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09. Oktober 2017 - 08:30Interne Revision

Projektrevision MaRisk-konform begleiten

von Thorsten Pegelow, Thomas Mannshardt

Innovationszyklen in der Kreditwirtschaft werden immer kürzer, und Regulierungsvorhaben sind immer häufiger schnell in Projekten umzusetzen. Beides zwingt die Interne Revision dazu, ihr periodenbasiertes Vorgehen anzupassen und ihre Methoden zur Projektbegleitung gleichzeitig zu standardisieren.

Eine Kurzzusammenfassung finden Sie hier.

Die Interne Revision von Sparkassen muss zunehmend komplexe Projekte MaRisk-konform beurteilen. (wladimir1804/fotolia)
Bekanntermaßen stehen die Geschäftsmodelle der Kreditinstitute von zwei Seiten unter Druck. Auf der einen Seite hat – nicht zuletzt durch die Nachwehen der Finanzmarktkrise – die Regulierung der Kreditwirtschaft ein noch vor einer Dekade ungeahntes Ausmaß angenommen. Es steht außer Frage, dass eine strengere Regulierung notwendig ist, um Fehler der Vergangenheit zu vermeiden. Dennoch ist kritisch anzumer­ken, dass mit den exorbitant angestiegenen Vorgaben in erster Linie Fehlern der global agierenden großen Institutsgruppen begegnet werden sollte.
Gleichzeitig ist es jedoch nicht gelungen, die Stabilitätsanker innerhalb der deutschen Bankenlandschaft (in Deutschland vor allem Sparkassen und Genossenschaftsbanken) von den wohlgemeinten Umsetzungsvor­gaben der weltweiten Regulierung freizuhalten. Anders sieht es etwa in den USA (dem Ursprungsland der Finanzmarktkrise) aus, wo derzeit wieder aktiv eine Deregulierung betrieben wird. Dort hat etwa die Umsetzung von Basel II die kleineren und regionalen Institutsgruppen weitgehend verschont und dürfte sie auch künftig verschonen, was jedoch für die Pläne und Maßnahmen der europäischen Bankenaufsicht aktuell nur eine Randnotiz zu sein scheint. Damit einher geht für alle Häuser die Notwendigkeit, sich aufwendig und umfangreich mit regulatorischen Vorgaben zu befassen bzw. sie umzusetzen, deren schier unerschöpfliche Flut vor allem die kleineren Häuser inzwischen zunehmend vor Umsetzungsprobleme stellt.
Auf der anderen Seite drängen neue Kundenerwartungen und ein veränder­tes Kundenverhalten (auch demografisch bedingt), neue Technik, (teilweise vermeintlich) innovative Geschäftsmodelle von Newcomern ("Fintechs") alle Institute dazu, ihre Geschäftsmodelle auf Zukunftsfähigkeit zu überprüfen und sich aktuellen Trends – proaktiv oder mit zeitlichem Umsetzungsverzug – zu widmen. Sowohl am Kunden als auch in den internen Prozessen verändern sich die Anforderungen und Möglichkeiten in einer rasanten Geschwindigkeit.
Der Veränderungsprozess der Institute vollzieht sich heutzutage weitgehend über Projekte. Linienbezogene Umsetzungen sind – auch aufgrund der engen Vernetzung vieler Themen in den Häusern – oftmals nicht mehr zeitgemäß. Außerdem ist aufgrund der zunehmenden Digita­lisierung von Prozessen die Einbindung verschiedener Protagonisten zwingend erforderlich. Eine projekthafte Umsetzung ermöglicht es – zumindest idealtypisch – die besten Kräfte mit der Realisierung zu beauftragen.

