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| Anlage / aktualisiert 2.12.

Für Aktien gewinnen

Warum die Deutschen sich für Aktien interessieren, sie aber trotzdem meiden – und wie sich das ändern lässt.

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Umfragen zufolge sind den Deutschen Aktien als Anlagemöglichkeiten inzwischen wichtiger als Immobilien. Doch bei der konkreten Anlage halten sie sich trotzdem zurück. Dies liege daran, dass es vielen Privatpersonen an Langzeiterfahrungen mit Aktien mangele, erklärt Deka-Chefvolkswirt Ulrich Kater. Zumal den Menschen „eingeredet“ werde, dass Aktien nichts für den normalen privaten Haushalt seien.

Warum das nicht zutrifft – und wieso der deutsche Staat sich bislang noch zurückhält, den Aktienbesitz zu fördern, lesen Sie hier.

Aktuelle Studie offenbart weitere Gründe der Zurückhaltung

Gerade die Kombination aus Risikoaversion und überschätztem Risiko, das vor allem durch ein Informationsdefizit entsteht, hält die Deutschen von einer vermehrten Aktienanlage ab. Das berichten die Frankfurt School of Finance & Management und die Goethe-Universität in der aktuellen Studie „Zum Rätsel der Aktienmarktteilnahme in Deutschland“.

Deutsche schätzen Finanzwissen als gering ein

Die Aktienmarktteilnahmequote in Deutschland lag demnach 2018 bei nur 16 Prozent – im Vergleich zu den USA mit bis zu 54 Prozent ein geringer Anteil. Laut der im Auftrag der Deutschen Börse erstellten Studie liege das vor allem daran, dass die Deutschen ihr Finanzwissen als zu gering einschätzen und äußerst risikoscheu sind. Über 50 Prozent der Nicht-Aktienbesitzer bewerten die Aussage „Mir fehlt das Wissen, wie man am Aktienmarkt investiert“ demnach als „eher zutreffend“ oder „voll zutreffend“.

Bei Anlage in Indexfonds sind Spezialkenntnisse kaum erforderlich

Allerdings seien für eine Anlage in börsengehandelten Indexfonds, wie sie von zahlreichen Wissenschaftlern empfohlen werde, solche Kenntnisse nur in geringem Umfang notwendig: „Viele wissen nicht, dass man vieles nicht wissen muss“, so Prof. Michael Grote, Mitautor der Studie und Professor für Corporate Finance an der Frankfurt School. Auch die Angst vor einer ökonomischen Katastrophe sowie grundsätzliche Verlustangst seien verbreitete Hindernisse für die Teilnahme am Aktienmarkt.

„Beim Thema Aktienkultur ist Deutschland ein Entwicklungsland. Trotz umfangreicher Aufklärungsarbeit verändert sich die Zahl der Aktionäre seit Jahren kaum“, erklärt Nicolas Nonnenmacher, Bereichsleiter bei der Deutschen Börse. Die Studie biete eine detaillierte wissenschaftliche Grundlage für die Aktien-Aversion der Deutschen, bestätige Vermutungen und bieten neue Erkenntnisse. Jedem stehe es nun frei, hieraus Maßnahmen abzuleiten, um die Aktienkultur in Deutschland nachhaltig zu verbessern.

Die am 2. Dezember vorgestellte Studie „Zum Rätsel der geringen Teilnahme am Aktienmarkt in Deutschland“ ist hier verfügbar.

Unentbehrlich für langfristige Anlage

Zutreffend ist weiterhin: Für langfristig orientierte Anleger führt im aktuellen Niedrigzinsumfeld kein Weg an Aktien vorbei. Natürlich gibt es immer wieder temporäre Schwankungen, aber je länger der Anlage­horizont, desto größer ist die Chance für Investoren, eine positive Rendite zu erzielen. Dabei gilt es, das Risiko breit zu streuen und nicht nur auf einige wenige Aktien zu setzen. Dazu bieten sich zum Beispiel Fonds an, die von professionellen Fondsmanagern gesteuert werden.

Diese und weitere Informationen für unsichere Anleger finden Sie hier:

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