Zurück
Taunus Sparkasse
Strategie stützt profitables Wachstum
Das Kundengeschäft des Bad Homburger Instituts erhöht die Bilanzsumme auf 5,86 Milliarden Euro. Vorstandschef Klink zeigt sich zufrieden, auch mit dem Volksbank-Kooperationsmodell Finanzpunkt.

Mit einem Wachstum von 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigerte die Taunus Sparkasse die Bilanzsumme von knapp 5,5 Milliarden Euro im Vorjahr auf jetzt fast 5,9 Milliarden Euro. Damit verzeichnet die Taunus Sparkasse das achte Wachstumsjahr in Folge.

Das Wachstum kommt aus dem Kundengeschäft. Die Forderungen an Kunden nahmen um rund 221 Millionen Euro (5,2 Prozent) auf mehr als 4,4 Milliarden Euro zu. Auf der Passivseite verbuchte das Geldinstitut bei den Einlagen einen Zuwachs um knapp 387 Millionen Euro auf rund 4,7 Milliarden Euro, ein Zuwachs von 8,9 Prozent gegenüber 2018.

Auch das Geschäftsvolumen (Einlagen-, Kredit- und Depotvolumen) ist um 6,6 Prozent oder rund 600 Millionen nochmals auf 10,7 Milliarden Euro gewachsen (Vj. 10,1 Milliarden Euro). Wachstumstreiber war auch das für Kunden verwaltete Depotvolumen mit einem Anstieg um über zehn Prozent auf mehr als 1,6 Milliarden Euro.

Alle Geschäftssegmente tragen zum Wachstum bei

Das Betriebsergebnis  vor Bewertung erreichte im vergangenen Jahr 42,8 Millionen Euro (Vj. 46,9 Millionen Euro). Der Blick auf das Verhältnis aus Betriebsergebnis vor Bewertung zur durchschnittlichen Bilanzsumme zeigt die Taunus Sparkasse über dem Durchschnitt der hessischen Sparkassen.

Die Aufwands-Ertrags-Quote (CIR) betrug 69,0 Prozent (Vj. 66,9 Prozent). Belastend wirkten zusätzliche Aufwendungen für Regulierung in Höhe von einer Million Euro und zusätzliche IT-Kosten in Höhe von 0,4 Millionen Euro, die nicht vollständig durch Einsparungen ausgeglichen werden konnten.

Das Ergebnis vor Steuern liegt mit 38,1 Millionen Euro (Vj. 39,1 Millionen Euro) auf Vorjahresniveau. Mit dem Gewinn hat die Taunus Sparkasse ihr Kernkapital mit insgesamt 21,6 Millionen Euro weiter gestärkt (Vj. 22,8 Millionen Euro). Weitere 7,4 Millionen Euro wurden den stillen Reserven zugeführt (Vj. 7,7 Millionen Euro).

Oliver Klink, Vorstandsvorsitzender der Taunus Sparkasse: „Nach den ersten Monaten des laufenden Geschäftsjahrs ist verhaltener Optimismus angezeigt.“

Wesentlicher Erfolgsfaktor sei eine konsequente Langfristorientierung in unserem Kosten- und Risikomanagement, erläuterte Klink. „Wir setzen auf das Verantwortungsbewusstsein aller Mitarbeiter. Das wirkt bereits seit Jahren positiv auf unsere Profitabilität.“

Ziel der Investitionsstrategie sei es, Kunden gut ausgebildete und motivierte Berater und Spezialisten und den gewohnten außergewöhnlichen Service zu bieten. Das Ergebnis vor Steuern und Kernkapitalzuführung liege mit 38,1 Millionen Euro im langfristigen Trend seit 2012. Allein die Jahre 2016/2017 waren von positiven Einmaleffekten zur Stärkung des Kernkapitals geprägt.

Ausblick 2020 und Coronakrise

Welche Spuren die derzeitige globale Rezession hinterlassen werde, sei noch nicht absehbar, teilt das Geldinstitut mit. „Wir steuern auf Sicht“, sagte Klink. Nach den ersten Monaten des laufenden Geschäftsjahrs sei verhaltener Optimismus angezeigt, auch 2020 weiter zu wachsen und mit einem positiven Ergebnis abzuschließen.

Als Hausbank für viele Kunden aus allen Segmenten hat die Taunus Sparkasse mehr als 450 Anträge zur Tilgungsaussetzung schnell und unkompliziert bewilligt. Darüber hinaus während der vergangenen Wochen fast 100 Anträge für KfW-Fördermittel mit einem Volumen von rund 45,1 Millionen Euro abgearbeitet. Das habe zur Stabilität und Liquiditätssicherung der Kunden in der Region beigetragen.

Das Geldinstitut habe sehr früh den Dispo-Satz für Privatkunden deutlich auf 4,99 Prozent gesenkt. Im Firmenkundengeschäft und für kleinere Unternehmen reduzierte das Geldinstitut die Zinssätze für eingeräumte Kreditlinien auf 5,99 Prozent. Beides gilt seit Beginn des zweiten Quartals und werde über den 30. Juni hinaus verlängert.

Finanzpunkt-Modell wird schnell ausgeweitet

Die gemeinsam mit der Frankfurter Volksbank im vergangenen Jahr gestartete Initiative Finanzpunkt werde schneller als ursprünglich geplant weiter vorangetrieben. Bereits im Juni seien sechs von insgesamt 26 geplanten Finanzpunkten mit dem Kundengeschäft gestartet. Der Aus- und Umbau werde Ende 2020 vollständig abgeschlossen sein – ein Jahr früher als ursprünglich vorgesehen.

Darstellung der ersten Finanzpunkt-Filiale von Taunus Sparkasse und Frankfurter Volksbank.

„Kundenfrequenz und Kundenzufriedenheit in unseren Finanzpunkten liegen nach den Erfahrungen des ersten Halbjahrs sogar deutlich über unseren Erwartungen. Das am deutschen Bankenmarkt einmalige Angebot wird angenommen“, sagt Klink. 

Sparkasse Oberpfalz Nord und Raiffeisenbank Oberpfalz NordWest folgten der Initiative, und die ersten Kooperationspartnerschaften in Bayern starteten. Zudem gebe es weitere vergleichbare Modelle unter anderem Namen, beispielsweise bei der Sparkasse Darmstadt und der Volksbank Darmstadt-Südhessen mit sieben gemeinsamen Standorten.

29. Juni 2020