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| Sparkassentag 2019

Gute Töchter mit Gemeinschaftssinn

Die Sparkassen wirken daran mit, lebenswerte Städte und Dörfer zu erhalten und zu entwickeln. Das ist Teil ihres Kernauftrags und liegt außerdem in ihrem ureigenen Interesse. Im Optimalfall ­bauen die Kommunen als Träger die Sparkassen in ihre Entwicklungsvorstellungen ein. Ein Gastbeitrag von Michael Ermrich, Geschäftsführender Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbands.

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Öffentliche Sparkassen sind von ihrer Gründung her Töchter der Kommunen, versehen mit dem Auftrag, die Sicherstellung eines wichtigen Teils der kommunalen öffentlichen Daseinsvorsorge zu übernehmen, nämlich die flächendeckende und diskriminierungsfreie Bereitstellung von Finanzdienstleistungen in fest definierten Geschäftsgebieten. Einige Sparkassengesetze und -verordnungen erwähnen zusätzlich, dass Sparkassen die kommunale Aufgabenerfüllung im wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Bereich fördern beziehungsweise unterstützen sollen.

Mit anderen Worten: Sparkassen wirken daran mit, lebenswerte Kommunen zu erhalten und zu entwickeln. Dieser Kernauftrag entspricht dem Sparkassenwesen und auch den Eigeninteressen der Sparkassen, zum Erhalt und Ausbau eines lebenswerten Umfeldes aktiv beizutragen. In diesem Sinne sind Sparkassen Gestaltungsinstrumente der Kommunen. Im Optimalfall „bauen“ die Träger-­Kommunen ihr „Instrument“ Sparkasse in ihre Entwicklungsvorstellungen ein. Die konkrete Art und Weise wird sehr vielfältig sein und hängt wesentlich von den jeweils festgestellten Erfordernissen ab – und selbstverständlich auch von den materiellen, personellen und ideellen Möglichkeiten der Sparkasse. In einigen Fällen können Kommunen direkt von internen Sparkassenlösungen profitieren, beispielsweise auf dem Feld der Digitalisierung. Durch verändertes Kundenverhalten beim Zugang zu Finanzdienstleistungen haben Sparkassen frühzeitig umfangreiche und ausgezeichnete digitale Angebote entwickelt, die den Kommunen im Rahmen des E-Governments von Nutzen sein können und die diesen darum auch angeboten werden.

 

Viele Kommunen müssen sich zunehmend den Herausforderungen des demografischen Wandels stellen, der einerseits Abwanderung von Menschen bedeutet, aber auch zu einer veränderten Altersstruktur und damit zu veränderten Anforderungen führt. Oft reduzieren Unternehmen und Dienstleister in diesem Zusammenhang ihre Präsenz. Das hat zur Folge, dass die Standorte an Attraktivität für Verbliebene und potenzielle Zuwanderer zu verlieren drohen. Sparkassen können hier helfen, Signale dafür zu setzen, solche Prozesse aufzuhalten oder umzukehren – wenn die Kommunen ihrerseits daran arbeiten, ein lebenswertes Umfeld zu erhalten und harte Faktoren (Infrastruktur, Schulen, medizinische Versorgung, Nahverkehrsangebote) wie weiche Faktoren (Vereinsleben, gemeinschaftsbildende Aktivitäten, ehrenamtlichen Tätigkeiten, das natürliche Umfeld) auf gutem Niveau halten.

Bindung an ein Trägergebiet fördert die Ambition

Grundlage ist die Bindung von Sparkassen an das Territorium ihrer Träger. Sie führt zu einem starken Interesse, positive Entwicklungen zu befördern. Sparkassen tragen in der Summe und im Ergebnis bundesweit dazu bei, die Basis für nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung und Wohlstand zu erhalten und auszubauen. Damit helfen sie zugleich, übergreifende Ziele zu erreichen, denen sich Deutschland verschrieben hat, wie der Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse oder der nachhaltigen Entwicklung gemäß den UNO-Vereinbarungen. Das Ziel für nachhaltige Entwicklung Nummer acht der UNO beschreibt sogar ziemlich genau das, wofür Sparkassen geschaffen wurden: Um die Förderung eines dauerhaften, breitenwirksamen und nachhaltigen Wirtschaftswachstums, produktiver Vollbeschäftigung und menschenwürdiger Arbeit für alle zu erreichen, sollen die Kapazitäten der nationalen Finanzinstitutionen gestärkt und der Zugang zu Finanzdienstleistungen für alle Menschen gesichert und erweitert werden.

Der Beitrag der Sparkassen zu einer lebenswerten Kommune besteht darüber hinaus in Förderungen in den Bereichen Kultur, Sport, Tourismus, Bildung und Soziales, sowohl durch Spenden und Sponsorings als auch durch die aktive Mitgestaltung durch Sparkassenvorstände und -beschäftigte, in Vereinen und Initiativen. So werden vielerorts Aktivitäten ermöglicht, die den Menschen wichtig sind und die zum Lebensniveau und zur Attraktivität beitragen. Ohne Sparkasse würden sie oft versiegen. Recht jung sind Modellversuche, insbesondere die Schließung von Versorgungseinrichtungen, Geschäften und anderen Treffpunkten abbremsen zu helfen, indem Sparkassen örtliche Kooperationen von Anbietern organisieren und die gemeinsame Nutzung von Räumlichkeiten ermöglichen. Zum Teil bieten Sparkassen in ersten Versuchen ihre Geschäftsräume zur Nutzung durch die Bürgerinnen und Bürger für vielfältige Aktivitäten an. Allen Aktivitäten gemeinsam ist der Wunsch, koordiniert und zielorientiert die Attraktivität von Kommunen zu steigern.

Weitere Berichte und Gastbeiträge zum Sparkassentag finden Sie unter sparkassenzeitung.de.

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