Anzeige
Anzeige

Exklusiv für Abonnenten

Dieser Beitrag steht exklusiv Abonnenten des SparkassenZeitung Portals zur Verfügung.
Bitte loggen Sie sich hier ein:

Haben Sie Ihr Passwort vergessen oder benötigen Sie ein neues?
Hier anfordern

Weitere Informationen zu Produkten, Bestellmöglichkeiten mit Testzugang, Lizenzprüfung oder FAQs finden Sie im Bereich Abo-Service.
Bei Fragen nehmen Sie gern Kontakt online mit uns auf oder rufen Sie uns an:
Tel.: +49 711 782-1173.

Passwort vergessen

Geben Sie Ihre E-Mail Adresse an und erhalten Sie einen Link um Ihr Passwort zurückzusetzen.

Bitte geben Sie hier Ihre E-Mail-Adresse an, mit der Sie bei uns registriert sind. Nach dem Klicken auf "Absenden" bekommen Sie eine Mail mit dem Link. Klicken Sie den Link an oder kopieren Sie diesen in die Adressleiste Ihres Internetbrowsers. So werden Sie automatisch angemeldet und können Ihr Passwort ändern.

Anzeige
06. Dezember 2017 - 10:44Versicherer

Vergleichsportale müssen Geschäftsmodell erklären

von Horst Peter Wickel

Der Bundesgerichtshof fordert, dass Vergleichsportale ihr Geschäftsmodell transparenter darstellen müssen. Öffentliche Versicherer begrüßen das.

Vergleichsportale wie Check 24 fordern hohe Provisionen von den Anbietern. Daher machen viele Unternehmen nicht mit. Kunden wissen das oft nicht und glauben, die Portale seien werbefinanziert. Der BGH hat die Informationspflichten daher erhöht. (dpa)
Ob Strom und Gas, Internetanbieter oder Versicherungen – Vergleichsportale sind eine deutsche Erfolgsgeschichte. Bei einer Umfrage im Auftrag des Vergleichsportals Check 24 gaben 71 Prozent der Befragten an, Vergleichsportale zu nutzen. Doch nur ein Drittel der Befragten schließt über das Portal wirklich einen Vertrag ab, knapp zwei Drittel suchen nur nach Informationen, um sich einen Überblick zu verschaffen.

Stefan Liebl, stellvertretender Pressesprecher der Versicherungskammer Bayern (VKB), sagt: "Vergleichsportale sind in unterschiedlichen Themengebieten fest etabliert." Aber wissen die Verbraucher überhaupt, worauf sie sich einlassen? Christoph Hartmann, Sprecher der Provinzial Rheinland, sagt: "Vielen Verbrauchern ist das Geschäftsmodell nach wie vor nicht klar. Check 24 ist letztlich ein Onlinemakler und keine Wohltätigkeitsorganisation für Verbraucher. Das Portal finanziert sich durch Provisionen der Unternehmen, die dort ihre Versicherungen anbieten."

Gleiche Transparenzpflichten für alle


Mit Urteil vom 27. April verlangt der BGH von den Portalbetreibern eine transparente Darstellung. Im konkreten Fall ging es um Preisvergleiche für Bestattungsdienstleistungen. Ein einschlägiges Portal listete nur solche Anbieter auf, die für die Vermittlung von Aufträgen eine Provision in Höhe von 15 bis 17,5 Prozent des Angebotspreises zahlten.

Die Richter hoben zwar hervor, dass ein Portalbetreiber nicht jede Information liefern muss, die für die geschäftliche Entscheidung des Verbrauchers von Bedeutung ist. Dass ein Vergleichsportal aber nur Anbieter nennt, die die Provisionsforderungen akzeptiert haben, sah der BGH als einen Umstand, mit dem der Verbraucher nicht rechne. Der Kunde erwarte vielmehr, dass die kostenlose Information werbefinanziert sei, er erwarte aber nicht, dass der Portalbetreiber ein wirtschaftliches Interesse am Vertragsabschluss in Form von Provisionen habe. Deshalb müssen Portalbetreiber über ihr Geschäftsmodell informieren und über die Auswahl der in den Vergleich einbezogenen oder nicht einbezogenen Anbieter aufklären.

VKB-Sprecher Liebl sagt: "Im Grunde ist die Erwartung an jeden Marktteilnehmer identisch: Alle Vertriebswege müssen gleich transparent sein." Und nach Hartmanns Meinung ist es "richtig, dass Check 24 und vergleichbare Portale verpflichtet werden sollen, ihr Geschäftsmodell transparent zu machen."

"Nervig-aggressive Werbung"


Während die Provinzial Rheinland ihre Produkte nicht über Check 24 vertreibt, bietet die VKB Versicherungslösungen ihres Onlineversicherers Bavaria-Direkt, die einfach und ohne Beratung gekauft werden können, für einen Vergleich auf Internetportalen an.

Auf jeden Fall haben sich die Vergleichsportale wie Check 24 längst zu einer Herausforderung für den klassischen Vertrieb der Versicherer über Sparkassen, Agenturen und Makler entwickelt – "zumal durch den enormen Werbedruck, den Check 24 ausübt", sagt Hartmann. Der Provinzial-Manager ärgert sich über die "nervig-aggressive Werbung – sehr grenzwertig sind vor allem Spots, in denen klassische Versicherungsvermittler schlechtgeredet werden".
Anzeige
 Druck-PDF herunterladen

Kommentare zum Artikel (0)