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11. Juli 2018 - 08:30Geschäfts- und Marktanteilsentwicklung 2017

Sparkassen bauen Kreditgeschäft weiter aus

von Immo Janßen, Yvonne Schulze

Die Geschäftsentwicklung der 390 (Stand: 12/17) Sparkassen in Deutschland ist 2017 gut verlaufen. Ihre Bilanzsumme hat sich um 26,8 Milliarden Euro (2,3 Prozent) auf 1200 Milliarden Euro erhöht. Bei einem starken Neugeschäft sind vor allem Unternehmenskredite kräftig ausgebaut worden.

Sparkassen haben die Zahl der Unternehmenskredite deutlich erhöht. (Andrey Popov/fotolia)
Im Kundenkreditgeschäft haben die Sparkassen mit einer Steigerung von 24,8 auf 793,6 Milliarden Euro ein starkes Plus verbuchen können. Die hohe Zuwachsrate von 3,2 Prozent aus dem Vorjahr konnte damit bestätigt werden. Das Neugeschäft hat sich gegenüber 2016 um 0,5 Prozent erhöht. Mit Zusagen in der Gesamtsumme von 150,6 Milliarden Euro ist ein sehr guter Wert erzielt worden. Bei Krediten an Unternehmen und wirtschaftlich Selbstständige haben die Sparkassen einen Zuwachs von 19,8 (-5,2 Prozent) auf einen Bestand von 397,9 Milliarden Euro erreicht. Dabei haben sie im Jahresverlauf 83,7 Milliarden Euro neue Darlehen gegenüber Unternehmen und wirtschaftlich Selbstständigen zugesagt. Der historisch bisher beste Wert aus dem Jahr 2016 (81,2 Milliarden Euro) ist somit noch übertroffen worden.
Der Bestand der Kundeneinlagen hat sich seit Jahresbeginn um 21 Milliarden Euro (+2,4 Prozent) erhöht – ein geringerer Zuwachs als im Vorjahr (+28,6 Milliarden Euro bzw. +3,3 Prozent). Bei weiterhin nie­drigem Zinsniveau haben sich die in vergangenen Jahren üblichen Verschie­bungen zwischen den Anlagekategorien abgeschwächt fortgesetzt: Mittelzuflüssen bei Sichteinlagen (+5,5 Prozent) standen Rückgänge bei Termingeldern (-5,0 Prozent) und Eigenemissionen (-10,4 Prozent) gegenüber. Der Spareinlagenbestand hat ebenfalls geringfügig verloren (-1,1 Prozent).
Im Kundenwertpapiergeschäft lag der Umsatz mit 119,9 Milliarden Euro deutlich über dem Vorjahr (+17,5 Prozent). Umsatzgewinne waren in allen Kategorien zu verzeichnen (Aktien +17,6, Investmentfonds +18,4 und festverzinsliche Wertpapiere +16,3 Prozent). Der Nettoabsatz war mit 10,8 Milliarden Euro kräftig positiv und hat den besten Wert seit 2002 erreicht.
Auch aufgrund dieses hohen positiven Nettoabsatzes hat sich das Geldvermögen aller Kunden mit 31,8 Milliarden Euro wieder recht stark erhöht. Der Wert aus dem Jahr 2016 (+38,2 Milliarden Euro), als der Einlagenzuwachs in der Gesamtkundschaft deutlich höher war, ist allerdings nicht erreicht worden. Bezogen auf Privatpersonen hat sich die Geldvermögensbildung dagegen mit 33,4 Milliarden Euro annä­hernd den Wert von 2016 (33,7 Milliarden Euro) verbessert.
Trotz des intensiven und sich weiter verschärfenden Wettbewerbs haben die Sparkassen 2017 ihre starke Marktposition gut behauptet und sind beim Kredit- und Einlagengeschäft weiterhin Marktführer.

Kräftige Expansion bei Unternehmenskrediten

(BBL)
Das Kreditgeschäft der Sparkassen hat sich im Jahr 2017 sehr gut entwickelt. Das Neugeschäft verlief positiv, die Zusagen lagen mit 150,6 Milliarden Euro um 0,5 Prozent über dem Vorjahr. Dies ist der zweitbeste Wert nach dem Rekordjahr 2015 (s. Abb. 1).

Unternehmen und wirtschaftlich Selbständigen haben die Sparkassen 2017 Kredite in Höhe von 83,7 Milliarden Euro zugesagt, 3,4 Milliarden Euro (+4,2 Prozent) mehr als im Vorjahr. Damit ist in diesem Segment ein neuer Rekordwert erzielt und der bisherige Bestwert aus dem Jahr 2015 (81,2 Milliarden Euro) sogar um 3,0 Prozent übertroffen worden. Die Zusagen lagen in allen Quartalen über den Vergleichswerten 2016. Mit 90,6 Prozent entfällt der Großteil der Darlehenszusagen 2017 auf den mittel- und langfristigen Bereich. Schwerpunkt bleiben also die Kredite mit längerfristigem, investivem Charakter.
(BBL)
Das hervorragende Neugeschäft spiegelt sich auch in der Entwicklung der Bestände wider. Der an Unternehmen und wirtschaftlich Selbststän­dige 2017 herausgelegte Kreditbestand hat sich um 19,8 Milliarden Euro (plus 5,2 Prozent) erhöht – ein im Vergleich mit dem bereits starken Vorjahr (plus 4,5 Prozent) nochmals stärkerer Zuwachs. Der Kreditbestand lag Ende Dezember 2017 bei 397,9 Milliarden Euro. Das Tilgungsvolu­men belief sich auf 56,7 Milliarden Euro und hat damit nahezu Vorjah­resniveau (56,8 Milliarden Euro) erreicht (s. Abb. 2).
(BBL)
Diese gute Entwicklung spiegelt sich auch im Vergleich mit den Wettbe­werbern wider. Bei einem im Jahresverlauf steigenden Marktvolumen bei Krediten an die Realwirtschaft1 haben die Sparkassen 2017 mit ihrem überdurchschnittlichen Bestandszuwachs weiter an Marktanteilen hinzugewonnen (plus 0,3 Prozentpunkte auf 30,0 Prozent). Die Genossen­schaftsbanken (plus 0,6 Prozentpunkte auf 19,8 Prozent) und die Gruppe der Regionalbanken/sonstige Kreditbanken/Zweigstellen ausländischer Banken (plus 0,2 Prozentpunkte auf 16,5 Prozent) konnten ihre Marktan­teile ebenfalls ausbauen. Großbanken haben demgegenüber weiter verloren (minus 0,2 Prozentpunkte auf 10,1 Prozent) ebenso wie die Lan­desbanken (minus 0,5 Prozentpunkte auf 12,5 Prozent), bei denen der Abbau von Aktiva allerdings nach wie vor unter strategischen Gesichtspunkten erfolgt ist (s. Abb. 3).
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  1. Sparkassen bauen Kreditgeschäft weiter aus
  2. Kreditgeschäft mit Privatpersonen etwas verhaltener
  3. Nettoabsatz im Kundenwertpapiergeschäft klar positiv
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