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| DSGVO

Shops vernachlässigen Datenschutz

Viele Händler und Web-Dienste haben die Datenschutz-Grundverordnung nicht umgesetzt.

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Beim Thema „Datenschutz“ haben viele Web-Dienstleister, womöglich auch Sparkassen-Firmenkunden, noch Beratungsbedarf: Nicht ansatzweise alle Onlineshops und Dienste haben die DSGVO umgesetzt, und dies schon gar nicht vollständig. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie zum Datenschutz.

Wissenschaftler der Universität Göttingen haben für das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz untersucht, wie 35 große Online-Dienste die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) umsetzen (-->hier geht es zur Studie). Zu den untersuchten Portalen zählen Amazon, Google, Whatsapp, Zalando und Otto. Ein Schwerpunkt liegt auf den Verbraucherrechten der DSGVO, insbesondere der Einwilligung der Nutzer, Transparenz und Information.

 
Sieht erheblichen Nachholbedarf beim Datenschutz: Verbraucherschutz-Staatssekretär Gerd Billen. © dpa

Große Probleme bei personalisierter Werbung

Die Ergebnisse seien „ermutigend und ernüchternd zugleich“, so Verbraucherschutz-Staatssekretär Gerd Billen. Ermutigend sei, dass die Datenschutz-Grundverordnung praktische Verbesserungen für Verbraucher gebracht habe. „Bessere Information, mehr Transparenz und Wahlfreiheit lassen sich gut umsetzen. Die Studie zeigt Beispiele, wie Vorgaben der DSGVO praktikabel erfüllt werden können. Der Nebel lichtet sich.“

Ernüchternd sei hingegen, dass „nicht ansatzweise alle Dienste“ die DSGVO umgesetzt hätten, und dies schon gar nicht vollständig, so Billen. Während einige untersuchte Onlineshops bereits viel getan hätten, gebe es vor allem bei sozialen Netzwerken und Messengern weiter „eklatante Mängel“. Die größten Probleme gebe es weiter bei personalisierter Werbung.

Nachlässigkeit beim Umgang mit sensiblen Daten

Nachlässig sei oft auch der Umgang mit den Daten, die eigentlich besonders zu schützen sind: sensible Informationen zur Herkunft, zur Gesundheit oder zu politischen Ansichten. „Hier muss dringend nachgearbeitet werden“, so Billen.

Potenziale der DSGVO noch zu wenig genutzt

Die „Potenziale der DSGVO“ ließen sich noch viel besser nutzen: Grundeinstellungen, die von vornherein die Privatsphäre schützen, gebe es zu selten. „Privacy by default“ bedeute, dass das Häkchen immer schon bei der datenschutzfreundlichen Einstellung gesetzt sein solle. Billen: „Das sollte Standard werden.“