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Deutsche Leasing
Marktanteil ausgebaut, Substanz konsolidiert
Die Deutsche Leasing Gruppe ist im vergangenen Geschäftsjahr stärker gewachsen als der Markt. Angesichts der Coronakrise plädiert Deutsche-Leasing-Chef Kai Ostermann für ein Stundungsmodell für Leasing-Raten.

Als ein schnelles und unbürokratisches Instrument zur Überbrückung von drohenden Liquiditätsengpässen aufgrund der Coronakrise hat Kai Ostermann, der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL), ein Modell für garantieabgesicherte Stundungen von Leasing-Raten angeregt. Zudem müsse Leasing beim aktuell diskutierten Notfallfonds des Bundesfinanzministeriums und bei den Förderprogrammen von Bürgschaftsbanken und Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) berücksichtigt werden.

Die Auswirkungen der Coronakrise auf die Volkswirtschaft seien noch nicht abzusehen. Jedoch sind enorme Liquiditätsengpässe zu erwarten, gerade im Mittelstand. Im schlimmsten Fall droht Unternehmen die Insolvenz. „Wir begrüßen daher ausdrücklich das steuerliche Maßnahmenpaket der Bundesregierung zur Abfederung der Folgen“, erklärte Ostermann und führte aus: „Als bedeutender Mittelstandsfinanzierer will auch die Leasing-Branche Verantwortung übernehmen und dazu beitragen, unternehmerische Insolvenzen soweit möglich zu verhindern.“

Aktuell sind Leasing-Güter im Wert von über 220 Milliarden Euro in Deutschland im Einsatz. Für die Nutzung dieser Ausrüstungsgüter (Fahrzeuge, Maschinen und Anlagen, IT-Equipment und so weiter) zahlen Unternehmen monatliche Leasing-Raten. „Gerät nun ein Kunde aufgrund der Corona-Krise in Zahlungsnot, könnte die Stundung der Leasing-Raten von drei bis sechs Monaten den betroffenen Unternehmen eine Atempause verschaffen“, erläutert Ostermann seinen Vorschlag. 

Neugeschäft wächst um über zwölf Prozent

Die Deutsche Leasing Gruppe hat im Geschäftsjahr 2018/19 (Stichtag 30. September 2019) ihr Neugeschäft weiter ausgebaut und überschritt die Grenze von zehn Milliarden Euro (10,3 Milliarden Euro; Vorjahr: 9,2 Milliarden Euro). Bei einer stabilen Entwicklung im Mittelstands- und Sparkassengeschäft auf dem Niveau des Vorjahres trug insbesondere das Groß- und internationale Vendorengeschäft in 23 Ländern zur positiven Neugeschäftsentwicklung der Gruppe bei. Damit wächst die Gruppe deutlich stärker als die Leasing-Branche insgesamt, so eine Pressemitteilung des Unternehmens.

Das Wirtschaftliche Ergebnis stieg um sieben Prozent auf 170 Millionen Euro. Der Substanzwert nahm um fünf Prozent auf knapp über zwei Milliarden Euro zu. Das Eigenkapital inklusive der Vorsorgereserven nach §§ 340f und 340g HGB erhöhte sich um 74 Millionen Euro und lag insgesamt bei 1,3 Milliarden Euro. „Trotz konjunktureller Abkühlung und politischer Unsicherheiten konnten wir im vergangenen Geschäftsjahr unseren Marktanteil ausbauen und unsere Substanz weiter konsolidieren“, so Kai Ostermann, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Leasing AG. Die gute Entwicklung erlaube es, die Ausschüttung an die Gesellschafter auf dem hohem Niveau von 40 Millionen Euro zu halten.

Kai Ostermann, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Leasing, zieht zufrieden Bilanz.

Die DAL Deutsche Anlagen-Leasing verzeichnete erneut ein erfolgreiches Geschäftsjahr und trug maßgeblich zum Erfolg der Gruppe insgesamt bei. Mit einem Neugeschäftsvolumen von 2,5 Milliarden Euro erzielte die DAL im Geschäftsjahr 2018/19 ein Rekordeergebnis. Das Neugeschäft war geprägt von mehreren Großtransaktionen im Segment Schienenpersonennahverkehr.

Die Deutsche Factoring Bank konnte den Factoringumsatz zum Stichtag 31. Dezember 2019 mit 18,2 Milliarden Euro auf dem Niveau des Vorjahres stabilisieren. Der Anteil des Import- und Exportfactorings wuchs und konnte auf 27 Prozent ausgebaut werden. Die S-Kreditpartner (SKP), ein Joint Venture der Deutschen Leasing mit der Landesbank Berlin/Berliner Sparkasse, steigerte durch den Ausbau des Ratenkreditgeschäfts bei den Kooperationspartnern und die Gewinnung neuer Sparkassen ihr Kreditvolumen um 18 Prozent auf 8,3 Milliarden Euro (Stichtag 31. Dezember 2019). Mehr als die Hälfte der Sparkassen nutzt inzwischen das Produkt- und Leistungsangebot der SKP im Wege der Vollkooperation.

Erfolgreicher Start ins Geschäftsjahr 2019/20

In das erste Quartal des Geschäftsjahres 2019/20 ist die Deutsche Leasing Gruppe mit einer guten Geschäftsentwicklung gestartet und hat bereits wichtige strategische Projekte angestoßen oder realisiert.


Innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe möchte die Deutsche Leasing ihre Rolle im Geschäfts- und Gewerbekundensegment weiter ausbauen und für die Sparkassen in diesem Segment ein ganzheitliches und digitales Produktportfolio weiterentwickeln. Aktuell pilotiert die Deutsche Leasing für diese Kundengruppe einen Kredit, der Investitionen bis 70.000 Euro online oder in der Sparkassen-Filiale innerhalb weniger Minuten ermöglicht.

Mitte März hat sich die Deutsche Leasing mit der Berliner Sparkasse auf den Erwerb der Anteile, die diese an der AKA Ausfuhrkredit-Gesellschaft mbH (AKA) hält, geeinigt. Die Deutsche Leasing Gruppe verfolgt damit das Ziel, das ECA(Export Credit Agency)-gedeckte Geschäft mit Fokus auf ein Investitionsvolumen zwischen einer und zehn Millionen Euro auszubauen und weltweit anzubieten. Das ECA-Angebot richtet sich vor allem an Mittelstandskunden der Sparkassen und der Deutschen Leasing.

Bereits im Vorjahr wurde diesbezüglich eine Kooperationsvereinbarung mit den 25 größten Sparkassen getroffen. Der offizielle Beitritt der Deutschen Leasing zum Konsortium der AKA erfolgt im Rahmen der turnusgemäßen Konsortialsitzung der Gesellschafterbanken Ende April.

Im internationalen Geschäft stärkt die Deutsche Leasing ihr Engagement in der DACH-Region, um Unternehmen aus diesem Teil Europas in über 20 Absatz- und Investitionsmärkten weltweit zu begleiten. Dafür plant die Deutsche Leasing einen Standort in Zürich zu eröffnen, um künftig Herstellern von Investitionsgütern auch in der Schweiz als Partner und Plattformanbieter für die Absatzfinanzierung zur Seite zu stehen.

„Unsere wirtschaftliche Entwicklung sowie unser strategischer Investitions- und Innovationspfad waren bis März im Planungskorridor“, sagt Ostermann weiter. „Die Folgen der Covid-19-Krise sind heute nicht abzusehen. Wir gehen aber von einem gravierenden wirtschaftlichen Einbruch aus, der auch unsere Planungen als Partner der Realwirtschaft nachhaltig beeinflussen wird.“

25. März 2020