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Sparkassen wollen Zentralinstitut bilden

Die deutschen Sparkassen treiben die Idee eines Zentralinstituts weiter voran. Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen Sitzung der Präsidenten der regionalen Sparkassenverbände und der Obleute der Sparkassenvorstände in Berlin.

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Die von DSGV-Präsident Helmut Schleweis vorgestellten Überlegungen hätten die grundsätzliche Unterstützung der Verbandsvorsteher und der Landesobleute erhalten, teilte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband heute (8.10.) mit. DSGV-Präsident Helmut Schleweis wurde demnach beauftragt, an diesem Ziel zu arbeiten und die dazu notwendigen Schritte zu unternehmen.

In einem ersten Schritt soll Schleweis mit der Dekabank und der Landesbank Hessen-Thüringen Gespräche mit dem Ziel der Prüfung einer engeren Zusammenarbeit beider Institute aufnehmen.

Kritische Größe erforderlich

Im Gespräch mit der SparkassenZeitung hatte sich Schleweis bereits zum Jahresbeginn für die Bildung eines Zentralinstituts ausgesprochen. „Aus der Perspektive aller Sparkassen gab und gibt es gute Gründe für möglichst ein einziges, Sparkassen-getragenes Zentralinstitut“, sagte Schleweis damals.

In fast allen Bereichen des Wholesale-Bankings und des Asset Managements sei heute eine kritische Größe erforderlich, die mit den Instituten heute nicht erreichbar sei. Zudem sei die notwendige Kapitalzufuhr im heutigen Beihilferegime schwieriger als früher. Kapitalbedarfe könnten zum Einbrechen Dritter in die Strukturen und Systeme der Sparkassen-Finanzgruppe führen. „Mit einer abnehmenden Anzahl von Landesbanken wird es herausfordernder, unter ihnen ein (Teil-)Haftungssystem zu organisieren“, so Schleweis weiter.

Zentralinstitut statt "Super-Landesbank"

Wie der DSGV-Präsident präzisierte, gehe es ihm nicht um eine Superlandesbank, sondern um ein auf die Bedürfnisse der Kunden und Sparkassen zugeschnittenes Zentralinstitut. „Was möglich ist, entscheiden wir in wesentlichen Teilen selbst. Jedenfalls hatten wir niemals zuvor eine so große Unterstützung aus der Politik und der Aufsicht für eine große Lösung.“

 
Hofft die Kräfte besser bündeln zu können: DSGV-Präsident Helmut Schleweis. © Darchinger


SGVHT sieht Helaba „gut aufgestellt“

Wie der Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen (SGVHT) heute mitteilte, sehe er die Landesbank Hessen-Thüringen „gut aufgestellt, um auch in Zukunft auf stand-alone-Basis ihren Aufgaben stabil und erfolgreich nachkommen zu können“. Dazu gehöre insbesondere die Wahrnehmung der Aufgaben einer Sparkassenzentralbank.

Eine zukunftsfähige Aufstellung stehe im ständigen Fokus der Helaba und ihrer Gremien. Zu diesem Zweck sei unlängst „aus einer Position der Stärke heraus“ das Projekt Scope beschlossen worden.

„Interessante Potenziale“ für die ganze Gruppe

Unabhängig davon stehe der SGVHT Überlegungen offen gegenüber, die darauf gerichtet sind, innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe die Kräfte weiter zu bündeln, um diese noch zielgerichteter einsetzen zu können. Hierbei könne die Helaba „ein wichtiger Teil neuer Strukturen“ sein. Eine Verbindung zwischen der Landesbank Hessen-Thüringen und der Dekabank biete auch aus Sicht des SGVHT interessante Potenziale für die gesamte Sparkassen-Finanzgruppe.

Während die Helaba mehrheitlich dem SGVHT gehört und unter anderem die Bundesländer Hessen und Thüringen an der Landesbank beteiligt sind, ist die Dekabank vollständig im Besitz der Sparkassen.

Hessen äußert sich zustimmend

Das Land Hessen äußerte sich inzwischen positiv zu einer möglichen Fusion der DekaBank und der Helaba. Die Landesregierung sei offen "für Gespräche zur Stärkung und Konsolidierung des öffentlich-rechtlichen Bankensektors am Standort Frankfurt", erklärte Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) am Mittwoch in Wiesbaden. Klar sei aber auch, dass hessische Interessen gewahrt bleiben müssten.