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29. November 2017 - 14:37Kommentar

Verdrängte Realitäten

von Christoph Becker

Die umstrittene Düngeverordnung wäre ein aktueller Anlass für mehr sachliche Diskussionen über Agrarpolitik.

Bauern sind ebenso auf Moderne und Fortschritt abonniert wie jeder andere Mittelständler. Das kann man kritisieren, doch nach heutigem Stand müssen die Betriebe wachsen, neue Märkte erschließen und in Technik investieren, um weiterhin wirtschaftlich produzieren zu können.

Allerdings ist Landwirtschaft ein emotional besetztes Thema, denn es geht auch um Tierwohl und Regionalität. Viele Verbraucher kaufen realitätsferne Zeitschriften wie "Landlust" und ihre vielen Ableger, doch gleichzeitig billig produzierte Massenware an den Milch- und Fleischtheken. Das passt zwar nicht zusammen, aber es sind nun einmal die medial erzeugten Idyllen, die das Wunschbild vom ländlichen Raum prägen. Ökolandbau scheint in dieses Bild hineinzupassen, aber wer seinen Mastbetrieb vergrößern will, kann mit öffentlichem Widerstand rechnen.

Die verdrängte Realität dringt meist nur nach Korruptionsskandalen ins öffentliche Bewusstsein – oder wenn ein umstrittenes Unkrautvernichtungsmittel auch auf höchster politischer Ebene zu unerwünschten Nebenwirkungen führt. Dabei ist schon die Normalität eindrucksvoll genug: Bauern stellen in der Regel reichliche, günstige und gesunde Nahrung her, beachten dabei wissenschaftliche und ökologische Standards und tragen dazu bei, dass ansprechende Landschaftsbilder erhalten bleiben. Ohne Kreditlinien und andere Finanzierungsformen wäre all das nicht zu leisten, und Sparkassen haben hier noch Potenziale. Auch nach den Markterfolgen der vergangenen Jahre gibt es bei Agrarkunden in ostdeutschen Bundesländern noch viel Spielraum.

Von fundamentaler Bedeutung für die Zukunft der Agrarbranche ist allerdings der Erhalt der Biodiversität. Es kann als erwiesen gelten, dass auch landwirtschaftliche Praktiken zum Rückgang der Artenvielfalt und der Bestäuberpopulationen beitragen. Dazu wurde beim Agrarkonvent des Ostdeutschen Sparkassenverbands in Potsdam ein langfristiges Projekt von Bauernverband und Naturschutzbund vorgestellt. Verschiedene Agrarbetriebe versuchen herauszufinden, welche Maßnahmen die Biodiversität fördern.

Das ist lobenswert, beantwortet aber keine poltischen Fragen. Warum muss ausgerechnet das kleine Deutschland der weltweit drittgrößte Exporteur von Agrarprodukten sein? Gibt es keine Schwellenländer, die schon wegen reichlicher zur Verfügung stehender Agrarflächen viel billiger produzieren können und insofern dazu eher prädestiniert wären? Die neue Düngeverordnung wäre ein Anlass, auch über Verteilungsfragen sachlich zu diskutieren.
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