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10. August 2018 - 07:15Target 2

Salden als Solidarität verstehen

Target 2 als System der Risikoteilung: Die Chefvolkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe bringen einen neuen Aspekt in die Debatte um die angebliche "Billionen-Bombe".

Auch wenn er die Billion-Euro-Grenze noch nicht überschritten hat: Der deutsche Target-Saldo wird weitersteigen, solange die EZB an ihrer jetzigen Geldpolitik festhält. (dpa)
Die Target-2-Salden müssen in die Diskussion um Risikoteilung und europäische Sicherungstöpfe einbezogen werden. Das fordern die Chefvolkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe in ihren aktuellen "Wirtschaftspolitischen Positionen". Die Target-Salden bedeuten nach Ansicht der Volkswirte "auch eine erhebliche Inanspruchnahme von Solidarität". Die derzeitige Ausrichtung der Geldpolitik, aus der die hohen deutschen Target-Salden resultierten, stütze die Stabilität der Bankensektoren einiger europäischer Länder. "In diesem Sinne entspricht das Target-System bereits anderen vorgeschlagenen und diskutierten Systemen einer Risikoteilung und solidarischen Stabilisierung im Euroraum", schreiben die Chefvolkswirte.
Deshalb müsste das Verrechnungssystem berücksichtigt werden, wenn Überlegungen über eine neue länderübergreifende Risikoübernahme angestellt werden. So könnten die Target-Salden explizit als Deckung einberechnet werden, wenn solche Sicherungssysteme aufgebaut werden sollten. "Das würde die Salden einer sinnvollen Verwendung und einem potenziellen Abbau zuführen und Doppellasten vermeiden", so die Chefvolkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe weiter.
Der deutsche Target-2-Saldo bewegt sich in diesem Sommer nahe der Billion-Euro-Grenze. Unter Ökonomen ist ein scharfer Streit darüber entbrannt, inwieweit dieser hohe Saldo dramatisch ist. So spricht Thomas Mayer, früherer Chefvolkswirt der Deutschen Bank, von einem "Wahnsinn namens Target 2". Deutschland ist der größte Gläubiger des Verrechnungssystems, Italien ist mit gut 470 Milliarden Euro der größte Schuldner des Systems.
Die Volkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe mahnen eine Versachlichung der Diskussion an. Die Target-Salden seien ein Ausdruck dafür, dass die Eurozone noch kein optimaler Währungsraum ist. Mit nicht risikoadäquaten Zinsen habe die EZB einen Anreiz zur Kreditaufnahme in der Peripherie und zum Erwerb von Aktiva in den Kernländern gesetzt. Es wäre wichtig, dass die EZB Anfang 2019 eine Exitstrategie aufzeigt, die nicht nur die Leitzinsen einschließt, sondern auch die Rückführung der im Eurosystem gehaltenen Staatsanleihen. (pm)
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