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28. September 2012 - 11:18Mobile Payment in Japan

Technik braucht keine Bank

von Prof. Dr. Dirk Schiereck, Artur Tielmann

Einheitliche Nutzung führt zu Sicherheitsproblemen

Die Fastfood-Kette McDonalds hat in Japan schon vor vier Jahren die mobile Bezahltechnologie via Handy auf der Basis des Osaifu Keitai-Systems eingeführt. (McDonalds Japan)
Der einfache Aufbau und vor allem die Vielfalt an angebotenen Systemen, die auf der oben beschriebenen M-Payment-Plattform arbeiten, können jedoch auch zum Problem werden. Wenn es nun zum Verlust des Mobiltelefons kommt, muss der Kunde, wenn er die Payment-Funktionen nicht durch Passwort oder PIN geschützt hat, sich bei jedem Betreiber melden, dessen Dienste er beansprucht hat. Diese Liste kann mitunter recht umfassend sein. Nur so kann er aber Missbrauch vorbeugen bzw. einen neuen Account aktivieren. Zudem sind Mobile Payment-Systeme, die auf Kreditkartenbasis funktionieren, häufig nur auf einem Handy nutzbar. Geht dieses verloren, muss der Kunde zunächst eine neue Kreditkarte beantragen, mit der er sein neues Handy für den Dienst aktivieren kann.

Bewertung des japanischen Mobile Payment-Systems

Mobile Payment hat sich in Japan als Zahlungsmittel sehr gut etabliert. Es wird praktisch in allen Lebenssituationen von den Konsumenten genutzt. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor in Japan ist die Konstruktion einer standardisierten Plattform. Der wichtigste Treiber dieser Standardisierung war NTT DoCoMo, die mit einem Marktanteil im Mobilfunkbereich von 48,4 Prozent marktbeherrschend ist.(12) Zudem tätigte das Unternehmen strategische Investitionen an Schlüsselstellen der Mobile Payment-Wertschöpfungskette, etwa die Beteiligung an FeliCa Networks oder auch am Kreditkartenunternehmen iD. Durch diese dominante Marktposition wurde FeliCa Mobile zum De-Facto-Standard. Alle anderen Marktteilnehmer akzeptierten die Plattform. Auchkulturelle und soziale Aspekte verhalfen dem M-Payment in Japan zum Erfolg, denn Japaner gelten gemeinhin als technikaffin und offen für neue technische Entwicklungen.

Fazit und Ausblick

Mobile Payment ist in Japan von der breiten Masse als übliches Zahlungsmittel akzeptiert worden ist, weil es einem einheitlichen technischen Standard folgt, einen klaren ökonomischen Vorteil bietet und auf eine sehr technikaffine Bevölkerung trifft. Bemerkenswerterweise entwickelte sich in Japan die Zahlungsverkehrs- und Kreditlandschaft an den Banken vorbei mit moderner Kommunikationstechnologie und getrieben von Unternehmen, die branchenfremd im Kreditwesen sind. Damit ist Japan auch ein Beispiel für ein Land auf dem Weg zur Desintermediation. Die deutschen im Retail-Banking aktiven Institute tun gut daran, diese Entwicklung sorgfältig zu verfolgen und Strategien zu entwickeln, wie sie mit dem möglichen Erfolg von Mobile Payment-Systemen branchenfremder Wettbewerber umgehen wollen, wenn auch hier in der Bevölkerung technische Innovationen zunehmende Akzeptanz finden.
(12) Vgl. NTT DoCoMo, 2012, S. 4.
Literatur
1 bitWallet. „Edy + Mobile Phone.“ 2005: 1-19.
2 Bradford, Terri. “Complex Landscapes: Mobile Payments in Japan, South Korea, and the United States.“ September 2007: 1-4.
3 Brozy, Lothar. “Mobile Payment - Business is not as usual.” 2011: 1-10.
4 East Japan Railway. „Mobile Phone Ticketing service in East Japan Railway.“ 2008: 1-33.
5 Ezell, Stephen. “Explainig International IT Application Leadership: Contactless MobilePayment.” November 2009: 1-60.
6 Goswami, Divakar. „Cell me the money - Unlocking the value in the mobile payment ecosystem.“ 2011: 1-24.
7 NTT DoCoMo. „Factbook.“ April 2012: 1-22.
8 NTT DoCoMo. „Leading the Evolution - Annual Report 2011.“ 2012: 1-128.
Autoren
Prof. Dr. Dirk Schiereck ist Inhaber des Lehrstuhls für Unternehmensfinanzierung an der Technischen Universität Darmstadt.
Artur Tielmann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl.
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  1. Technik braucht keine Bank
  2. Einheitliche Nutzung führt zu Sicherheitsproblemen
  3. Fazit und Ausblick
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Kommentare zum Artikel (1)

  • am 20. September 2012 - 06:09 Uhr schrieb Bernhard Klein

    Japan Mobile Payment

    interessant