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| Nachhaltigkeit

Alles wird grün

Die Produkte im Bereich Nachhaltigkeit wachsen. Während die Deka weitere Fonds neu auflegt, widmen andere Gesellschaft gleich ganze vorhandene Paletten um.

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Mit dem neuen Deka Portfolio Nachhaltigkeit Globale Aktien hat die Dekabank ihr Angebot an nachhaltigen Investmentfonds weiter ausgebaut. Der Fonds investiere nach einem quantitativen Ansatz weltweit in Wertpapiere, die nach Grundsätzen der Nachhaltigkeit ausgewählt werden, teilte der Asset Manager in Frankfurt mit.

Unterdessen hat die Credit-Suisse-Asset-Management ihren kompletten Anlageprozess umgestellt und integriert Umwelt-, Sozial- und Governance-Faktoren (ESG-Faktoren) dort mit ein. Bis Ende dieses Monats werden mehr als 30 aktiv verwaltete Investmentfonds mit einem verwalteten Vermögen von mehr als 20 Milliarden Schweizer Franken dann nach nachhaltigen Kriterien gemanagt, teilte die Fondsgesellschaft in Zürich mit.

Ein Anlageprozess wird umgekrempelt

Ziel der Credit-Suisse-Tochtergesellschaft sei es, bis Ende 2020 das ESG-Angebot auf ein geschätztes Vermögen von insgesamt mehr als 100 Milliarden Schweizer Franken zu erweitern. Im Rahmen eines systematischen Ansatzes würden Nachhaltigkeitskriterien über Anlageklassen hinweg angewendet, um das Anlageuniversum festzulegen (negatives Screening).

 
Alles grün? Der Begriff Nachhaltigkeit kommt eigentlich aus der Forstwirtschaft, heute ist er bei den Asset Managern en vogue. © dpa

Relevante ESG-Informationen werden in den Anlageprozess integriert und definieren den Dialog mit Unternehmen (Proxy Voting und Engagement). Durch diesen Ansatz führen ESG-Überlegungen in Kombination mit Finanzanalysen nicht nur zu integrierten Anlageentscheidungen, sondern sie werden auch in das Risikomanagement eingebunden. Ausserdem stünden den Anlegern ab sofort ein transparentes ESG-Nachhaltigkeitsreporting zur Verfügung, so die Gesellschaft.

Kein Glückspiel, keine Atomkraft, Alkohol, Tabak oder Rüstung

Die Deka erläutert den Anlageprozess für ihren neuen Fonds so, dass in einem ersten Schritt Unternehmen aus dem Investment­universum ausgeschlossen werden, die gegen elementare Nachhaltigkeitskriterien verstoßen. Damit sind im Portfolio keine Firmen enthalten, die überwiegend Waffen oder Rüstungsgüter produzieren, Atomenergie, gefährliche Chemikalien oder gentechnisch verändertes Saatgut herstellen, Glücksspiel fördern oder Alkohol und Tabak anbieten.

Der Nachhaltig­keitsfilter schließe darüber hinaus Unternehmen aus, die gegen Arbeitsrecht oder Menschenrechte verstoßen oder die im Zusammenhang mit Umweltzerstörung, Bestechung oder Korruption stehen. Aus dem verbleibenden Anlageuniversum werden die Titel ausgewählt, die über alle Nachhaltigkeitskriterien hinweg zu den besten ihrer „Klasse“ gehören (Best-in-Class-Ansatz).

Nach dem Filter auf bewährte Modelle zurückgreifen

In einem weiteren Schritt würden dann anhand eines kapitalmarkt­theoretisch fundierten quantitativen Modells die Aktien dem Portfolio hinzugefügt, die ein attraktives Rendite-Risiko-Verhältnis erwarten lassen. Hierbei greift die Deka auf das bewährte Low-Risk-Modell des Deka-Globale Aktien LowRisk zurück. Im Vordergrund der Anlagestrategie stehen das Risikomanagement und die Verringerung des Anlagerisikos. Ausgewählt würden also vorrangig defensive Qualitätsaktien, bei denen niedrige Kursschwankungen zu erwarten seien, erläutert die Deka.

Nachhaltigkeit habe sich in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten gesellschaftlichen Trends entwickelt, argumentiert die Dekabank die Erweiterung ihres Produktportfolios. Die aus dem EU-Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums abgeleiteten Maßnahmen würden dem Thema Nachhaltigkeit als Anlagetrend spätestens ab dem 4. Quartal 2020 weitere Bedeutung verleihen.

LBBW emittiert ersten „Social Bond“

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hat unterdessen ihren ersten Social Bond erfolgreich am Markt platziert. Das Zinspapier mit einem Volumen von 500 Millionen Euro und einer Laufzeit von acht Jahren würde genutzt, um Vorhaben zu refinanzieren, die einen sozialen Mehrwert schaffen, erklärt die Landesbank.

Dazu zählen beispielsweise Projekte aus dem Bereich Gesundheits- und Sozialwesen, wie Krankenhäuser, Universitätskliniken, Arztpraxen, Pflege- und Behindertenheime. Ebenso können Kindergärten, Schulen und Berufsbildungsmaßnahmen oder auch kommunale Infrastrukturprojekte und Dienste wie der öffentliche Personenverkehr oder die Wasserversorgung refinanziert werden.

„Diese Anleihe ist ein weiterer Baustein in unserer nachhaltigen Emissionstätigkeit. Als Bank mit klarer Nachhaltigkeitsstrategie wollen wir auch bei Social Bonds in Deutschland zu den Vorreitern gehören“, sagt Christian Ricken, Kapitalmarktvorstand der LBBW und ergänzt: „Die LBBW gehört zu den ersten Finanzinstituten mit einem Social Bond-Programm. Unser Ziel ist es, den Markt für nachhaltige Anlagen insgesamt weiterzuentwickeln und aktiv zu fördern.“