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19. Mai 2017 - 15:48Chefvolkswirte

Protektionismus wird zum Problem

von Thomas Rosenhain

Der Freihandel benötigt klare Regeln, sagen die Ökonomen der Sparkassen-Finanzgruppe.

Unter den von US-Präsident Donald Trump angekündigten Einfuhrzöllen würden die deutsche, aber auch die US-amerikanische Wirtschaft leiden. Ein globaler Handelskrieg wäre nicht ausgeschlossen, sagen die Chefvolkwirte. (dpa)

Es sei eine wirtschaftspolitische Sackgasse, auf die man global zusteuere, warnen die Chefvolkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe mit Blick auf den wachsenden Protektionismus in der Welt. Allen voran der neue US-Präsident Donald Trump stehe für den neuen Kurs geopolitischer Konfrontation in den Handelsbeziehungen.

Doch Trump ist nur eine neuerliche Spitze in einem bereits länger andauernden Trend. Seit 2008 registriert die Welthandelsorganisation (WTO) eine Zunahme sektoraler oder produktbezogener Abschottungsmaßnahmen, heißt es in dem aktuellen Papier von zehn Chefökonomen der öffentlich-rechtlichen Institute.

Dabei warnen die Wirtschaftsexperten vor einer Eskalation, die zu globalen Handelskriegen führen könne. Der von Trump angekündigte, aber wohl nicht realisierbare Satz von 45 Prozent Einfuhrzöllen würde Deutschland beziehungsweise deutsche Unternehmen nach heutigem Stand mit zusätzlichen Exportkosten von 22 Milliarden Euro belasten.

Doch auch die US-Wirtschaft würde enorm unter den Kosten eines erschwerten Handels leiden. „Handelsbeschränkungen werden zu Wachstumsverlusten führen“, heißt es seitens der Ökonomen. Dabei wollen die Experten aber nicht einen unbeschränkten Freihandel propagieren. Es sei eine fragwürdige Hypothese, dass beim Freihandel alle Gewinner sein werden, warnen die Chefvolkswirte. Überlegene Wettbewerber aus anderen Ländern könnten durchaus heimische Firmen vom Markt verdrängen. Arbeitsplätze würden in der Folge verloren gehen.

Nicht wettbewerbsfähige Volkswirtschaften wären zu massiven Währungsabwertungen gezwungen. Länder mit unsicheren Währungen seien darauf angewiesen, ihre Handelsbilanzdefizite in fremden Währungen zu finanzieren. Was wiederum ein Wechselkursrisiko mit sich brächte. Handel benötige klare Regeln und faire Bedingungen, heißt es im Standpunkt der Chefvolkswirte. Am Ende sei es schwierig zu entscheiden, ob Eingriffe in den freien Handel berechtigten Interessen zur Abwehr von Dumping-Konkurrenz dienten oder Ergebnis strukturkonservativer Lobbyvertreter seien.

Im Einzelfall müsse auch gesehen werden, inwieweit politische Ziele, wie etwa das Verbot von Kinderarbeit oder der Klimaschutz, zu berechtigten Handelsbeschränkungen führten. Die Gefahr eines unüberschaubaren Handelskriegs steige jedoch durch den wachsenden Protektionismus, betonen die Volkswirte in ihrem Fazit nachdrücklich, und verweisen auf die negativen Erfahrungen der 1930er-Jahre.

Um zu mehr Kooperation zu kommen, raten die Ökonomen den Überschussländern wie Deutschland, ihre Importnachfrage zu erhöhen. Das könne durch Entlastung niedriger Einkommen geschehen oder durch eine Senkung der Mehrwertsteuer.

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