MaRisk-Anforderungen an die Revision

Die Interne Revision in Kreditinstituten stellt als unabhängige Überwa­chungs­einheit der 3. Linie sicher, dass alle wesentlichen Aktivitäten im Institut regelkonform und angemessen umgesetzt sind. Zu diesem Zweck hat die Revision sich auch mit allen Neuerungen und Anpassun­gen auseinanderzusetzen, die das Geschäftsmodell betreffen (z. B. Umfeld der Prozesse, Produkte oder Aufbauorganisation). Diese Überwachungsaufgabe als unabhängige Instanz ist ein wesentlicher Teil der Prüfung, die zum Ziel hat, Vorgaben des KWG (vor allem § 25a KWG: Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsorganisation) einzuhalten. Die Revision vermittelt damit sowohl der Geschäftsführung als auch Stake­hol­dern wie Bankenaufsicht, Aufsichtsorganen oder Wirtschaftsprüfern einen elementar wichtigen Einblick in die Funktionsfähigkeit und Angemessenheit von Unternehmensorganisation und -prozessen.
Diese Überwachungsfunktion nimmt die Revision grundsätzlich aus eigener Befassung und eigenem Antrieb wahr. Mithin ist es notwendig, dass auch projekthafte Veränderungen in den "Scope" der Revision gezogen werden. Dies umso mehr, als naturgemäß teilweise erhebliche Budgets in den Veränderungsprojekten eingesetzt werden und eine Einbindung der Revision auch ein Beitrag zur Überwachung der zweckmäßigen Mittelverwendung ist.
Wie sind die Anforderungen der MaRisk ("Die Interne Revision hat unter Wahrung ihrer Unabhängigkeit und unter Vermeidung von Interessen­kon­flikten bei wesentlichen Projekten begleitend tätig zu sein") in der Praxis am besten umsetzbar? Alle Revisionen stehen jedes Jahr aufs Neue vor Fragen wie:
  • Wie bewahrt man seine Unabhängigkeit?
  • Welche Interessen­kon­flikte drohen?
  • Was ist ein Projekt und wann ist es wesentlich?
  • Wie kann die "Revisionsbegleitung" abgebildet werden?
(BBL)
Die Unabhängigkeit der Internen Revision ist dabei vordergründig der am leichtesten zu beantwor-tende Teil der Umsetzung. Üblicherweise sind entsprechend der berufsständischen Anforde-rungen die Anforderungen an die Unabhängigkeit sowohl in der schriftlich fixierten Ordnung niedergelegt als auch spezifisch bspw. über entsprechende Regelungen in einem Revisionshandbuch (s. Abb. 1) geregelt.
Die Unabhängigkeit zu beachten, wirft allerdings gelegentlich auch für projektbegleitende Tätigkeiten Probleme auf. Hinsichtlich möglicher Interessenkonflikte ist es den MaRisk-Anforderungen zufolge zunächst einmal von Bedeutung, die verschiedenen möglichen Interessenkonflikte abzugrenzen: Die organisatorische Unabhängigkeit ist danach sicherlich kein Problem – eine unabhängige und direkt dem Vorstand unterstellte Revision gibt es in allen Kreditinstituten. Interessant wird es, wenn es um die prozessuale Unabhängigkeit geht. Zunächst muss beachtet werden, dass die Revision eine von den operativen Prozessen unabhängige Einheit ist. Damit darf zwangsläufig die Revision in den Projekten keine Regeltätigkeiten im Sinne der Projektarbeit wahrnehmen. Alles andere wäre einen Verstoß gegen die MaRisk.
Sofern Mitarbeiter der Revision in Projekten eingebunden werden sollen und es sich dabei nicht um prüferische Handlungen dreht, ist der Mitar­beiter – zur Wahrung seiner Unabhängigkeit – mindestens übergangs­weise auch formal von der Revisionsarbeit freizustellen. Außerdem ist zu gewährleisten, dass der Prüfer nach Rückkehr an seinen Arbeitsplatz keine Prüfungshandlungen bezüglich von ihm bearbeiteter Projektthemen übernimmt (oder dies nur nach einer angemessenen "Cooling-off-Period").
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  1. Projektrevision MaRisk-konform begleiten
  2. Grenze zwischen Begleitung und Mitarbeit
  3. Umsetzungszyklen versus jährliche Planung
  4. Fazit
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