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27. November 2018 - 17:30Dekabank

Spätphase des längsten Aufschwungs

Derzeit sprechen viele Anzeichen dafür, dass sich das weltweite Wirtschaftswachstum verlangsamt. „Wir befinden uns in der Spätphase des längsten Aufschwungs seit der Euro-Einführung“, sagt Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank, im Konjunktur- und Kapitalmarktausblick des Asset-Managers.

Die Deka rechnet 2019 mit weniger Wachstum und schwankenden Märkten. (dpa)
„Das ist weiterhin ein ordentliches Wachstum und die Voraussetzungen für ein Soft Landing sind gut. Aber jetzt muss die Konjunktur beweisen, dass sie nach vielen Jahren des Aufschwungs ohne geldpolitisches Doping leistungsfähig bleibt“, sagte Kater. Für ein Soft Landing – also eine bloße Abschwächung der Wachstumsraten – spreche die moderate Geldpolitik von EZB und US-Notenbank. Nach Einschätzung der Deka-Volkswirte haben beide die Märkte und die Wirtschaft lange und sorgfältig auf eine Normalisierung ihrer Geldpolitik vorbereitet. Zudem würden sie nicht von inflationären Entwicklungen vor sich hergetrieben. Das ermögliche ihnen, den Straffungskurs jederzeit auszusetzen, wenn die konjunkturellen Gefahren allzu groß werden.
Der neue Protektionskurs in der Weltwirtschaft spiele konjunkturell bisher keine große Rolle. Die Zollvolumina seien (noch) zu gering und es gebe ausreichend Umgehungsmöglichkeiten. Die USAwürden ihre eigenen Handelssanktionen, vornehmlich gegen China, 0,2 Prozentpunkte Wachstum kosten. Alles in allem rechnen die Volkswirte für die USA noch mit einer Wachstumsrate von 2,3 Prozent.
Würde die Europäische Union in die Zollmaßnahmen verwickelt, gehörte Deutschland zu den Hauptleidtragenden, so die Deka. Insgesamt lägen die absehbaren Belastungen der Weltwirtschaft durch Zölle jedoch unterhalb der Schwelle, ab der ein Abschwung ausgelöst werden würde. Für Deutschland und den Euroraum als Ganzen erwarten die Experten der DekaBank ein Wachstum von 1,6 Prozent. Stabiler privater Konsum und das anhaltende Wachstum der Anlageinvestitionen trügen die Konjunktur. Risikofaktoren seien die schwelenden Konflikte mit den USA, der Haushaltsstreit in Italien sowie der unklare Weg des Vereinigten Königreichs aus der EU.
Für die Aktienmärkte hingegen bedeute der Protektionismus nichts Gutes. Alternative Produktionsketten kosteten Zeit und Geld. Das bedeute sinkende Margen oder steigende Verbraucherpreise – beides negativ für das Kurspotenzial. Nach Einschätzung der Deka-Volkswirte wird sich das weiter verschärfen und US-Präsident Trump auch die noch nicht betroffene Hälfte der chinesischen Importe in die USA mit Zöllen belegen.
Die Kehrtwende in der Geldpolitik werde an den Anleihe- und Aktienmärkten gleichermaßen zu spüren sein. „Wir rechnen mit einem mäßigen Anstieg der Renditen für Bundesanleihen auf etwa 0,8 Prozent Ende 2019“, sagt Kater. Mit Staatsanleihen würden Anleger auch 2019 kein Geld verdienen können. Sicherheit bliebe kostspielig. Unternehmensanleihen sollten diesen moderaten Anstieg mitmachen. Chancen würden sich aber vor allem in den riskanteren Bereichen des Rentenmarktes ergeben.
Die Geldpolitik bleibe der große Unsicherheitsfaktor für die Konjunktur und damit für die Aktienmärkte. Zusammen mit den bekannten Risiken aus Handels- und Haushaltspolitik rechnen die Deka-Experten mit ungemütlichen Märkten, die aber gute Einstiegsmöglichkeiten böten.
Insbesondere die Auseinandersetzung um die italienische Finanzpolitik könne 2019 an den Finanzmärkten negativ aufschlagen. „Anleger müssen auf hohe unterjährige Schwankungen vorbereitet sein. Wer die Nerven behält, sollte aber in den kommenden Jahren dafür belohnt werden“, so Joachim Schallmayer, Leiter Kapitalmärkte & Strategie bei der DekaBank. Die Basis für einen Zuwachs der operativen Erträge sei gelegt, und in allen großen Regionen dürften die Unternehmensgewinne im hohen einstelligen Bereich gegenüber dem Vorjahr zulegen.
Schallmayer geht davon aus, dass der DAX auf drei oder sechs Monate auch unter die Marke von 11000 Punkten fallen kann. Mit einer Klärung der Konjunkturperspektiven im Jahresverlauf sollte dann jedoch eine Erholung einsetzen, die den DAX gegen Ende des Jahres 2019 wieder über 12000 Punkte steigen lassen könne.
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