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NordLB-Träger begrüßen DSGV-Modell

Die Träger und der Vorstand der NordLB Norddeutschen Landesbank begrüßen die Beschlüsse des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), sich an einer Lösung zur Kapitalstärkung der NORDLB zu beteiligen.

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In der Trägerversammlung vom Samstag bewerteten sie die am Freitag im Gespräch mit dem DSGV und der Bankenaufsicht besprochene Lösung als eine geeignete Grundlage für eine Neuausrichtung der NordLB und für die Weiterentwicklung ihres Geschäftsmodells. In weiteren Gesprächen mit dem DSGV und in Abstimmung mit den zuständigen Behörden sollen zügig die noch offenen Punkte geklärt werden, damit eine Umsetzung schnellstmöglich begonnen werden kann, so die Pressemitteilung der Landesbank vom Samstag.

Nach eingehender Bewertung eines gemeinsamen Angebots zweier Finanzinvestoren, das im Rahmen eines Bieterverfahrens abgegeben wurde, stellen die Bank und ihre Träger diese Option zunächst zurück und fokussieren sich auf eine gemeinsame Lösung mit dem DSGV im öffentlich-rechtlichen Sektor.

Abbau des Schiffsfinanzierungsportfolios

Gleichzeitig macht die NordLB beim Abbau ihres Schiffsfinanzierungsportfolios entscheidende Fortschritte. Vorstands­vorsitzender Thomas Bürkle kündigte an, das sogenannte Non-Performing-Loan (NPL)-Portfolio, in dem die problembehafteten Altbestände aus der Schiffsfinanzierung gebündelt sind, bereits bis Ende 2019 nahezu vollständig abzubauen. Als ersten wichtigen Schritt hierfür haben die zuständigen Gremien der Bank die Durchführung einer Transaktion beschlossen, bei der ein Schiffsfinanzierungs-Portfolio der Bank in Höhe von rund 2,7 Milliarden Euro an einen externen Investor übertragen wird. Das Portfolio umfasst 263 Schiffe mit einem NPL-Anteil von rund 90 Prozent. Der Transaktion war ein vertrauliches Bieterverfahren vorausgegangen, das getrennt und unabhängig vom Bieterverfahren um eine Minderheitsbeteiligung an der NordLB durchgeführt wurde. Über die Konditionen der Transaktion wurde Stillschweigen vereinbart.

 
NordLB-Vorstandschef Thomas Bürkle kündigt eine Befreiung von Altlasten und eine Neuausrichtung der Landesbank innerhalb der Sparkassen-Organisation an. © dpa

Mit dieser Transaktion vollzieht die Bank einen entscheidenden Schritt beim Abbau ihres NPL-Portfolios in Höhe von insgesamt 7,3 Milliarden Euro (Stand per 30. September 2018). Die Bank arbeitet darüber hinaus intensiv an weiteren Maßnahmen zum zügigen Abbau dieses Portfolios, so die Pressemitteilung. Die NordLB hatte im Jahr 2017 angekündigt, ihr NPL‑Portfolio bis Ende 2019 auf unter fünf Milliarden Euro zurückzuführen. Dieser Abbau wird nun deutlich schneller und umfassender vollzogen werden. In diesem Zusammenhang wird die NordLB für das gesamte NPL-Portfolio eine umfangreiche zusätzliche Risikovorsorge bilden, so dass sich eine Gesamtrisikovorsorge für das Geschäftsjahr 2018 in Höhe von bis zu 2,5 Miliarden Euro ergibt.

Konkreter Plan zur Stärkung der Kapitalbasis

Durch die zusätzliche Risikovorsorge wird sich der bereits angekündigte Bilanzverlust basierend auf den aktuell vorliegenden Zahlen für das Geschäftsjahr 2018 für den NordLB Konzern auf rund 2,7 Milliarden Euro nach Steuern belaufen. Dies wird auch Auswirkungen auf die Kapitalquoten der Bank haben. Die Aufsicht wurde über ein temporäres Unterschreiten der erforderlichen Mindestkapitalquoten informiert und wird dementsprechend in den kommenden Wochen einen konkreten Kapitalplan anfordern.

Mit dem am Donnerstag beschlossenen Modell liegt nunmehr eine konkrete Lösung für eine gemeinsame Kapitalstärkung der Bank durch den DSGV und die Träger vor, mit der dieser Kapitalplan umgesetzt werden kann. Damit werden auch die Kapitalquoten der Bank wieder spürbar ansteigen, so dass sie sämtliche aufsichtsrechtlichen Anforderungen erfüllen wird.

Bürkle bewertete die Beschlüsse der Trägerversammlung als einen wichtigen Schritt für die Bank: „Mit der konsequenten Befreiung der Bank von Belastungen aus dem Altgeschäft und einer nachhaltigen Stärkung der Kapitalbasis werden wir die NordLB als eine fest in ihrer norddeutschen Heimatregion und in der Sparkassen-Organisation verwurzelte Bank mit internationalem Know-how und Marktzugang erhalten und stärken. Auch die Braunschweigische Landessparkasse wird ein Teil der Sparkassen-Organisation bleiben. Das sind gute Nachrichten für die Kunden der Bank, die weiterhin im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen.“