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| Nachhaltigkeit

Gute Rendite, gutes Gewissen

Nachhaltigkeit liegt im Trend, doch viele Privatanleger haben noch kaum Kenntnisse von nachhaltigen Finanzprodukten. Engagierte Sparkassen haben gute Chancen.

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Der Staatsfonds Norwegens trennt sich gerade von einem erheblichen Teil seiner Ölaktien. Der Versicherer Allianz will sich aus seinen Kohleinvestments zurückziehen. An den Anleihemärkten sorgen „Green Bonds“ für Gesprächsstoff, und die Bundesregierung will den Finanzplatz Deutschland zu einem führenden Standort für Sustainable Finance machen. Allein diese Meldungen der jüngsten Zeit zeigen, dass der Megatrend Nachhaltigkeit die Finanzmärkte erfasst hat. Bei Investment-entscheidungen ist oft von sogenannten ESG-Faktoren die Rede, also von Umwelt (Environment), Sozialem (Social) und Unternehmensführung (Governance).

Auch bei der Dekabank gewinnt das Thema an Relevanz: „Im Asset Management der Deka Investment spielt Nachhaltigkeit seit geraumer Zeit eine wichtige Rolle“, sagt Marianne Ullrich, Nachhaltigkeitsbeauftragte der Deka Investment. Für private und institutionelle Anleger, die in besonderem Maß ESG-Kriterien berücksichtigen wollen, biete der Dienstleister unter anderem die Fondsfamilie Deka-Nachhaltigkeit an. Diese umfasse die drei Fonds Deka-Nachhaltigkeit Aktien, Deka-Nachhaltigkeit Renten und Deka-Nachhaltigkeit Balance.

 
Grüne Welt - bei der Dekabank gewinnt das Thema Nachhaltigkeit an Relevanz. © Shutterstock

Doch was macht überhaupt eine nachhaltige Finanzanlage aus? Allein im Fondsbereich gibt es inzwischen mehr als 400 Alternativen, entsprechend vielfältig sind die Anlagestrategien. Sie reichen von Ausschlusskriterien für besonders kritische Branchen, etwa für Waffen, Öl und Atomkraft, über den Best-in-Class-Ansatz, der nur die ökologisch besten Unternehmen einer Branche berücksichtigt, bis zum Impact Investing, bei dem die Investoren klar definierte ökologische oder soziale Ziele verfolgen. „Für alle von der Deka Investment gemanagten Fonds und für die ETFs sind Unternehmen vom Anlageuniversum ausgeschlossen, die Anti-Personen-Minen oder Streumunition herstellen. Neben diesen Ausschlusskriterien kommt bei den Fonds zusätzlich noch der Best-in-Class-Ansatz zum Tragen“, sagt Deka-Managerin Ullrich.

Das ökologische Flaggschiff der Deka ist der Deka-Nachhaltigkeit Renten. Ende Februar hatte dieser ein Volumen von 1,3 Milliarden Euro. Im Portfolio finden sich neben Unternehmens- auch Staatsanleihen und Pfandbriefe, die alle den Nachhaltigkeitskriterien genügen müssen. Die Rendite lag in den vergangenen fünf Jahren durchschnittlich bei etwas mehr als fünf Prozent. Von Analysehäusern erhält der Fonds Bestnoten. „Investoren sollten von diesem Anleihefonds der Sparkassentochter keine Renditewunder erwarten – sie bekommen allerdings einen Stabilitätsanker für ihr Depot, der gute Rendite auch noch mit gutem Gewissen verbindet“, schrieb zuletzt die Finanzzeitschrift „Börse online“ über den Fonds.

Keine Nische, keine Massenware

Insgesamt steckten in Deutschland im Jahr 2017 rund 170 Milliarden Euro in nachhaltigen Geldanlagen, der Markt wächst derzeit mit Raten von knapp zehn Prozent. Damit sind nachhaltige Finanzprodukte zwar keine Nische mehr, aber auch noch keine Massenware: „Bei institutionellen Investoren hat die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten in der Geldanlage das Nischendasein früherer Jahre verlassen und ist mittlerweile zum Mainstream geworden. Bei Privatanlegern hingegen spielen ESG-Kriterien bei der Geldanlage noch eine eher untergeordnete Rolle“, sagt Ullrich.

