die Sparkasse Krefeld (Birgit Roos) sowie die Stadtsparkasse Düsseldorf (Karin-Brigitte Göbel) haben weibliche Vorstandsvorsitzende. Der Anteil von Frauen in Vorständen von Banken und Sparkassen liegt unterhalb von zehn Prozent und hat sich in den vergangenen Jahren nicht nennenswert verbessert, wie eine DIW-Studie zeigte.

Eine aktuelle Untersuchung der Beraterin Anke van Beekhuis zeigte auf, dass unter den potenziellen Führungskräften von morgen ein altbekanntes Hindernis zum Thema wird. Für die befragten rund 500 österreichischen Studentinnen war insbesondere die Frage, ob Familie und Beruf vereinbar seien, ein Top-Thema bei der Karriereplanung. Mehr Flexibilität sei daher nötig im Bereich der Arbeitszeitplanung seitens der Arbeitgeber oder es fehle oft genug noch an Kinderbetreuungseinrichtungen. Genauso hätten Frauen mit den sozialen Erwartungen zu kämpfen, dass eine gute Mutter berufliche Ambitionen zurückstellt.