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| Sparkassentag 2019

Sicherheit fürs Alter bieten

Das Motto „Gemeinsam allem gewachsen“ drückt unser Ziel aus, im Miteinander der Sparkassen-Finanzgruppe Lösungen anzubieten und so langfristig zur Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft beizutragen. Das gilt besonders für die Absicherung der Menschen im Alter. Ein Gastbeitrag von Frank Walthes, Vorstandsvorsitzender des Konzerns Versicherungskammer.

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Angesichts des demografischen Wandels wird die gesetzliche Rente künftig nur noch eine Grundsicherung bieten können. Wie notwendig die private Altersvorsorge ist, wird uns täglich von der Politik vor Augen geführt, da sie nahezu wöchentlich vor drohender Alters­armut warnt. Darüber kann auch die für Juli angekündigte Rentenanpassung nicht hinwegtäuschen. Vor dem Hintergrund nachlassender Konjunkturaussichten gibt es keine Garantie für künftige Anpassungen.

Dieses Umfeld hinterlässt seine Spuren: Fast vier von fünf Deutschen sorgen sich nach einer Umfrage der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD um ihre finanzielle Situation im Alter. 76 Prozent der rund 1000 Befragten zwischen 18 und 70 Jahren betrachten demnach ihre Rente als eine Hauptsorge.

Wichtig ist daher, nicht allein für die gesetzliche Rente „doppelte Haltelinien“ einzuziehen, wie sie der Bundesminister für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil, vorgeschlagen hat. Die – in der Idee durch Steuermittel zu finanzierende – Grundrente wiegt die Menschen nur in scheinbarer Sicherheit.

 

Riesterrente vereinfachen

Der Grundrenten-Ansatz erschwert es der Sparkassen-Finanzgruppe sogar, den sozialpolitischen Auftrag der Altersvorsorge auf breiter Basis umzusetzen. Besser wäre es, wenn die Politik nach der erfolgreichen Stärkung der Betriebsrenten Anfang 2018 nun auch die private Altersvorsorge weiterentwickeln würde.

Einen Beitrag dazu könnte die längst überfällige Reform der Riesterrente leisten. Ungeachtet der oft geäußerten Kritik an diesem Produkt ist die Riesterrente mit 16,5 Millionen Verträgen das erfolgreichste freiwillige Vorsorgeinstrument in Deutschland. Im Bestreben, dieses Produkt einer breiten Bevölkerung zu öffnen beziehungsweise durch viele Anbieter wie Versicherer, Banken, Fondsgesellschaften und Bausparkassen einen wettbewerbsintensiven Markt zu schaffen, ist Riester durch Überregulierung komplex und unübersichtlich geworden.

Die notwendige Vereinfachung der Riesterrente betrifft das Produkt selbst, aber auch das Verfahren und den Umfang der staatlichen Förderung. So sollten beispielsweise alle Erwerbstätigen gefördert werden, also auch die Selbstständigen. Zudem müssten bürokratische Hürden bei der Produkterlaubnis abgebaut und das Zulagenverfahren vereinfacht werden. Die Kundenzufriedenheit sowie das Vertrauen in „Riester“ werden zunehmen, wenn zum Beispiel einmal gezahlte Zulagen nicht wieder zurückgefordert werden können.

Provisionsdeckel hemmt

Während wir also die Notwendigkeit privater Vorsorge sehen, durchkreuzen die kürzlich vorgelegten Vorschläge für einen Provisionsdeckel eine kompetente Beratung zur Altersvorsorge zusätzlich. Wir teilen die Auffassung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft, wonach der Provisionsdeckel im Bereich der Lebensversicherung als auch in der Restkreditversicherung abzulehnen ist. Sollte der Gesetzgeber an seinem Vorhaben festhalten, bestünde erheblicher Nachbesserungsbedarf.

Insbesondere ist nicht nachvollziehbar, weshalb Lebensversicherungen gegen Einmalbeitrag einbezogen werden sollen. Zudem schießen die Regelungen zur Restkreditversicherung deutlich über das Ziel hinaus.

Mehr „Orange“ in der ­Pyramide

Beim Thema Altersvorsorge scheuen wir einen kritischen Blick auf unsere Finanzgruppe nicht. In der Beratungspyramide, dem Sparkassen-Finanzcheck, hat die orangefarbene Ebene, die Altersvorsorge, einen festen Platz. Aber ehrlich, wird dieser Baustein im ganzheitlichen Ansatz tatsächlich in jeder Sparkasse und in jeder Kundenbeziehung konsequent umgesetzt? Dies ist aus meiner Sicht eine Frage der Prioritäten.

Aber nur wenn diese Prioritäten richtig gesetzt sind, werden wir unserem selbst gesteckten Ziel einer ganzheitlichen Beratung gerecht. Wir sollten unsere Kunden stärker für die Notwendigkeit privater und betrieblicher Vorsorge sensibilisieren, zumal der wichtigste Faktor für eine Eigenvorsorge die Zeit ist. Der Konzern Versicherungskammer ist sich seiner Verpflichtung als Produktgeber, Dienstleister und IT-Schnittstelle bewusst. Nur eine Rentenversicherung kann eine lebenslange private Rentenzahlung garantieren.

Die guten Erfahrungen aus der Entwicklung des Bündelprodukts „Sparkassen-Privat-Schutz“ mit seinem schlanken Vertriebsansatz wurden in die Bereiche Risikovorsorge und Pflege übertragen; die Implementierung sämtlicher Produkte in OSPlus_neo ist uns ein großes Anliegen. Weitere technische Leuchttürme in der Digitalisierung und künstlichen Intelligenz helfen uns bereits jetzt, unsere Servicequalität zu verbessern.

Zu guter Letzt machen wir die betriebliche Altersvorsorge mit neuen Produkten, Prozessen und IT-Lösungen einfach und unterstützen unsere Sparkassen dabei, die Chancen aus dem Betriebsrentenstärkungsgesetz zu nutzen und die Verbreiterung der betrieblichen Altersvorsorge voranzutreiben.

Weitere Berichte und Gastbeiträge zum Sparkassentag finden Sie unter sparkassenzeitung.de.

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