Der Grund für die Zurückhaltung der Privatanleger ist meist einfach. Viele haben schlichtweg keine Kenntnis von nachhaltigen Finanzprodukten. Das ergab zumindest eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Yougov im Auftrag der Deka. Demnach wissen 58 Prozent der Befragten nicht, dass es nachhaltige Kapitalanlagen überhaupt gibt. Die informierten Kunden zeigten sich aber interessiert. 62 Prozent von ihnen seien nachhaltigen Produkten gegenüber aufgeschlossen, das gelte besonders für die Jüngeren und die Frauen, so die Studienergebnisse.

Solche Personen will die Sparkasse Pforzheim Calw gezielt ansprechen. „Das Potenzial der nachhaltigen Geldanlage ist sicher noch nicht voll ausgeschöpft, da doch eine zunehmende Zahl interessierter Kundinnen und Kunden konkret nachhaltige Geldanlagen nachfragt“, sagt Vorstandsmitglied Sieghardt Bucher. Die Badener sind so etwas wie Urgestein beim Thema nachhaltige Finanzen. Seit Anfang der 1990er-Jahre sind sie im Umweltschutz engagiert, zunächst bei der Einsparung von Energie und Rohstoffen. Bereits 1993 erhielten sie dafür den Umweltpreis des Landes Baden-Württemberg.

Um Kunden für das Thema Nachhaltigkeit zu gewinnen, beschreiten die Pforzheimer auch neue Wege. So ist man regelmäßig bei „Fair Handeln“ in Stuttgart vertreten, einer internationalen Messe für verantwortungsvolles und nachhaltiges Handeln. „Der Auftritt stößt auf eine gute Resonanz, so mancher Besucher ist überrascht, zwischen Messeständen für Fair-Trade-Shampoos und Entwicklungshilfeorganisationen eine Sparkasse vorzufinden, teilweise sogar noch dazu die eigene Hausbank“, sagt Bucher. Die Kunden und Interessenten werden dabei „ganzheitlich und individuell“ nach dem Sparkassen-Finanzkonzept beraten. Bucher hebt dabei die Zusammenarbeit mit „Ökoworld“ hervor, dem Pionier der ethisch-ökologischen Geldanlage.

Mit der Energiespar-Geldanlage Umwelt-Zins Sparen hat die Sparkasse Pforzheim Calw zudem ein eigenes Nachhaltigkeitsprodukt im Portfolio. Die Kunden können damit gezielt in ökologische und soziale Projekte ihrer Heimatregion investieren. Ermöglicht wird damit etwa der Bau von Solaranlagen ebenso wie die Anlage von Kinderspielplätzen. „Das Produkt wurde inzwischen mit dem Label Impulsgeber Nachhaltigkeit zertifiziert“, sagt Bucher.

Ein ähnliches Angebot macht die Sparkasse Hannover ihren Kunden. Das Institut offeriert den Sparkassenbrief „N+“, eine festverzinsliche Geldanlage, die in Kombination mit einem nachhaltigen Aktienfonds abgeschlossen werden kann. Im vergangenen Jahr haben die Hannoveraner damit in ihrer Region neun Projekte mit insgesamt 187 000 Euro gefördert. Darunter waren Lastenfahrräder, eine Fotovoltaikanlage, ein Programm zur Gebäudebegrünung und verschiedene Projekte der Umweltbildung wie etwa ein sogenanntes Molchkino und ein Hühnermobil.

In puncto Nachhaltigkeit will auch die Sparkasse Hannover eine Vorreiterrolle einnehmen. So war sie im Jahr 2013 die erste Sparkasse, die den Deutschen Nachhaltigkeitskodex unterzeichnet hat. Ein Jahr darauf folgte dann der erste Nachhaltigkeitsbericht: „Wir verfolgen eine aktive Nachhaltigkeitsstrategie, die alle Geschäftsbereiche einbezieht“, erklärte damals Heinrich Jagau, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Hannover. Mit dem Bericht wolle man auch nach außen hin zeigen, dass man es ernst meine mit dem Thema Nachhaltigkeit.