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| Sparkasse Aachen

Schwierige Jahre mit Stärke meistern

Dank ihrer intensiven Marktdurchdringung und großen Präsenz in der Fläche hat sich die Sparkasse Aachen auch im schwierigen Bankenjahr 2019 erfolgreich behauptet.

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„In nahezu allen Geschäftsbereichen“, so der Vorstandsvorsitzende Norbert Laufs, „konnten wir Rekordzuwächse oder weit überdurchschnittliche Ergebnisse erzielen.“ Allerdings will Laufs mit Blick auf die unabsehbar anhaltende Niedrigzinspolitik der EZB die Einführung von Negativzinsen für vermögende Privatkunden seines Instituts nicht ausschließen.

Zwar konnte die Sparkasse aufgrund ihrer exorbitant starken Marktposition – 65 Prozent aller Bürger und 85 Prozent aller Unternehmen in ihrem Geschäftsgebiet sind Kunden der Sparkasse – 2019 erneut die Kundeneinlagen um 615 Millionen Euro (plus 7,2 Prozent) auf gut 9,1 Milliarden Euro und die Kundenkredite laut Vorstandsmitglied Thomas Salz um 459 Millionen Euro (plus 5,5 Prozent) auf 8,8 Milliarden Euro bemerkenswert ausbauen.

Dennoch macht der von 1,87 auf 1,71 Prozent der DBS auf 203 Millionen Euro gesunkene Zinsüberschuss deutlich, dass die EZB-Politik das „Brot-und-Butter-Geschäft“ der Kreditinstitute auf Dauer durchaus substanziell berührt. Zumal mit einer Abkehr von der expansiven Geldpolitik, wie Laufs prognostiziert, nicht vor Mitte der 2020er-Jahre gerechnet werden könne. Unter diesen Vorzeichen geht der Vorstand der Sparkasse von einem weiter rückläufigen Betriebsergebnis aus, das sich 2019 allerdings mit 122 Millionen Euro beziehungsweise 1,03 Prozent der DBS bei einer Ausweitung der Bilanzsumme von 6,5 Prozent auf gut 12,3 Milliarden Euro im Vergleich immer noch als bemerkenswert überdurchschnittlich präsentiert.

Cost-Income-Ratio zeigt hohe Effizienz

So zeigt sich Laufs auch für sein Institut zuversichtlich, die „mageren Jahre“ aus einer „Position der Stärke heraus ohne gravierende Einschnitte“ durchstehen zu können. Denn mit einer Cost-Income-Ratio von 57 (2018: 56) Prozent verfügt die Sparkasse nach wie vor über eine hohe Effizienz. Auch der Netto-Jahresüberschuss von 32,5 (35) Millionen Euro sowie eine Kernkapitalquote von 21,55 Prozent und eine Solvabilitätskennziffer von 23,29 Prozent verweisen auf ein kerngesundes Institut.

 
Noch reicht die Sparkasse Aachen Negativzinsen nicht an private Kunden weiter, doch auf Dauer könne kein Institut eine Subventionierung der Einlagen verkraften, sagt Vorstandschef Laufs. © Sparkasse

Dass die durch den anhaltenden EZB-Kurs entstehenden Belastungen für die Kreditinstitute mittelfristig dennoch nicht zu vernachlässigen sind, verdeutlichte der Vorstandschef auch am Beispiel seines Instituts. Da die Sparkasse Aachen das von der EZB berechnete Verwahrentgelt von 0,5 Prozent nicht an ihre privaten Kunden weiterreicht, entsteht ihr aus dieser Negativspanne ein jährliches Minus von 27,5 Millionen Euro. Das entspreche, so Laufs, 0,22 Prozent der DBS. Auf Dauer könne kein Kreditinstitut eine solche Subventionierung der Einlagen verkraften. Die Sparkasse werde deshalb bei der Neueröffnung von Geschäftsgiro- und Geldmarktkonten ein Verwahrentgelt bei einer Freigrenze von 50.000 Euro mit den Kunden vereinbaren.

Ob auch Privatkunden ab einer zu definierenden Größenordnung ihrer Einlagen künftig von einer solchen Maßnahme betroffen sein werden, macht die Sparkasse von der weiteren Entwicklung im regionalen Bankenbereich abhängig. Sollten die Mitbewerber Negativzinsen einführen, so müsse davon ausgegangen werden, dass deren Kunden vermehrt die Sparkasse als Alternative wählten.

Den dann zu erwartenden massiven Geldzufluss könnte man unter Berücksichtigung der Belastung durch das ansteigende EZB-Verwahrgeld jedoch nicht verkraften, warnte Laufs. Deshalb werde man in einem solchen Szenario Maßnahmen zur Absicherung der eigenen Substanz nicht ausschließen. Seiner Einschätzung nach wären dann bei einer möglichen „Freigrenze“ von 100.000 Euro rund zehn bis 15 Prozent der Kunden der Sparkasse betroffen.

Angesichts der aktuellen Entwicklung und auch mit Blick auf die Inflationsverluste für die Privatkunden durch die Nullzinspolitik erneuerte der Vorstand sein Plädoyer für ein verändertes Anlageverhalten. Denn der Löwenanteil der um 361 Millionen Euro auf gut 6,6 Milliarden Euro angewachsenen Einlagen privater Kunden floss 2019 auf die zinsarmen Giro- oder Geldmarktkonten. Dies führe langfristig zu einem erheblichen Substanzverlust für die Anleger, mahnte Laufs.

Gute Beratung schlägt im Wertpapiergeschäft zu Buche

Die Sparkasse Aachen räume deshalb bei ihrer bedarfsorientierten Beratung dem Wertpapiergeschäft einen zunehmend großen Stellenwert ein. Zwar habe der Wertpapierumsatz 2019 um 6,7 Prozent auf 909 Millionen Euro zugelegt. Zudem betreue man inzwischen über 1000 Mandate im Rahmen der hauseigenen Vermögensverwaltung mit einem Volumen von 850 Millionen Euro. Dennoch werbe man weiter intensiv für ein dem aktuellen Zinsumfeld Rechnung tragendes Anlageverhalten, das die Chancen der Wertpapieranlage im Rahmen der finanziellen Vorsorge in den Fokus rücke.