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| Geldalternativen

Libra oder Bitcoin – wer gewinnt?

Aktuell entstehen neue Alternativen zu Zentralbankwährungen. Die wohl bekanntesten sind Bitcoin und Libra, doch durchsetzen wird sich wohl nur eine, so IDW-Experte Markus Demary.

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Ein Konsortium bekannter Tech-Unternehmen, allen voran Facebook, Vodafone und SpotifIy, will mit Libra eine Währung schaffen, die über Ländergrenzen hinweg akzeptiert wird und unabhängig von Zentralbanken, Regierungen und nationalen politischen Entscheidungen ist. Markus Demary, Experte für Geldpolitik und Finanzmarktökonomik beim Institut der Deutschen Wirtschaft, sieht deutliches Potenzial für die Initiative. „Für Privatpersonen könnte Libra, ein rein digitales Geld, zur Alternative für klassische, nationale Währungen werden“, sagt Demary.

 
Wer macht das Rennen? Aus Sicht von IDW-Experten Markus Demary ganz klar Libra, selbst wenn viele Fragen noch offen sind. © dpa

Mit den nationalen Währungen, die Libra-Nutzer eintauschen, soll ein Geldmarktfonds bestückt werden, so Demary. Damit wäre das digitale Geld mit realem verknüpft und die Kursschwankungen würden seiner Prognose zufolge verhältnismäßig gering ausfallen.

Bitcoin kommt aus der Nische nicht raus

Das wäre ein deutlicher Vorteil gegenüber Bitcoin. Diese Kryptowährung habe eben keinen Gegenwert in der realen Welt und der Währungskurs zum Euro schwanke extrem stark. Bitcoin sei nie aus seiner Nische herausgewachsen.

 
In vielen Regionen der Welt haben Menschen kein Konto. In ärmeren Regionen wird auf mobiles Zahlen zurückgegriffen. Facebook ist in allen Regionen verbreitet. © IDW

Auch die Einsehbarkeit ist sehr unterschiedlich. Bei Bitcoin sind die Personen anonym, die Transaktionen öffentlich. Bei Facebook würden die Transaktionen über den Messenger abgewickelt. Die Facebook-Nutzer beliefen sich aktuell auf 1,9 Milliarden weltweit, alle könnten auf einen Schlag mit Libra zahlen.

Für Privatkunden interessanter als für Institutionelle

Das ruft Zentralbanken und Finanzaufsichtsbehörden auf den Plan. Geldwäsche und Steuerhinterziehung sind dabei genauso im Fokus wie die Frage, wer haftet oder was passiert, wenn Libra in eine Schieflage gerät.

Trotzdem sei Libra als Zahlungsmittel eine interessante Option für Privatkunden – vor allem, weil die Kosten für Auslandsüberweisungen drastisch sinken würden, so Demary. In der Unternehmenswelt und im Geschäft zwischen Banken dürfte es Libra aber schwer haben, hier sehen gesetzliche Regelungen in vielen Fällen klassische Notenbankwährungen als Zahlungsmittel vor.