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Tipps für Berater / Tipps für Berater
Sechs Dinge braucht der Kunde
Für fast jede Lebenssituation gibt es auch eine Versicherung. Aber was ist wirklich wichtig?

Eine Versicherung ergibt Sinn, wenn Schäden aufgrund ihrer finanziellen Folgen die eigene Existenz bedrohen oder die eigene Lebensqualität erheblich einschränken würden. Ab wann dies der Fall ist, muss zwar jeder selbst abwägen, dennoch gibt es sechs Versicherungen, die für fast jeden sinnvoll sind, weil sie existenzielle Lebensrisiken absichern:

„Eine private Haftpflichtversicherung sollte jeder besitzen“, erklärt Sebastian Meier, Experte für Schaden- und Unfallversicherungen beim Verband öffentlicher Versicherer. „Sie schützt den Versicherten gegen Sach-, Personen und Vermögensschäden, die jederzeit auch aus Versehen verursacht werden können.“

 


„Eine private Haftpflichtversicherung sollte jeder besitzen.“

Sebastian Meier, Experte für Schaden- und Unfallversicherungen beim Verband öffentlicher Versicherer.


Laut Gesetz ist nämlich jeder Einzelne dazu verpflichtet, für Schäden aufzukommen, die durch ihn selber verursacht wurden. Dies können kleine Schäden an Alltagsgegenständen sein, aber auch Personenschäden, die schnell bis in die Millionen gehen können.

Auch mit einem Kraftfahrzeug kann man schnell viele Schäden verursachen. Deshalb ist die Kfz-Haftpflichtversicherung eine Pflichtversicherung in Deutschland. Ohne eine solche dürfen Sie kein Fahrzeug bewegen. Die Kfz-Haftpflichtversicherung schützt das Eigentum und die Gesundheit Dritter. Um auch das eigene Fahrzeug gegen Schäden zu schützen, empfiehlt sich eine zusätzliche Kfz-Kaskoversicherung.

Schäden an der Einrichtung in einem Wohnraum sind schnell passiert. Auch Einbrüche, bei denen etwas entwendet oder demoliert wird, sind nicht nur ärgerlich, sondern können große finanzielle Folgen für den Geschädigten nach sich ziehen. Deshalb sollte jeder Haushalt mit einer Hausratversicherung abgesichert sein, die für Schäden aufkommt, die man nicht einfach aus der eigenen Tasche ersetzen kann.

„Als Besitzer von Wohneigentum sollten Sie zudem eine Wohngebäudeversicherung besitzen“, erklärt Sebastian Meier vom Verband öffentlicher Versicherer. Diese deckt Schäden ab, die am Haus selber anfallen. „Die Grunddeckung beinhaltet einen Schutz gegen die Folgen von Feuer, Blitzschlag, Leitungswasserschäden sowie Sturm und Hagel“, so Meier.

„Wer darüber hinaus auch gegen andere Naturgefahren wie Überschwemmung, Flut oder Schneelast abgesichert sein möchte, sollte eine erweitere Naturgefahrendeckung abschließen.“

Berufsunfähig wird man vor allem als Folge schwerer körperlicher Arbeit, so ein weit verbreiteter Irrglaube. Bei einem Job am Schreibtisch könne einem nicht viel passieren.

 


„Vor allem psychische Erkrankungen nehmen immer mehr zu und sind somit auch immer häufiger Auslöser für eine Berufsunfähigkeit.“

Stefanie Reimers, Altersvorsorge-Expertin beim Verband öffentlicher Versicherer.


„Zwar ist die Annahme grundsätzlich nicht falsch Unterschätzt wird hierbei jedoch, dass vor allem psychische Erkrankungen immer mehr zunehmen und somit auch immer häufiger Auslöser für eine Berufsunfähigkeit sind“, warnt Stefanie Reimers, Altersvorsorge-Expertin beim Verband öffentlicher Versicherer.

Durch den Wegfall der Arbeit kann die Existenz sehr schnell und sehr erheblich bedroht sein. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte also jeder Arbeitnehmer und auch Selbstständige besitzen.

In Deutschland gilt zwar für die meisten Menschen die Pflichtmitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung, jedoch zahlt die Krankenkasse in einer ganzen Reihe von Krankheitsfällen nicht oder nur anteilig, obwohl diese Fälle durchaus häufig vorkommen und ihre Behandlung teuer ist. So übernimmt eine Zahnzusatzversicherung beispielsweise die Kosten, sollten Sie teuren Zahnersatz benötigen.

Ebenfalls sinnvoll ist eine Auslandsreise-Krankenversicherung, die finanziell einspringt, wenn Sie im Urlaub zum Arzt müssen oder aus gesundheitlichen Gründen gar einen Rücktransport in die Heimat benötigen.

Die gesetzliche Rente allein wird für die meisten Menschen im Alter nicht mehr ausreichen, um ein sorgenfreies Leben führen zu können. Das ist inzwischen ein Fakt. Deshalb ist es wichtig, durch eigene Maßnahmen vorzusorgen. Dabei orientiert man sich am besten an den drei Säulen der Altersvorsorge: gesetzliche Rente, betriebliche Altersversorgung und private Altersvorsorge.

Jede der drei Säulen sollte abgedeckt sein, um später ein böses Erwachen auszuschließen. Jeder ist deshalb angehalten, selbst zu handeln: Sprechen Sie Ihren Arbeitgeber an – Sie haben einen gesetzlichen Anspruch auf Entgeltumwandlung, um in Form der betrieblichen Altersversorgung (bAV) staatlich gefördert Rücklagen zu bilden.

Legen Sie auch privat Geld zurück, beispielsweise mit einer Renten- oder Lebensversicherung. Tipp: Je früher man mit dem Sparen fürs Alter beginnt, desto geringer sind die Beiträge und die späteren Renditen fallen im Vergleich höher aus.

Fazit: Vorsicht ist besser als Nachsicht

Bis auf die Kfz-Haftpflichtversicherung sind alle genannten Versicherungen freiwillig. „Trotzdem sollte man es sich gut überlegen, ob man nicht lieber einen verhältnismäßig kleinen Betrag in eine Versicherung investiert, um im Ernstfall abgesichert zu sein“, sagt Sebastian Meier.

Allgemein bewegen sich nämlich viele private Sachschäden durchschnittlich im oberen Tausender-Bereich oder höher, was eine Zahlung aus eigener Tasche für den Durchschnittsbürger, ohne danach verschuldet zu sein, erheblich erschwert und in einigen Fällen sogar unmöglich macht.

Zudem sollte man darauf achten, bestehende Versicherungsverträge bei Schlüsselereignissen wie Umzug, Familiengründung oder Hochzeit zu überprüfen, da Veränderungen im persönlichen Bereich immer auch Auswirkungen auf den Deckungsumfang der Versicherung haben können und der Versicherung möglichst unverzüglich mitgeteilt werden sollten.

„So können sich in einem gemeinsamen Haushalt lebende Paare über eine gemeinsame private Haftpflichtversicherung absichern, während mit dem Umzug meist auch die Anzahl der Wertgegenstände im Haushalt steigt, sodass eine Anpassung der Deckungssumme in der Hausratversicherung sinnvoll sein kann“, weiß Meier. 
 

11. Februar 2021