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| EU-Austritt

Fünf Punkte für den Chaos-Brexit

Die Wahrscheinlichkeit eines harten Brexit, also eines ungeregelten Ausscheidens Großbritanniens aus der EU, steigt. Die fünf wichtigsten Eckpunkte für Sparkassen haben wir für Sie aufgelistet.

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Egal ob Wirtschaftswachstum, Kreditverträge oder Zahlungsverkehr, ein ungeregelter Austritt Großbritanniens hätte auch Folgen für die Institute der Sparkassen-Finanzgruppe. Für Sparkassen sind im Fall eines Ausstiegs der Briten am 29. März ohne Abkommen mit der EU folgende Eckpunkte entscheidend:

 
Eine historische Niederlage für Theresa Mays Brexit-Abkommen im Parlament. Nie hat es in Großbritannien eine vergleichbare Ablehnung der Abgeordneten gegeben. © dpa
  1. Wachstum schwächelt. Großbritannien würde zu einem Drittstaat werden, heißt es in der Brexit-Checkliste des DSGV. Die Landesbanken dürften aufgrund ihrer grenzüberschreitenden Tätigkeiten teils direkt betroffen sein. Der Zugang zum europäischen Binnenmarkt entfällt, es würden Zölle der Welthandelsorganisation WTO für den Güterverkehr gelten. Die Chefvolkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe rechnen mit einem BIP-Minus für Großbritannien von zwei Prozentpunkten und einem halben Prozentpunkt für Deutschland.
  2. Eigenkapital prüfen. Depot-A Positionen, auch als Teile von Fonds, würden künftig ein höheres Risikogewicht bekommen, die Eigenmittelanforderungen für betroffene Sparkassen würden dann steigen.
  3. UK-Prüfer unzulässig. Bei einem harten Brexit dürften britische Prüfungsgesellschaften keine Abschlussprüfungen mehr in Deutschland durchführen. Sparkassenkunden, die hiervon betroffen sind, benötigen einen neuen Prüfer.
  4. Geschäftsbeziehungen mit Kunden im Vereinigten Königreich überprüfen. Egal ob Kreditverträge oder Wohnriestern, wenn der Sparkassenkunde seinen Wohnsitz in Großbritannien hat, wird es nach einem harten Brexit schwierig. Beim Riestern könnte auch der Fiskus die Förderzuschläge zurückverlangen. Außerdem wird durch die Datenschutzverordnung DSGVO die Überprüfung von Regeln bei Datenübermittlungen zwingend notwendig sein, eventuell sind sogar AGB-Änderungen erforderlich.
  5. Im Zahlungsverkehr kommt vieles auf den Prüfstand. Bei Überweisungen und Lastschriften wären künftig wohl Name des Zahlers und dessen Adresse mit anzugeben, um den Regelungen zur Geldwäschebekämpfung zu entsprechen. Vertragswerke im Sepa-Lastschriftverfahren müssten überprüft werden, zudem müsste die Liste der zu Sepa gehörenden Staaten umsortiert werden. Sparkassen sollten aber auch ihre Aushänge, Länderlisten und Informationen in den Filialen sowie im Internet überprüfen.