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Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen
Kundengeschäft trotzt Umständen
Trotz schwieriger Rahmenbedingungen ist die Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen mit dem vergangenen Geschäftsjahr zufrieden. Das Gesamtkapital der viertgrößten Sparkasse Baden-Württembergs hat erstmals die Milliardengrenze überschritten.

„Im vergangenen Jahr hat unser Geschäftsmodell seine Leistungsfähigkeit erneut unter Beweis gestellt. Der ganzheitliche Beratungsansatz war die Grundlage für weiteres Wachstum“, sagt Vorstandsvorsitzender Burkhard Wittmacher (in der Bildmitte, rechts: Vorstand Frank Dierolf; links: der stellvertretende Vorstandschef Kai Scholze). Die konsequente Ausrichtung an den Kundenbedürfnissen habe sich bewährt.

Die Nummer vier unter den baden-württembergischen Sparkassen hat das zurückliegende Jahr mit einem gestiegenen Kundengeschäftsvolumen abgeschlossen. Die Summe aus Krediten, Einlagen und Depotbeständen ihrer Kunden wuchs um rund 6,1 Prozent auf 16.286 Millionen Euro. Das Geschäftsvolumen (Bilanzsumme zuzüglich Eventualverbindlichkeiten) legte um 7,7 Prozent auf 10.270 Millionen Euro zu, der Provisionsüberschuss um knapp 9,4 Prozent auf 63,1 Millionen Euro. Die Bilanzsumme betrug zum Jahresschluss 9794 Millionen Euro.

Stabiles Wachstum bei Krediten und Einlagen

Im vergangenen Jahr ist der Bestand an Kundeneinlagen bei der Kreissparkasse zufriedenstellend gewachsen – um 4,3 Prozent. Zum 31. Dezember 2019 vertrauten die Menschen im Landkreis Esslingen ihrer Sparkasse 7463 Millionen Euro an. Bei den Privatkunden summierten sich die Einlagen auf 5009 Millionen Euro (plus 3,7 Prozent). Auch im Bereich Unternehmenskunden steigerten sich die Einlagen: um 3,1 Prozent auf 1898 Millionen Euro. Die kommunalen Einlagen haben im Vergleich zum Vorjahr um 14,5 Prozent auf 544 Millionen Euro zugelegt.

Im Jahr 2019 verzeichnete die Kreissparkasse eine Steigerung bei der Kreditvergabe um 4,1 Prozent. Das entspricht einer Zunahme um 256 auf gesamt 6495 Millionen Euro. Das Kreditvolumen bei den Privatkunden steigerte sich um 5,4 Prozent, die Kreditvergabe an Unternehmenskunden erhöhte sich um 4,8 Prozent ebenfalls zufriedenstellend. Das entspricht einer Erhöhung des Kreditvolumens um 163 auf gesamt 3555 Millionen Euro. Die Kreditvergabe an die Kommunen im Landkreis erhöhte sich um 5,8 Prozent auf 261 Millionen Euro. Das Bewertungsergebnis Kredit fiel aufgrund einer sich bereits eintrübenden Konjunktur mit minus 25,1 Millionen Euro im Jahr 2019 deutlich negativer aus als 2018 (plus vier Millionen Euro).

Der Zinsüberschuss hat im Vergleich zu 2018 trotz anhaltender Niedrigzinsphase absolut um 3,4 Millionen Euro (2,1 Prozent) zugelegt. Haupttreiber dafür waren das gute Wachstum im Kundengeschäft sowie ein wachsender Beitrag aus den Eigenanlagen. Relativ betrachtet zur durchschnittlichen Bilanzsumme ergab sich jedoch ein Rückgang von 1,79 Prozent (2018) auf 1,70 Prozent (2019).

Auch 2019 ging die Kreissparkasse sehr sensibel mit dem Thema Kosten um. Der Personalaufwand steigerte sich minimal um 0,2 Millionen Euro, der Sach- und sonstige Aufwand reduzierte sich hingegen um 0,2 Millionen Euro.


Die Kreissparkasse steigerte 2019 das Betriebsergebnis auf 91,4 Millionen Euro. Es wurde wie im Jahr 2018 ein Jahresüberschuss von 13 Millionen Euro erwirtschaftet. Dem Eigenkapital konnten 45 Millionen Euro zugeführt werden. Das Gesamtkapital der Kreissparkasse überschritt im vergangenen Jahr die Milliardengrenze (1038 Millionen Euro).

Regulatorik bindet Kapazitäten und kostet Geld

Die zunehmende Regulierung im Finanzsektor stand auch im Jahr 2019 auf der Tagesordnung. Neue Regulierungsvorhaben halten die Bankenwelt in Atem. Der Trend, zunehmend weitere (nicht finanzielle) Risiken und vor allem globalere Themen wie Nachhaltigkeit intensiver als bisher in den Fokus der Aufsicht zu rücken, setzt sich fort. Die unternehmensspezifische Definition und Abgrenzung von Nachhaltigkeitsrisiken, die Ergänzung des bestehenden Strategie- und Planungsprozesses um Nachhaltigkeitsaspekte sowie die kritische Überprüfung des Produkt- und Kundenportfolios wird die Kreissparkasse auch über das Jahr 2020 hinaus beschäftigen.

Die regulatorischen Anforderungen benötigen entsprechende Mitarbeiterkapazitäten und sind mit hohen Kosten verbunden. Bei der Kreissparkasse sind rund 30 Mitarbeiter mit Maßnahmen aus der Regulatorik beschäftigt. Auf rund drei Millionen Euro beliefen sich die durch Regulatorik anfallenden Kosten im Jahr 2019.

24. März 2020