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10. August 2018 - 11:15Agrarkunden

Schutz für alle Fälle

von Thomas Rosenhain

Die extremen Wetterlagen nehmen zu. Sparkassen und Verbundpartner beraten mit Landwirten, wie kurz- und langfristig auf den Klimawandel reagiert wird.

Auf die wochenlange Trockenheit folgen nun die Gewitter (wie hier in Brandenburg). Landwirte haben Möglichkeiten, sich gegen Wetterextreme abzusichern, doch staatliche Hilfe kann ebenfalls erforderlich sein. (dpa)
Die klimatischen Auswirkungen auf die Landwirtschaft werden weiter zunehmen, sagt Raimund Lichtmannegger, Hauptabteilungsleiter Landwirtschaft bei der Versicherungskammer Bayern (VKB). Deshalb sei ein Schutzmechanismus für landwirtschaftliche Betriebe unerlässlich. Die ex­treme Trockenheit sei eine dieser Auswirkungen. Dank der VKB ist im Produkt "Ernteschutz" der öffentlichen Versicherer Trockenheit als möglicher Baustein enthalten.
Doch Landwirte wie auch Sparkassen sind noch zurückhaltend. "Absicherungen gegen Hagelschlag funktioniert ganz gut, aber Trockenheitspolicen sind bislang wenig etabliert im Markt und haben sich nicht gerechnet“, sagt Karsten Wagner, Agrarkundenbetreuer bei Deutschlands größter Flächensparkasse, der Mittelbrandenburgischen Sparkasse Potsdam (MBS). "Das kann natürlich anders werden", fügt er hinzu.

Lage der Landwirte sehr unterschiedlich

Weniger als zwei Prozent der Landwirte haben bislang eine solche Police. "Eine flächendeckende zufriedenstellende Absicherung wird ohne staatliche Unterstützung nicht dauerhaft möglich sein", sagt Lichtmannegger angesichts der aktuellen Dürreperiode.
Die Maisernte gerät in diesem Jahr aufgrund der Trockenheit zur Noternte, und sie kommt um Wochen früher als üblich. (dpa)
Die Lage der Bauern ist unterschiedlich. "Wir haben ein differenziertes Bild, wie sehr die jeweiligen Landwirte betroffen sind", so Wagner. "Schon aufgrund der Größe unseres Geschäftsgebiets gibt es Regionen, in denen es wochenlang überhaupt keine Niederschläge gab, während es andernorts durchaus geregnet hat."

Sorgen machen ihm die Viehzüchter, denn Futter ist im Osten Deutschlands knapp. Es gebe ein Nord-Süd-Gefälle, aber ob sich ein Transport von Futtermittel aus Bayern nach Brandenburg lohnt, sei zweifelhaft. Auch die Obstbauern seien keineswegs klare Gewinner des heißen Sommers.
"Die Prognose, dass die Obstbauern die Gewinner dieses Wetters sein werden, ist nicht so einfach", sagt MBS-Experte Wagner. Die Früchte hätten bei einem hohen Ertrag häufig nur Industriequalität, und für das Kilo Industrieäpfel zur Vermos­tung bekämen die Landwirte gerade einmal neun Cent. "Da fragen sich einige schon, ob sich die Ernte überhaupt lohnt", so Wagner.
Rufe der Bauernverbände nach Staatshilfen versteht der Sparkassenberater zwar, doch er selbst bleibt zurückhaltend. „Irgendwelche Volatilitäten gibt es in der Landwirtschaft immer, seien es Trockenzeiten, Pilze, Tierseuchen oder ein Handelsembargo“, so Wagner. „Die Rufe nach staatlichen Hilfen werden auch unter den Landwirten differenziert diskutiert.“
Dabei könnte sich die Politik an Kreditinstituten orientieren. "Als Kreditinstitut prüfen wir, wie bei anderen gewerblichen Kunden in Extremfällen, Tilgungsaussetzungen oder ähnliche Erleichterungen", sagt Wagner. "Dafür müssen wir natürlich von dem langfristigen Ansatz des Landwirts überzeugt sein." Er zeigt sich aber optimistisch, dass ein Umdenken im Gang sei. Anbausorten und -programme stünden auf dem Prüfstand. Einiges könne man sich von südlichen Ländern abgucken.
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