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17 Bruttojahresgehälter fürs Haus

Durchschnittsverdiener müssen in Deutschland einen immer größeren Anteil ihres Einkommens für den Traum vom Einfamilienhaus aufbringen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Erhebung des Branchendienstes der Sparkassen-Finanzgruppe.

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Trotz steigender Löhne und Gehälter hält diese Entwicklung bereits seit 7 Jahren an. Damit musste ein Durchschnittsverdiener 2018 das 8,9-Fache seines Jahresbruttogehaltes für ein Einfamilienhaus mittleren Wohnwerts aus dem Bestand aufwenden (125 m², Baujahr ab 1949, mittlere Wohnlage und Ausstattung). Im Vorjahr lag die Preis-Einkommens-Relation noch um 3,4 % niedriger. Die überdurchschnittliche Preisentwicklung ist auf das anhaltend niedrige Zinsniveau sowie den Mangel an alternativen Anlageformen und an geeigneten Wohnflächen einschließlich Bauland zurückzuführen. Der hierdurch entstehende Nachfrage- und Preisdruck wird durch die Kapazitätsengpässe der Bauwirtschaft zusätzlich verstärkt.

Große Unterschiede zwischen den Bundesländern

Bei der Betrachtung der Bundesländer zeigt sich eine starke Spreizung der Preis-Einkommens-Relation (PER). Der Freistaat Bayern sticht mit dem 17,3-Fachen des Durchschnittseinkommens pro Jahr hervor, gefolgt von Baden-Württemberg mit einer Relation von 14,0 und Hessen, wo noch das 11,7-Fache für den Kauf eines Einfamilienhauses mit den genannten Qualitätskriterien aufgewendet werden muss. Die höchste Erschwinglichkeit besteht in Thüringen mit einer PER von 6,0, gefolgt von Sachsen-Anhalt (6,6) und der Hansestadt Bremen (6,7), obwohl auch hier die Kaufpreise stärker gestiegen sind als die Einkommen.

 
Die Belastung beim Hauskauf sind regional stark unterschiedlich. In Thüringen günstig, im Süden dagegen teuer. © DSV

Auseinanderdriften verstärkt sich kontinuierlich

Abbildung 2 stellt die Entwicklung der Bundesländer im Vergleich zum Bundesdurchschnitt (rot gestrichelte Null-Linie) dar. Hier wird deutlich, dass sich die Unterschiede zwischen den Bundesländern über die Jahre vergrößert haben: In den südlichen Bundesländern sind die PERs viel stärker gestiegen als in anderen Teilen Deutschlands – obwohl auch Thüringen mit der niedrigsten PER einen Bevölkerungsanstieg und eine erhöhte Nachfrage nach Wohnraum verzeichnet. Das Transaktionsvolumen wies in Thüringen zuletzt sogar einen Anstieg um 38 % auf (allerdings sind hier auch die Gewerbekäufe enthalten). In Bayern hingegen war der Zuwachs mit 7 % zuletzt ähnlich hoch wie im Bund.

 
Die Unterschiede werden größer: über die letzten Jahre haben sich die relativen Kosten beim Hauskauf in den Ländern weiter auseinanderentwickelt. © DSV

Anhaltend hohe Nachfrage im Süden

Die insgesamt besseren Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt in Süddeutschland sowie die hohe Lebensqualität steigern auch langfristig die Nachfrage nach Wohnraum, so dass hier weiterhin mit einer abweichenden Entwicklung im Vergleich zum Bundesdurchschnitt zu rechnen ist.

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