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04. Juli 2018 - 08:30Echtzeitüberweisung

Sekundenschnell ist einfach

von Herbert Tilgner

Mit einer eigenen Kampagne werden Sparkassen zum Start der Echtzeitüberweisung am 10. Juli in den Markt gehen. Damit eröffnet Europas größte Institutsgruppe 50 Millionen Kunden den Zugang zum neuen Instant-Payments-Verfahren im einheitlichen europäischen Zahlungsverkehrsraum (Sepa).

Eine Kurzzusammenfassung finden Sie hier.

Die Sparkassen-Finanzgruppe übernimmt bei Echtzeitüberweisungen eine Vorreiterrolle – zum Vorteil für ihre Kunden. (Getty Images)
Mit Inkrafttreten des Sepa-Instant-Credit-Transfer-Scheme-Rulebooks des European Payment Councils (EPC) am 21. November 2017 ist der Startschuss für die europaweite Einführung von Instant Payments (Echtzeitüberweisung) gefallen. Damit schreitet die europaweite Vereinheitlichung der Überweisungsverfahren voran.
Be­reits 2008 ist etwa die Sepa-Überweisung eingeführt worden, 2009 gefolgt von den beiden Sepa-Lastschriften.

Inzwischen sind diese gemäß der Migrationsverordnung (EU-Verordnung Nr. 260/2012) europaweit verpflichtend und haben somit die nationalen Verfahren abgelöst. Im Gegensatz dazu ist das sekundenschnelle Über­weisungsverfahren freiwillig. Die europäischen Finanzinstitute sind demnach nicht verpflichtet, ihren Kunden die neue Echtzeitüberweisung anzubieten.
Bisher nehmen 15 der 34 Sepa-Teilnehmerländer an Instant Payments teil. Fast 1100 Institute haben bereits ihren Beitritt zum neuen Verfahren erklärt. Das sind rund 25 Prozent der infrage kommenden Banken und Sparkassen. In Deutschland ist die Hypovereinsbank die erste und einzige Bank, die bereits seit dem Start des Verfahrens teilnimmt.
Die Sparkassen-Finanzgruppe wird ab dem 10. Juli als erste Institutsgruppe mit 400 teilnehmenden Instituten starten und ihren Kunden die Echtzeitüberweisung anbieten. Damit geben die Sparkassen einen deutlich spürbaren und wichtigen Impuls für eine möglichst flächendeckende Einführung des neuen Verfahrens. Weitere Institute werden bis zum Ende des Jahres folgen. Die Genossenschaftsbanken werden noch in diesem Jahr die Echtzeitüberweisung einführen. Die Deutsche Bank hat ihren Beitritt zum 20. November 2018 erklärt. Den bekannten Planungen zufolge wird die Einführung der Echtzeitüberwei­sung in Deutschland 2020 weitgehend abgeschlossen sein.

