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Sparkassenverband Westfalen-Lippe
Deutlich mehr Darlehenszusagen
Die Sparkassen in Westfalen-Lippe konnten ihren Kunden in der Krise aus der Klemme helfen, mit Liquidität und der Aussetzung von Tilgungszahlungen.

Die 57 Sparkassen in Westfalen-Lippe haben Unternehmern und Selbstständigen in den ersten fünf Monaten des Jahres 2020 5,32 Milliarden Euro neue Kredite zugesagt (24,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum). Allein im April betrug die Summe der Darlehenszusagen 1,34 Milliarden Euro – das waren 81,2 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Im Mai 2020 waren es 1,2 Milliarden Euro – 42 Prozent mehr als im Mai 2019.

„Die harten Einschnitte zur Bekämpfung der Corona-Pandemie haben in vielen Branchen die Umsätze wegbrechen lassen“, erklärt die Präsidentin des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe, Prof. Liane Buchholz, die Zuwachsraten. Obwohl Bund und Länder Milliardensummen in Bewegung gesetzt hätten, um die Pandemiefolgen abzumildern, sei der Bedarf an Krediten enorm gewesen. „Hier standen die Sparkassen in Westfalen-Lippe unbürokratisch und schnell parat. Wir haben unseren Kunden aus der Klemme helfen können“, so Buchholz.

„Verantwortung für die Region“

Die Sparkassen haben sowohl bei der Sicherung von Liquidität in der Akut-Phase der Krise, aber auch bei der Bereitstellung von Krediten für Investitionen in der Zeit, als das öffentliche Leben und damit Konsum und Produktion langsam wieder anliefen, geholfen. „Das war ein immens wichtiger Beitrag zur Bewältigung der ersten Phasen der Coronakrise“, so die Sparkassenpräsidentin. „Die Zahlen zeigen, wie sehr die Sparkassen in Westfalen-Lippe Verantwortung für Wirtschaft und Region tragen.“

Ein wichtiges Instrument zur Liquiditätssicherung waren in den ersten Monaten der Pandemie Tilgungsaussetzungen bei bestehenden Krediten. Bis Mitte Juni haben die Sparkassen bei 18.700 gewerblichen Krediten die Tilgung mit einem Volumen von 262 Millionen Euro ausgesetzt. Die Tilgungsaussetzung umfasst durchschnittlich pro Antrag also rund 14.000 Euro.

Staatliche Förderprogramme: Die Sparkassen in Westfalen-Lippe haben in den ersten fünf Monaten des Jahres 3300 KfW-Förderanträge mit einem Gesamtvolumen von 1,2 Milliarden Euro bearbeitet. Darin enthalten sind 716 KfW-Schnellkredite in Höhe von 216 Millionen Euro.

Privatpersonen: Die Maßnahmen zur Bekämpfung der Coronapandemie haben bei vielen privaten Haushalten zu Einkommenseinbußen geführt. Um den erhöhten Liquiditätsbedarf zu decken, nutzen auch die Privatpersonen die Möglichkeit zur Tilgungs-Aussetzung. Bis Mitte Juni setzten die Sparkassen bei 20.800 privaten Krediten die Tilgung mit einem Gesamtvolumen von 39 Millionen Euro aus.

Privater Wohnungsbau boomt weiter

Insgesamt sagten die Sparkassen in den ersten fünf Monaten des Jahres 3,47 Milliarden Euro neue Kredite an Privatpersonen zu – 11,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Für die erhöhte Kreditnachfrage war allerdings nicht allein die Coronakrise ausschlaggebend. Das nochmals gesunkene Zinsniveau sorgte für erhöhte Nachfrage im Wohnungsbau-Kreditgeschäft. Hier wurden in den ersten fünf Monaten des Jahres 16,4 Prozent mehr Kredite zugesagt als im Vorjahreszeitraum.

25. Juni 2020