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| Konjunkturprognose

Volkswirte sehen fortgesetztes Wachstum

Voraussetzung für den künftigen Aufschwung sei aber die Rückkehr zu freiem Handel, erläuterten Helaba-Chefvolkswirtin Gertrud Traud und DSGV-Präsident Helmut Schleweis.

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Laut Konjunkturprognose der Sparkassen-Finanzgruppe kann der deutsche Wirtschaftsaufschwung der vergangenen Dekade im laufenden Jahr wiederbelebt, stabilisiert und 2021 fortgeführt werden: „Die Chefvolkswirte unserer Gruppe prognostizieren für 2020 ein Wachstum von 0,9 Prozent", sagte DSGV-Präsident Helmut Schleweis bei der Pressekonferenz in Berlin. Auch kalendarische Effekte trügen rechnerisch zur Wachstumsrate bei, der Effekt betrage laut amtlichen Angaben 0,4 Prozentpunkte.

„Die konjunkturellen Perspektiven für das laufende Jahr sind schwächer als die BIP-Zahl mit ihrem technischen Rückenwind vermittelt“, sagte Schleweis. Die wesentliche gute Nachricht sei, dass der deutsche Wachstumsmotor gegenüber den schwachen letzten drei Quartalen von 2019 nun, wenn auch verhalten, wieder anspringe.

 
DSGV-Präsident Helmut Schleweis: "Die Rückkehr zu einer multipolaren, von Regeln und Vertrauen geprägten Handelsordnung ist von entscheidender Bedeutung für eine von Wachstum geprägte Entwicklung der Weltwirtschaft.“ © DSGV/Peter Himsel

Darauf gründe auch die Prognose für das folgende Jahr. „Die von uns erwarteten 1,1 Prozent für 2021 sind dann echtes Wachstum“, sagte Schleweis. Schon in den vergangenen Wochen habe sich die Stimmung deutlich verbessert, zuletzt habe etwa der ZEW-Konjunkturindex einen Sprung nach oben gemacht. Grund hierfür sei insbesondere die leichte Entspannung durch das zwischen den USA und China vereinbarte erste Handelsabkommen.

„Die begonnene Deeskalation muss unbedingt fortgeführt werden, forderte der DSGV-Präsident. Die Rückkehr zu einer multipolaren, von Regeln und Vertrauen geprägten Handelsordnung sei von entscheidender Bedeutung für eine von Wachstum geprägte Entwicklung der Weltwirtschaft.“

Freier Handel sei gerade für die deutsche Wirtschaft enorm wichtig, erläuterte Gertrud Traud, Chefvolkswirtin der Landesbank Hessen-Thüringen, die stellvertretend für die Chefvolkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe die Konjunkturprognose in diesem Jahr mit Schleweis vorstellte.

 
Helaba-Chefvolkswirtin Gertrud Traud: "Sollte sich der ‚Zeitgeist‘ zugunsten von Abschottung und Industriefeindlichkeit verfestigen, wäre Deutschland besonders betroffen und würde wieder zum kranken Mann Europas.“ © DSGV/Peter Himsel

Deutschland sei während der vergangenen Jahrzehnte ein Globalisierungsgewinner gewesen. Dies liege an dem hohen Offenheitsgrad und am hohen Anteil des verarbeitenden Gewerbes, also der Industrie am deutschen Sozialprodukt. Sollte sich der ‚Zeitgeist‘ zugunsten von Abschottung und Industriefeindlichkeit verfestigen, wäre Deutschland besonders betroffen und würde wieder zum kranken Mann Europas“, sagte Traud.

Die Helaba-Chefvolkswirtin plädierte für Vorschläge zu einer neuen Zollsenkungsrunde: „Mit Blick auf die durchschnittlichen Zollsätze muss man US-Präsident Trump recht geben: der internationale Handel ist nicht fair. Europa hat im Durchschnitt höhere Zölle als die USA. Man sollte Trump also ein Angebot für eine neue Zollsenkungsrunde unterbreiten, bevor er mit uns das macht, was er mit China in den letzten beiden Jahren exerziert hat“, sagte Traud.

Für Deutschland sehen die Chefvolkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe insbesondere den Konsum als Wachstumstreiber der kommenden Jahre – auch die Baubranche bleibe expansiv. Das Exportvolumen steige weiter, aber in den kommenden zwei Jahren langsamer als die Importe. „Auf dem Arbeitsmarkt seien neue Rekordwerte bei der Beschäftigtenzahl möglich."