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12. September 2018 - 08:49Owner-Buy-Out

Unternehmens- und Vermögensnachfolge gleichzeitig regeln

von Mark Niggemann, Prof. Dr. Diethard B. Simmert

Hat ein Unternehmer keine vernünftige Altersabsicherung und/oder gibt es Kinder, die auszuzahlen sind, weil sie nicht in die Firma eintreten wollen, kann ein Owner-Buy-Out (OBO) die richtige Strategie sein. Mit seiner Hilfe lässt sich vor allem das dafür notwendige Privatvermögen bilden, aber auch die Nachfolgeregelung hinauszögern.

Eine Kurzzusammenfassung finden Sie hier.

Eine Firmenübergabe per Owner-Buy-Out (OBO) hat Vorteile. (Milton Oswald/fotolia)
Bei einer aktuellen Bestandsaufnahme einer Firma und der gesamten Vermögenssituation stellen Unternehmer häufig fest, dass die unternehmerische Beteiligung
90 Prozent oder mehr des Gesamtvermögens ausmacht.
Der Unternehmer und Gründungsgesellschafter des Family Offices Extorel,
Falk Strascheg, hält es „eigentlich für Wahnsinn, dass viele Unternehmer 90 Prozent ihres Vermögens in eine Firma stecken“. Bei der Betrachtung der Gesamtsituation stellen Unternehmer darüber hinaus häufig fest, dass bisher die private Altersversorgung sträflich vernachlässigt worden ist, die Unternehmensnachfolge nicht geregelt ist, und kein „sonstiges“ Vermögen zur Verfügung steht, um weichende Erben abzufinden.
Viele Unternehmer thesaurieren die Ergebnisse im Unternehmen und investieren die Mittel in die Entwicklung neuer Produkte, die Erschließung neuer Märkte oder auch in Sachanlagen. Letztlich führt dies dazu, dass kein nennenswertes Privatvermögen gebildet wird. Eine Bestandsaufnahme wird dann schnell zum Ergebnis führen, dass ein sogenanntes Klumpenrisiko „Unternehmen“ besteht. Gerät das Unternehmen in eine Krise oder muss ein Insolvenzverfahren eröffnet werden, entfällt nicht nur das laufende Einkommen, sondern auch die Möglichkeit der Sicherstellung der Altersversorgung, wofür das Unternehmen wesentlicher Bestandteil ist.
Bei der nicht unüblichen Situation, dass der Unternehmer vielleicht zwei oder mehr Kinder hat, wovon lediglich ein Kind an der Unternehmensnachfolge interessiert und auch dafür geeignet ist, ergibt sich das Problem einer gerechten Vermögensnachfolge. Erhält ein Kind die Unternehmensanteile, fehlt „sonstiges“ Vermögen, um eine gerechte Vermögensnachfolge sicherzustellen. Erhält das zweite Kind ebenfalls Gesellschaftsanteile, sind Konflikte vorprogrammiert. Das nicht im Unternehmen tätige Kind möchte zwangsläufig im höchstmöglichen Umfang Mittel aus dem Unternehmen entnehmen, um einen angemessenen Lebensstil sicherzustellen. Das im Unternehmen tätige Kind wird daran interessiert sein, Ergebnisse zu thesaurieren und für die Weiterentwicklung sowie die Wertsteigerung des Unternehmens zu verwenden. Gesellschafterstreit wird sich nicht vermeiden lassen.

Verkauf von Geschäftsanteilen an Erwerbergesellschaft als Lösung

In diesen Fällen kann ein Owner-Buy-Out (OBO) eine Lösungsmöglichkeit darstellen. Unter OBO versteht man den Verkauf der Geschäftsanteile an eine Erwerbergesellschaft, an der sich der Unternehmer rückbeteiligt. So partizipieren Unternehmer weiter anteilig am Unternehmenserfolg. Das Gesamtvermögen kann durch die Bildung von Privatvermögen durch den (Teil-)Verkauf risikoärmer strukturiert und damit die Voraussetzung für eine sichere Altersversorgung erreicht werden. Außerdem wird durch die Bildung von Privatvermögen eine gerechte Vermögensnachfolge ermöglicht.
Potenzielle OBO-Partner sind sowohl Finanzinvestoren als auch Family Offices. Je nach Vorstellung des Unternehmers ist es dabei durchaus möglich, dass der derzeitige Alleingesellschafter auch künftig noch die unternehmerische Mehrheit hält. Einige Finanzinvestoren und vor allem Family Offices übernehmen gern auch Minderheitsbeteiligungen von maximal 49 Prozent. Andere Investoren wiederum erwarten die Übernahme zumindest der einfachen Mehrheit. Zusätzlich wird das Eigenkapital noch über Fremdkapitalgeber für derartige Transaktionen „gehebelt“.
Häufig gibt es zwischen Vater und Kind jedoch eine „Generationslücke“, wodurch es mitunter erforderlich ist, eine Zwischenlösung zu finden. Hierzu ist es sinnvoll, die Führungskräfte im Unternehmen mit einzubinden und im Zuge eines OBO eine gesellschaftsrechtliche Beteiligung anzubieten. Auch haben Finanzinvestoren Kontakt zu Führungskräften, die die Sicherstellung der operativen Unternehmensführung gewährleisten – gegebenenfalls auch in Verbindung mit der Übernahme einer Interessensbeteiligung.
Finanzinvestoren übernehmen Beteiligungen in der Regel für einen Zeitraum von fünf bis sieben Jahren. In dieser Zeit kann geprüft werden, ob ein Kind tatsächlich an der unternehmerischen Nachfolge interessiert und dafür geeignet ist. Besteht an der Nachfolge kein Interesse, kann mit dem Eigenkapitalpartner vereinbart werden, dass das Unternehmen nach dieser Dauer zu den günstigsten Konditionen verkauft wird. Hierfür müssen Unternehmer eine Mitverkaufspflicht akzeptieren.
Vorrangig wird jedoch ein Rückkaufsrecht als festes Ankaufsrecht für den Unternehmer von Interesse sein. Damit besteht die Möglichkeit, das Unternehmen wieder zurückzuerwerben. Zu beachten sind die häufig recht ehrgeizigen Ziele von Finanzinvestoren im Rahmen eines Ankaufsrechts. Die Renditeerwartung von Eigenkapitalinvestoren liegt bei etwa 15 Prozent pro Jahr.
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  1. Unternehmens- und Vermögensnachfolge gleichzeitig regeln
  2. Beispiel für OBO-Struktur und -Funktionsweise
  3. Fazit
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