March 1, 2020, Hong Kong, China: People wearing protective masks walk past a shuttered shop covered with advertisements for rental space at the Causeway amid Coronavirus fears in Hong Kong. (Credit Image: © Chan Long Hei/SOPA Images via ZUMA Wire
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Corona-Krise
Hilfestellung für Unternehmen in China
Wie das German Centre in Peking den Firmenkunden der Sparkassen hilft, erklärt Ute Papadopoulos, Prokuristin des German Centre for Industry and Trade der LBBW.

Frau Papadopoulos, gibt es für Unternehmen mit Sitz in China besondere Auflagen hinsichtlich des Corona-Virus?

Ute Papadopoulos: Ja, die Stadt- und Provinzregierungen erlassen die Regelungen, die je nach Stadt und Region sehr unterschiedlich sein können. In Wuhan gibt es etwa Fahrverbote, in Peking sind Mitarbeiter aufgerufen, im Homeoffice zu arbeiten. Zudem entscheiden die Eigentümer von Büroimmobilien, welche Präventionsmaßnahmen für die Gebäude umgesetzt werden, etwa  über besondere Zugangsvoraussetzungen. Wir beobachten auch, dass deutsche Mutterkonzerne individuelle Regelungen für ihre chinesischen Niederlassungen treffen.

Ute Papadopoulos, German Centre for Industry and Trade GmbH  / c/o Landesbank Baden-Württemberg
Vieles lässt sich auch per Telefon und Skype statt persönlich besprechen,  empfiehlt German-Centre-Expertin Ute Papadopoulos. 

Wie geht das von der LBBW betriebene German Centre Peking mit dem Thema Corona um? 

Wir arbeiten derzeit im Schichtbetrieb; ständig ist ein Mitarbeiter im German Centre für unsere Kunden da. Die anderen arbeiten im Homeoffice. Das machen auch unsere Kunden, so dass recht wenig Menschen im Gebäude sind. Wichtigstes Kommunikationsmittel sind in dieser Situation das Telefon und WeChat.

Wir stehen im engen Austausch mit der Deutschen Auslandshandelskammer AHK, der Botschaft und den lokalen Behörden, um schnell auf sich verändernde Situationen reagieren zu können. Wir nutzen auch E-Mail und unseren Newsletter, um unsere Kunden auf dem Laufenden zu halten oder geben Tipps zur persönlichen Hygiene, etwa zum richtigen Händewaschen.  

Was raten Sie Unternehmen, die Mitarbeiter nach China entsenden wollen oder dort beschäftigen?

Das Wohl der Mitarbeiter geht vor. Viele Dinge können per Telefon und Skype besprochen werden. Wichtig ist, die Ansteckungsgefahr zu minimieren und persönliche Kontakte zu reduzieren. Für produzierende Unternehmen ist es sicherlich schwieriger als für Vertriebsgesellschaften wie wir sie im German Centre haben. Sehr hilfreich erleben wir die Unterstützung der AHK und der deutschen Botschaft für die Firmen; wir arbeiten mit beiden eng zusammen.

Hände waschen
Hände waschen - selten so wichtig wie heute, und das nicht nur in China

Wie verhalten sich die chinesischen Partner?

Es gibt ein sehr gutes, gemeinsames Verständnis. Wir sind alle Betroffene und helfen uns gegenseitig, wo es möglich ist.

Was sollten Sparkassen international aktiven Firmenkunden raten?

Da es regional unterschiedliche Anforderungen gibt, können wir nur empfehlen: Machen Sie sich mit den jeweiligen Regeln am jeweiligen Standort vertraut! Die sind in Beijing anders als in Shanghai oder in anderen Teilen Chinas. Die AHK und die Deutsche Botschaft sind wichtige Anlaufstellen. Auch das German Centre stellt sein Know-how gern zur Verfügung. Im engen Austausch mit unseren Mietern, Behörden, Anwälten kommt ein großer Schatz an Erfahrungen zusammen, die helfen, mit der Situation praktisch umzugehen. 

Die Fragen stellte Anke Bunz, DSGV

 

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3. März 2020