Echtzeitüberweisung verändert heutige Zahlungsverkehrswelt

Eine schnelle und möglichst flächendeckende Verbreitung der Echtzeitüberweisung in Deutschland und Europa ist die entscheidende Voraussetzung für eine erfolgreiche Markteinführung und große Akzeptanz des neuen Verfahrens. Eine Echtzeitüberweisung funktioniert nur, wenn sowohl das Finanzinstitut des Auftraggebers als auch des Empfängers am Verfahren teilnehmen. Nur bei guter Erreichbarkeit wird die Echtzeitüberweisung ihr volles Marktpotenzial entfalten und perspektivisch zum "New Normal" im europäischen Überweisungsverkehr werden können.
In der aktuellen Phase der Markteinführung lässt sich das komplette Spektrum der Möglichkeiten, die das neue Verfahren für die Entwicklung neuer und innovativer Produktangebote und Geschäftsmodelle eröffnet, nur erahnen. Sicher ist jedoch, dass die Einführung der Echtzeitüberwei­sung mehr ist als nur die Beschleunigung der klassischen Überweisung. Sie wird die heutige Zahlungsverkehrslandschaft in Deutschland und Europa verändern, bestehende Geschäftsmodelle infrage stellen und völlig neue hervorbringen.
Die Geschäftsmodelle der meisten etablierten Zahlverfahren einschließlich des Kartengeschäfts basieren auf einem wesentlichen Nachteil des heutigen Massenzahlungsverkehrs ­– dem zeitlichen Auseinanderfallen von Zahlungsauslösung und Geldeingang beim Empfänger. Die meisten Zahlverfahren schließen genau diese zeitliche Lücke und bieten dem Zahlungs­empfänger sozusagen in Echtzeit die gewünschte Zahlungssicherheit – häufig in Verbindung mit einer Zahlungsgarantie.
Echtzeitüberweisungen und der damit verbundene sofortige Eingang des Geldes auf dem Konto des Empfängers werden somit auf viele dieser Geschäftsmodelle einen großen Druck ausüben oder ihnen sogar die Grundlage entziehen. Die disruptive Wirkung der Echtzeitüberwei­sung wird sich nicht nur auf die unbaren Zahlverfahren beschränken. Einen noch größeren Einfluss dürfte sie auf das in Deutschland nach wie vor beliebteste Echtzeitzahlverfahren haben: die Barzahlung.
Nach Angaben der aktuellen Studie "Zahlungsverhalten in Deutschland 2017" der Deutschen Bundesbank hat die Barzahlung gemessen am Umsatz einen Marktanteil von 47,6 Prozent, gemessen an den Transaktionszahlen sogar von 74,3 Prozent. Die Echtzeitüberweisung wird in der Kombination mit der App auf dem Smartphone vor allem bei Kleinstbeträgen am Point of Sale den Trend zur weiteren Ablösung von Barzahlungen durch bargeldlose Zahlungen verstärken.

Paradigmenwechsel im Euro-Massenzahlungsverkehr

Die Echtzeitüberweisung ist eine sekundenschnelle Überweisung, die an allen Kalendertagen des Jahres rund um die Uhr verfügbar ist (24/7). Dem Empfänger steht das Geld praktisch sofort zur Verfügung. Die aktuelle Betragsgrenze liegt bei 15 000 Euro pro Einzelauftrag. Das Sepa-Echtzeitüberweisungsverfahren basiert auf dem klassischen Sepa-Echtzeitüberweisungsverfahren und setzt damit grundsätzlich auf einer bestehenden Infrastruktur, gleichen Datenformaten und existierenden Clearing- und Settlementprozessen auf.
Dennoch gibt es einen wesentlichen Unterschied: Die herkömmliche Abwicklung von Überweisungen im Euro-Massenzahlungsverkehr erfolgt in einer Stapelverarbeitung – dem sogenannten Batchbetrieb. Einzelauf­trä­ge werden dabei in zeitlichen Intervallen gesammelt und zu Dateien für die Weiterbearbeitung zusammengefasst. Diese Sammelverarbeitung macht die Ausführung einer einzelnen Überweisung in Echtzeit unmöglich. Gleiches gilt für jedweden manuellen Eingriff in die Abwicklungsprozesse. Eine Echtzeitüberweisung auszuführen, ist somit nur auf Basis der Einzeltransaktion in vollständig automatisierten Prozessen ohne menschliche Eingriffe möglich. Dieser Umstand zwingt zu einem Paradigmenwechsel in der Abwicklung des Massenzahlungs­verkehrs – weg von der Sammelverarbeitung im Stundentakt, weg von Bankgeschäftstagen mit begrenzten Einreichungszeiten hin zur sekun­den­schnellen Ausführung von Einzeltransaktionen in automatisierten Prozessen an allen Kalendertagen des Jahres rund um die Uhr.
Entwicklung und Einführung des neuen Verfahrens sind daher sehr komplex und stellen hohe Anforderungen an die Gestaltung der neuen Prozesse im Zahlungsverkehr, an die Implementierung der notwendigen Sicherheitsstandards und vor allem an die durchgängige Verfügbarkeit der IT-Infrastruktur von Finanzinstituten und Zahlungsdienstleistern.
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  1. Sekundenschnell ist einfach
  2. Sparkassen starten ins Zeitalter der Echtzeit-Überweisung
  3. Fazit
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