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02. Februar 2017 - 16:13Arbeitskreis 6

Risikoinventur als Basis für Standards

von Kerstin Alpen, Sparkassen Rating und Risikosysteme, Kirsten Cummerow, Sparkasse Neubrandenburg-Demmin

Methoden-Zielbild für die Banksteuerung und Risikoidentifikation.

Regulatorik möglichst ressourcenschonend zu realisieren, empfiehlt Kirsten Cummerow, stellvertretendes Vorstandsmitglied der Sparkasse Neubrandenburg-Demmin. (Himsel)
Die Entwicklung eines standardisierten Vorgehensmodells für die Risikoinventur ist eines der ersten Arbeitspakete aus dem fachlichen Methodenzielbild, das die Sparkassen Rating und Risikosysteme (SR) aktuell umsetzt. Mittels des neuen Konzepts werden Sparkassen ihre wesentlichen Risiken auf Grundlage der ebenfalls standardisierten Risikoartendefinition identifizieren und ihr institutsindividuelles Gesamtrisikoprofil ableiten können.
Ein Praxisleitfaden empfiehlt konkrete Kriterien für die Beurteilung der Wesentlichkeit der Risiken. Eine Erfassungshilfe ermöglicht die strukturierte Aufbereitung der Ergebnisse der Risikoinventur. Klar formulierte Kriterien, die zen­tral mit der Aufsicht abgestimmt werden, geben den Sparkassen Prozesssicherheit und reduzieren den Aufwand.
Das individuelle Risikoprofil eines Instituts ist maßgeblich dafür, welche Anforderungen die Aufsicht stellt. Darauf müssen die standardisierten Methoden und Verfahren der Finanzgruppe ausgerichtet sein. Die SR plant deshalb, je nach Risikoprofil einen differenzierten Mindeststandard anzubieten. Die Angemessenheitsprüfung dieser Methoden und Verfahren für die Risikoquantifizierung soll im Zielbild für alle Risikoarten soweit wie möglich zentralisiert durch Validierungen seitens der SR erfolgen.

Zentrale Entwicklung brint mehr Effizienz

Erhebliche Vorteile werden dadurch erwartet, dass die SR die Verfahren zentral entwickelt, validiert und mit der Aufsicht abstimmt. Die SR setzt bereits andere Arbeitspakete um. So hat sie die Betreuung der Anwendung für die Risikotragfähigkeitsermittlung und die fachliche Verantwortung für die Weiterentwicklung des Fortführungsansatzes vor dem Hintergrund von SREP übernommen.
Die Aufsicht fordert immer häufiger Analysen für einen Zeithorizont von mehreren Jahren – bei steigender Prüfungsintensität. Durch SREP wird dabei die Abbildung von Wechselwirkungen zwischen Säule 1 und 2 in den Fokus gerückt. Vor diesem Hintergrund ist die Möglichkeit einer mehrperiodischen, integrierten Simulation aller regulatorisch und ökonomisch erforderlichen Risikokennzahlen elementar für die Planungssicherheit der Sparkassen. Daher entwickelt die SR für die Sparkassen eine Anwendung zur „Gesamtbanksimulation“.
Eine einheitliche Vorgehensweise, Datenbasis und einheitliche Programme bringen uns in unserer Gesamteffizienz weiter – auch bei dezentraler Organisation. Für die Institute bleibt wesentlich, dass sie die Steuerungsentscheidungen nach wie vor selbst treffen. Die Risikotoleranzen bleiben individuell. Regulatorik ist eine Aufgabe, die möglichst ressourcenschonend realisiert werden sollte.
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