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Ist die Sparkultur zu retten?

Werden Banken flächendeckend Negativzinsen auf Guthaben erheben? Stellen die Deutschen das Sparen ein? Ihre Meinung ist gefragt!

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Nach der Ankündigung der Europäischen Zentralbank (EZB), die Geldpolitik noch einmal verschärfen zu wollen, ist das Thema Negativzinsen auf Bankguthaben ins breite Interesse der Öffentlichkeit gerückt. Vor „Straf-Zinsen auf Erspartes“ warnen Medien. Banken könnten flächendeckend „Strafzinsen“ verlangen.

Tatsächlich befürchten auch Branchenvertreter eine derartige Situation, sofern der sogenannte Einlagensatz der EZB im September von minus 0,40 auf minus 0,50 Prozent gesenkt wird. „Es könnte sein, dass viele Banken auf Dauer nicht mehr umhinkönnen, die zusätzlichen Belastungen auch in der Breite an Privatkunden weiterzugeben“, warnte jetzt Andreas Krautscheid, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken (BdB).

Sparkassen kritisieren „grundfalsche Geldpolitik“

Zuvor hatten sich bereits Vertreter der genossenschaftlichen Institute und der Sparkassen-Finanzgruppe entsprechend geäußert. Sollte der Einlagezins der EZB wie angekündigt noch weiter sinken, kämen die Banken nicht umhin, dies auch dem Kunden in Rechnung zu stellen, hatte Ralf Fleischer, der Chef der Stadtsparkasse München, erklärt.

Und DSGV-Präsident Helmut Schleweis verwies darauf, dass ein weiteres Anhalten oder eine Verschärfung der Negativzinsen für die Wirtschaft und für jeden in diesem Land deutlich spürbar werde. „Angesichts der Erfahrungen in Japan können wir nur davor warnen, die langfristig negativen Effekte zu unterschätzen.“

„Wir stehen auf der Seite unserer Kundinnen und Kunden“, so Schleweis, der jetzt in einem offenen Brief an Draghi eine Umkehr der Geldpolitik gefordert hat. Sparkassen und Landesbanken hätten die Kunden über inzwischen viele Jahre hinweg vor den Belastungen dieser Zinspolitik geschützt. Und auch heute werde niemand leichtfertig und ohne Rücksicht auf das sehr wichtige Kundenvertrauen Negativzinsen einführen. Schleweis: „Letztlich kann die Preispolitik aber immer nur in Verantwortung der Vorstände vor Ort und mit Blick auf betriebswirtschaftliche Realitäten bestimmt werden.“

Sparkassenchef Fleischer betonte zwar, dass Kleinsparer wohl nicht ins Visier der Kreditinstitute geraten würden; relativ hohe Freibeträge seien denkbar.

Die Medien sehen allerdings längst auch kleine Guthaben in Gefahr. Die Sparkultur könne weiter leiden; wobei bestehende Spareinlagen in der Regel gar nicht mit Negativzinsen belegt werden können.

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